• Die teuersten Google-Smartphones sind gar nicht so teuer.
  • Pixel 6 und Notepad liegen unter der Konkurrenz.
  • Dahinter steckt eine wohlüberlegte Strategie.

Für die eigenen Android-Smartphones verfolgt Google eine eher ungewöhnliche Strategie. Obwohl man sich der Konkurrenz bereits näherte. Und man setzt zumindest in einigen Zügen das fort, was man in den Jahren zuvor bereits begonnen hatte. Die beiden Pixel 6-Smartphones waren überraschend günstig und das soll selbst beim ersten Foldable des Konzerns ganz ähnlich aussehen. Natürlich immer im Preisvergleich mit anderen Geräten bewertet. Jeder hat andere Vorstellungen davon, was günstig ist.

Pixel 6-Serie war überraschend günstig

Google hatte mit dem Pixel 6 überrascht. Der Preisstart bei nur 649 Euro lag verdammt nah am Pixel 5 aus dem Vorjahr und das trotz der sehr vielen Neuerungen. Mit dem Pixel 6 Pro gab es ebenfalls ein Statement. Vergleichbare Geräte kosten in der Regel deutlich über 900 Euro oder manchmal sogar wenigstens vierstellig. Google wollte „nur“ 899 Euro UVP und bestätigte damit nicht die größten Befürchtungen.

Das Google Pixel 6 Pro mit Periskopkamera und LTPO-Display:

Sinnvoller Verzicht bei der verwendeten Hardware

Sicherlich steckt dahinter auch Kalkül. Bislang sind die Pixel-Handys kein großer Erfolg. Es verkauften sich eher die a-Geräte ganz ordentlich. Google will aber vermutlich auch im oberen Preissegment mit Samsung und Co. mithalten. Dafür geht man einen etwas anderen Weg, denn die Pixel 6-Handys hatten nicht ausschließlich brandneue Highend-Hardware im Angebot. Google hat nicht versucht, die Geräte aus dem Vorjahr in jedem Punkt maximal zu überbieten.

Beispiele: Der neuere 50 Megapixel Kamerasensor ist nicht das teuerste und neuste Modell. Außerdem wurde der Kamerasensor für Ultraweitwinkel schon fast vernachlässigt. Bei der Ladegeschwindigkeit ist Google zwar einen Schritt auf seine Kunden zugegangen, aber immer noch sehr weit weg von der Konkurrenz. Das spart Geld in der Entwicklung, weil man das Rad nicht ständig neu erfindet. Gleiches beim Fingerabdrucksensor im Display, der gerade noch gut genug ist, aber eben nicht Topniveau.

Man spart in meinen Augen dort, wo das Ausschöpfen der neusten Möglichkeiten vielleicht gar nicht jedes Jahr unbedingt notwendig ist. Gerade bei der Kamera zeigt sich, dass Google nicht die neuste Hardware braucht, um qualitativ mithalten zu können. Und so werden wir auch beim kommenden Pixel Notepad diverse Einsparungen erleben, die einen niedrigeren Preis als bei der Konkurrenz möglich machen können.

Ich hoffe als Fan der Pixel-Reihe sehr, dass Google diese Strategie weitestgehend beibehält, aber dabei keine gravierenden Fehler in der Auswahl der verwendeten Hardware macht. Die Pixel 6-Serie war in einigen Punkten eine Gratwanderung, aber sie konnte abseits der Software-Fehler gelingen.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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3 Kommentare

  1. Ich bin da der Außenseiter. Ich nutze Pixel-Smartphones, weil ich Betriebssystem und Hardware aus einer Hand will. Zusätzliche Browser, Stores oder Gott bewahre Assistenten regen mich nur auf.
    Allerdings bin ich nicht bereit Apple-Preise zu bezahlen.
    Deswegen ist das Pixel 6 Pro mein zweites Google-Smartphone nach dem 3er. Die beiden Generationen dazwischen waren mir zu billig produziert, im Bezug auf Haptik, Design und Vermarktung. („Mehr Smartphone braucht kein Mensch“ – doch!)
    Daher bin ich sehr froh, dass das Pixel 6 wieder deutlich in Richtung Flaggschiff geht und ich hoffe das diese Entwicklung mit den eigenen Prozessoren weitergeht.
    Meine Hauptkritikpunkte sind, dass viele Assistant-Features (durchgängige Gespräche, Anrufen vom Smart Home außerhalb Duos sind hier nur beispielhaft genannt) in Europa bisher nicht released werden, genau so wie die zurückhaltende Hardware-Politik von Google. (Pixelbook! Pixel Slate!) Warum muss ich hier jetzt doch ein **** Samsung-Tablet nutzen. Will ich eigentlich nicht.

    Was mich an dem Pixel 6 Pro im Besonderen stört sind: Der Fingerabdrucksensor ist richtig schlecht. Erstens ist er zu langsam und zweitens nicht sicher, denn er erkennt auch den Daumen, den ich nicht eingescannt habe. Das sollte so nicht sein, da die beiden Daumen eines Menschen nicht identisch sind.
    In vielen Kameraeinstellungen (gerade im Nachtmodus) übertreibt es Google mit dem Nachbearbeiten, trotz verbesserter Technik. Zu guter Letzt fühlt sich die Ladegeschwindigkeit wie ein Rückschritt im Vergleich mit dem Pixel 3(!) an.

    Alle diese Kritikpunkte wusste ich im Vorfeld des Kaufes, aber ich hätte nicht gedacht, dass diese wirklich so extrem auffallen, außerdem habe ich die Hoffnung im Hinterkopf, dass Google hier softwareseitig noch nachbessert.

    Ich würde mir für die Pixel-Reihe nichts sehnlicher Wünschen, als ein wirkliches High-High-Endprodukt, dass noch näher an Apple heran kommt, ohne preislich total unverhältnismäßig zu sein.

  2. Naja, das liegt im Auge des Betrachters.
    Ich wünsche mir nicht, dass Google näher an Apple rückt. Wenn man das möchte kann man doch Apple kaufen … Verstehe ich nicht😅……. Ich bin technisch ziemlich zufrieden mit dem Pixel 6. Optisch würde für mich mehr gehen. Sony und das das S22ULTRA gefallen mir optisch besser.

    1. Zumindest nicht in allen Bereichen. Es gibt durchaus vieles, da ist Apple ziemlich gut und da kann auch Google sich ne Scheibe von abschneiden, keine Frage. Aber gleichzeitig gibt es halt auch viele Dinge, die mich bei Apple sehr stören würden, würde ich ein iPhone nutzen.
      Beispielsweise möchte ich keine Kerbe im Display haben. Außerdem würde ich nicht auf ein always on Display verzichten wollen, was es bei iPhones anscheinend nach wie vor nicht gibt (da bin ich mir nicht ganz sicher, kann mir das kaum vorstellen).
      Auch der Astro Modus ist ein tolles Alleinstellungsmerkmal von Pixeln. Macht man sicher eher selten, aber es kommen schon krass gute Bilder bei raus (für ein Handy). Das sind Dinge, da dürfte sich Apple gerne annähern. Tun sie wahrscheinlich auch irgendwann.

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