Der chinesische Smartphone-Hersteller Vivo hat die Entwicklung seiner KI-Smartbrille nach mehreren Monaten Arbeit pausiert. Laut Branchenberichten kam die Unternehmensführung zu dem Schluss, dass sich das Produkt derzeit nicht ausreichend von der Konkurrenz abheben lässt. Das Unternehmen war schon ziemlich lange dabei, seine erste AR-Brille zeigte es bereits 2019 auf dem MWC Shanghai.
Die Arbeit an der Brille war bereits weit fortgeschritten. Vivo testete unterschiedliche Ansätze, darunter reine Audio-Modelle sowie Varianten mit einem einfachen Display. Zusammen mit Fertigungspartnern entstanden erste Prototypen. Doch am Ende überwogen die Bedenken: Die verfügbaren Bauteile sind bei fast allen Herstellern identisch. Chips, Sensoren und Displays stammen aus denselben Quellen, was echte technische Alleinstellungsmerkmale erschwert. Gerade bei Brillen mit Display müssen Hersteller zudem schwierige Kompromisse eingehen, etwa zwischen Akkulaufzeit und Bildqualität.
Vivo will seine Kapazitäten nun erstmal auf Mixed Reality konzentrieren. Mit dem Vivo Vision Discovery Edition hat das Unternehmen bereits ein MR-Headset im Portfolio, das als Ergänzung zu Smartphones und Computern gedacht ist. Hier sieht Vivo offenbar größere Chancen.
Der Schritt passt ins Gesamtbild der Branche. KI-Brillen erzeugen zwar regelmäßig Aufmerksamkeit auf Messen, doch im Alltag setzen sie sich bisher nicht durch. Die typischen Funktionen wie Übersetzung, Sprachsteuerung oder Fotografie bieten noch keinen überzeugenden Grund, die Brille den ganzen Tag zu tragen.
Für Vivo bedeutet die Pause keine endgültige Absage an das Konzept. Sobald die Technologie reifer ist und sich klare Anwendungsfälle herauskristallisieren, könnte das Unternehmen das Projekt wieder aufgreifen.
Samsung hatte in der Vergangenheit ebenfalls den Einstieg ins KI-Brillengeschäft bestätigt, zieht aber durch und will noch 2026 ein eigenes Modell mit integriertem Display auf den Markt bringen. Die Brille soll auf Googles neuem Android XR basieren und eine 12-Megapixel-Kamera sowie einen Qualcomm AR1 Chip enthalten.
via Gizmochina
