Huawei kann die Hardware von vielen bisherigen Lieferanten bald nicht mehr beziehen, wichtige Partner wie Samsung und LG ziehen sich jetzt zurück.

Mit dem Ende dieser Woche wird noch mehr am Ende sein, insbesondere für Huawei bricht dann eine halbe Welt zusammen. Für den chinesischen Hersteller ist es bald kaum mehr möglich, eigene Smartphones zu produzieren oder produzieren zu lassen, denn dafür fehlen ab dem 15. September schlicht und ergreifend die notwendigen Bauteile. Die ersten Berichte aus Asien bestätigen, wie große Lieferanten die Arbeit mit Huawei einstellen – erzwungen durch die Sanktionen der amerikanischen Regierung.

Handelsembargo zerstört Lieferketten von Huawei

Obwohl sie Konkurrenten sind, gibt es im Hintergrund auch diverse gemeinsame Lieferketten. Huawei hat von Samsung beispielsweise Displays bezogen, doch das soll ab den nächsten Tagen nicht mehr passieren. Samsung Display und Samsung Electronics, die Bauteile an verschiedenste Hardware-Marken liefern, stellen ihre Lieferungen an Huawei schon sehr bald ein. Andere Lieferanten schließen sich bereits an, ihnen sind die Hände gebunden.

Huawei darf kaum mehr Hardware beziehen, für die US-Technologie in Entwicklung oder Produktion zum Einsatz kommt. Viele wichtige Verträge laufen deshalb nun aus. Neben Samsung beendet auch LG in den kommenden Tagen die Lieferung von Premium-Smartphone-Displays an Huawei, während sich die Chinesen bereits nach anderen Partnern umsehen. Arbeitsspeicher bezog Huawei ebenfalls von Samsung und SK Hynix, hierfür müssen genauso neue Lieferanten her.

Qualität aufrechterhalten als neue Herausforderung

Selbst bei gefunden Alternativen hat Huawei noch weitere Probleme, da nicht jedes andere Unternehmen die Qualität wie die bisherigen Lieferanten bieten kann. Besonders im Bereich der Displays scheint Samsung nahezu unerreicht, die besten Panels für Mobilgeräte stammen in der Regel von Samsung Display. Wie soll man da adäquaten Ersatz finden können?

Alle Details: Huawei-Smartphones ohne Google-Apps – Negative Aussichten für 2021 [Update x51]

via AA, Chosun Biz

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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3 Kommentare

  1. Das mit den Google Android Lizenzen für ältere Smartphones könnte auch ein Problem werden. Gewisser Austausch von Komponenten wird eine neue Google Android Lizenz erfordern. Für die Smartphone Sparten von Samsung und LG sind die USA einer der Hauptmärkte. Deren Komponenten dürften sicher zum guten Teil in den USA Entwickelt worden sein. Davon dürften andere Zulieferer mit wenig Geschäfte mit Smartphones für den US Markt profitieren. Die Kamera Module dürften zumeist von Firmen aus Japan, Südkorea oder Deutschland kommen. Vielleicht muss sich Huawei aus den Smartphone Top Segment wegen fehlenden Komponenten zurück ziehen und mehr auf das Preiswert Segment Konzentrieren.

  2. Der Titel ist extrem Bild like, wenn jemand mit einem anderen „bricht“, dann hat er eine Wahl. Die hat Samsung, bzw alle angestammten und auch in den USA tätigen Lieferanten nicht. Die guten (USA, welche nachweisbar z.B. Merkel abgehört haben) zwingen die Firmen mit den bösen (China, welche sicherlich auch Netzwerke abhören) die Geschäftstätigkeit einzustellen …
    Im Artikel wird es dann besser dargestellt, wobei der Ausdruck gemeinsame Lieferketten, dafür dass man in seinem Verbund ein Unternehmen hat, welches auch andere Firmen mit Displays beliefert, schon auch verwirrend finde (ein Lieferant als solches ist keine Lieferkette, sondern nur ein Glied einer solchen) …

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