Das zweite Foldable der Fold-Serie bietet einige Unterschiede zum Vorgänger, dabei ist das faltbare Smartphone ausgereifter.

In den letzten Wochen konnten wir das Galaxy Z Fold 2 ausprobieren, das bereits dritte faltbare Smartphone von Samsung. Tatsächlich ist es sogar die zweite Generation des Galaxy Fold, das im ersten Jahr aufgrund vieler Probleme erst mal schwer zu kämpfen hatte. Der Nachfolger hat große Fortschritte an Bord und wirkt längst nicht mehr wie ein Prototyp, stattdessen wie eine ausgereifte und sehr moderne Version der Nokia Communicator aus den 00er Jahren.

Ich hatte schon Macbooks, nutze gerade einen Microsoft Surface Laptop 3 und kenne auch andere hochwertige Geräte dieser Art. Genau mit diesen kann man das Foldable von Samsung vergleichen, nur ist es halt kleiner und mehr Smartphone als Notebook. Es sieht ziemlich hochwertig aus und fühlt sich auch entsprechend an. Die gebotene Haptik und die optische Anmutung sind schon von einem anderen Stern, wenn wir denn direkt in der Galaxie bleiben möchte. Samsung ist da eine sehr tolle Hardware gelungen.

Ich kann es kurz machen. Für mich stimmt hier alles, wenn es um Optik und Haptik geht. Metall und Glas sind die Materialien der Wahl. Auch der Faltmechanismus ist erstklassig und lässt dann das bisherige Mate Xs von Huawei durchaus in einem schlechteren Licht dastehen. Muss ich ehrlich sagen. Der hochwertige Materialmix hat aber auch den Nachteil, ein gefühlt und tatsächlich recht hohes Gewicht auf die Waage zu bringen. Es ist dick und schwer, kaum etwas für die Hosentasche.

Im Vergleich mit normalen Smartphones hat das Foldable natürlich keine Chance, es bringt quasi die doppelte Dicke mit.

Displays: Quadratisch, länglich, faltbar

Anders als noch beim Vorgänger ist das äußere Display nun vollwertig, allerdings ziemlich länglich und nicht mittig. Links ist der Displayrand deutlich breiter, das kann im Alltag schon etwas störend wirken. Zumindest die Freunde der Symmetrie. Die längliche Form finde ich gar nicht schlecht, das bietet viel Platz für Inhalte, gerade im Browser. Für Videos hat man das innere Display, welches eher quadratisch daherkommt – ist streng genommen auch nichts für heutige sehr breite Videoformate.

Beide Displays bieten eine in meinen Augen hochwertige Darstellung mit toller Helligkeit, schneller Reaktionsrate und Bildwiederholrate, außerdem mit der von Samsung gewohnten OLED-Qualität. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Haptik des faltbaren Displays, die durch den aufgebrachten Schutz recht plastisch wirkt. Vollwertiges Glas fühlt sich da einfach angenehmer an. Die Falz in der Mitte ist nicht sonderlich tief, nach ein paar Tagen nimmt man sie kaum noch wahr.

Aus dem richtigen Winkel bekommt man die Falz allerdings gut fotografiert:

Faltbares Display: Multitasking und andere Vorteile

Wie schon beim Falter von Huawei liebte ich es, das genutzte Bild jederzeit mit einer Handbewegung vergrößern zu können. Egal ob nun Google Maps, Browser oder Videos, daran hatte ich mich sehr schnell gewöhnt. Tatsächlich finde ich das angenehmer, als dafür ständig auf ein externes Tablet zu wechseln. Für Videos ist außerdem praktisch, das Galaxy Z in etwas über 90 Grad einfach angewinkelt aufstellen zu können. Und Freunde der Kamera kommen in den Genuss eines sehr großzügigen Suchers.

Videos sind in der Regel mit einem fetten Rand versehen, außerdem ist das Punchhole der Frontkamera bei dieser Nutzung eher ungünstig platziert. Für eine Smartphone aus der Hosentasche ist das innere Display dafür riesig, zeigt der Vergleich mit dem OnePlus Nord:

Multitasking geht natürlich auch, mit mehreren Apps und schwebenden Apps in kleineren Fenstern. Bin ich jetzt nicht so der Nutzer von, ging aber auch ganz gut von der Hand. Natürlich gibt da das große Display eine gute Figur ab, die quadratische Form ist ein guter Kompromiss. Tatsächlich hatte sich in meinem Kopf der S-Pen eingebrannt, zu dem ich vergebens greifen wollte, der für die dritte Generation vielleicht eine Überlegung wert ist.

Lustigerweise lässt sich YouTube dadurch per Bild-in-Bild nutzen, was sonst eigentlich nur für zahlende Premium-Nutzer zur Verfügung steht.

Faktor F: Faltbare Smartphones haben eine Zukunft

Für viele mögen diese Smartphones in erster Linie überteuerte Prototypen sein. Dabei ist gerade das neue Samsung Galaxy Z Fold 2 schon heute ein nahezu vollständig ausgereiftes Foldable, das im Inneren über ein großzügiges Tablet verfügt. Samsung hat bereits bisherige Vorzüge teurer Smartphones mit der neuen Technik vereinen können, interessierte Kunden müssen eigentlich auf nichts verzichten.

Samsung scheint eine vernünftige Akkulaufzeit bieten zu können, die Kamera hat einen ebenfalls guten Eindruck gemacht und sonst steckt hier neben der neuartigen Technik alles drin, was wir heutzutage von einem „normalen“ Flaggschiff-Smartphone erwarten würden. Über den Preis müssen wir nicht diskutieren, viel spannender finde ich eher die noch abzuwartende Langlebigkeit der faltbaren Displays.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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