Oppo bringt mit dem A91 ein Android-Smartphone für die goldene Mitte. Es bedient Mittelklasse und Einsteigerklasse gleichermaßen, verrät der Testbericht.

A91 heißt das aktuellste Mittelklasse-Smartphone von Oppo, das auch hier in Deutschland viele Neukunden für den Smartphone-Hersteller gewinnen soll. Es ist der Anfang von Oppo in Europa, jedenfalls was die niedrigeren Preisklassen angeht. Nur 300 Euro will Oppo für dieses Android-Handy, der Preis könnte über den Sommer schnell fallen und sogar der Grenze von nur 200 Euro näherkommen. Uns stellte sich die Frage, ob schon die 300 Euro okay sind oder wir wirklich auf den Preisverfall warten sollten?

Ich hatte das A91 jetzt ein paar Tage bei mir und komme zu einem durchwachsenen Fazit. Wenn man einen Schwachpunkt ausmachen will, ist vielleicht der verbaute Mediatek-Chip. Zumindest dachte ich das im Vorfeld. Dieser Prozessor ist nicht nur nicht die aktuellste Generation, er scheint auch wieder eine Hürde für die Entwickler zu sein. Ausgeliefert wird das A91 noch mit Android 9 und Android 10 soll erst spät im neuen Jahr erscheinen. Wahrscheinlich erst ein Jahr nach dem Android 10 an den Start ging.

  • 6,4 Zoll AMOLED-Display, 408 PPI, Fingerabdrucksensor
  • MTK MT6771V, 8 GB RAM, 128 GB Speicher
  • 48 MP Hauptkamera + Ultra-Weitwinkel, Portät, Mon
    16 MP Frontkamera
  • Bluetooth 4.2, WiFi 5, LTE, Dual-SIM
  • 4025 mAh Akku, Vooc Flash Charge 3, USB-C
  • Android-Betriebssystem mit Google-Apps

Möchte man die alltägliche Performance des integrierten Chips bewerten, fällt das Ergebnis eigentlich nur im Vergleich etwas weniger gut aus. Ich habe hier ein Redmi Note 9S, das auf den Snapdragon 720G setzt und in aufwendigen Spielen einfach die deutlich bessere Figur macht. Flüssigere Darstellung allgemein, dazu deutlich weniger Frame-Drops. Gleiches im Alltag, die Qualcomm-CPU ist der Mediatek-Konkurrenz immer etwas voraus. Betrachtet man dazu die Gerätepreise, liegt das Oppo-Smartphone in diesem Punkt hinten.

Etwas Verbesserung bringt der optionale Hochleistungsmodus.

AMOLED-Display als Trumpf, Kamera nur für Schnappschüsse ausreichend

Im Alltag ist das in anderen Apps ähnlich, überladene Webseiten wie Giga.de oder Chip.de lassen sich mit Qualcomm-CPU etwas besser weil flüssiger scrollen. Es ist der Kompromiss bei 300 Euro, wenn es dafür ein besseres Display sein soll. Entweder Display oder CPU. Das im A91 verbaute AMOLED-Display würde ich immer bevorzugen. Eine sattere Darstellung, bessere Blickwinkel, weniger Spiegelungen, die allgemein plastischere Wirkung und das tiefe Schwarz, für mich ist das Display eines der Highlights des Oppo A91.

Der darin integrierte Fingerabdrucksensor ist überraschend akkurat und flott.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Quad-Kamera, deren Hauptsensor 48 MP auflöst. Erwartet keine Wunder. Das ist eine reine Schnappschusskamera, die ihre üblichen Schwächen und davon einige hat. Lowlight ist halt eine davon, auch der Porträtmodus gehört nicht zu meinen favorisierten Funktionen. Uns wollen die Hersteller gerne etwas anderes erzählen, doch die Preisklasse verrät schon im Vorfeld mehr. Schnappschüsse am Tag, auch mal Ultra-Weitwinkel oder Makro. Mehr solltet ihr nicht erwarten, sonst hagelt es Enttäuschungen.

Bei üblicher Verwendung würde ich den integrierten Akku als positiv bewerten, in einer halben Stunde Asphalt 9 sind keine 10 Prozent Akku weg. 120 Minuten aktives Display (Youtube, Spiele, Browser) bedeuteten noch 79 Prozent Restakku. Und nach mehreren Stunden sporadischer aber für mich üblicher Nutzung war klar, dass man mit dem über 4000 mAh großen Akku sehr gut durch den Tag kommen sollte, egal ob man gerne mal spielt oder das vielleicht nicht so häufig tut.

Fazit: Leichtgewicht für niedrigen Preis

299 Euro sind eine Ansage für die gebotene Hardware, die sich im Detail aber nicht immer als Pluspunkt entpuppt. Ich bin von der Kamera unterm Strich enttäuscht, umso überzeugender ist das Display. Oppo hat das A91 nicht zu groß und nicht zu schwer gemacht, das gefällt mir persönlich gut. Im Dschungel vieler Android-Smartphones in dieser Preisklasse stört mich letztlich aber besonders die schon zum Marktstart veraltete Android-Software. Wer darauf nicht so viel wert legt und auch die Leistung der Kamera für weniger wichtig eracht, bekommt ein gutes Gerät geboten.

Pro

  • Gutes AMOLED-Display mit integriertem Fingerabdrucksensor.
  • Gehäuse wirkt leicht und schlank, ist gut verarbeitet.
  • Viel RAM, viel Datenspeicher.
  • Akkulaufzeit kann was, schneller Ladevorgang.
  • Klinkenanschluss sorgt für Freiheit.
  • Solide Zusatz-Funktionen der Hersteller-Software.

Contra

  • Systemleistung manchmal rückständig.
  • Kamera schwächelt zu oft.
  • Lautsprecher ist schwach auf der Brust.
  • Altes Android ab Werk.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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