In meinen ersten Berührungspunkten mit dem faltbaren Huawei Mate Xs wurde mir schnell klar, dass Foldables auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung haben.

In den vergangenen Wochen war das Huawei Mate Xs bei mir zu Gast. Einen langfristigen Test kann man in kurzer Zeit selbstredend nicht auf die Beine stellen, auch die fehlenden Google-Dienste sind ein großes Handicap für meinen Alltag. Nur wollen wir jetzt nicht schon wieder die üblichen Themen aufmachen, sondern grundlegend ein bisschen über das Konzept des faltbaren Smartphones sprechen. Es ist nämlich ein tolles Konzept, das eigentlich nur noch reichlich Feinschliff benötigt.

Huawei hatte die gewagteste Idee vorgestellt, denn hier gibt es nur ein einziges Display und dieses liegend auch noch außen. Anhand der Schutzfolie kann man schnell die Schwachstellen erkennen, genau hinterm Knick an der Rückseite zerkratzt das Display leider stark. Das ist natürlich ein Problem mit Blick auf eine mehrjährige Nutzung, da die faltbaren Displays bislang weich und daher anfällig für Kratzer sind.

Das Tablet immer als Option dabei

Außerdem ist das erste Gerät dieser Art noch recht klobig, schwer und groß, dennoch für den Stand der Technik kompakter als vermutet. Huawei setzt auf das Konzept des Smartphones, das per Klappmechanismus zum Tablet wird. Ich hätte im Vorfeld nicht vermutet, dass mir diese Idee so gut gefällt. Mir ist es doch häufiger passiert, dass ich das Display aufgrund des erhöhten Komforts aufklappte, zum Beispiel für den Browser abends auf der Couch. Mit den meisten Apps klappt das heute schon ganz gut.

Selbstverständlich ist auch Multitasking auf einem derart großen Display eine tolle Sache. Der erste Faltvorgang ist noch komisch, der zweite auch noch, und irgendwann ist man einfach süchtig. Das gesamte Gebilde wirkt überraschend stabil, außerdem sorgen die Klickgeräusche für enorme Zufriedenheit. Der Coolnessfaktor in den Anfangszeiten dieser Smartphones sorgt für das gewisse Etwas, die Blicke anderer hat man im öffentlichen Raum damit schnell gewonnen.

An der Rückseite ist das Display verriegelt, eine rote Taste lässt den umgeknickten Teil „frei“. Dort rastet das Display auch wieder ein, wenn man es schließt bzw. umklappt. Wie allerdings auch leicht zu erkennen ist, mag der Kunststoff auf dem Display besonders gern meine Fingerabdrücke.

Schon weiter als erwartet

Alles in allem fühlt sich das Huawei Mate Xs schon ziemlich gut an. Eigentlich hat Huawei ein fast gewöhnliches Tablet gebaut, das gefaltet werden kann und daher ein besonderes Display besitzt. Das Huawei-Foldable fühlt sich ansonsten fast wie jedes andere Smartphone an, das sich an einer hochwertigen Verarbeitung erfreut. Die negativen Faktoren einer Technik in so frühem Stadium sind wenige, nur das Gewicht mit 300 g war mir im Alltag dann doch zu viel.

Huawei ist es gelungen, eine brandneue Technik in Gewohntes zu verwandeln. Und das schon mit dem ersten Modell überhaupt. Es gibt keine harten Kompromisse, wie der Mini-Akku des Razr-Smartphones oder das klitzekleine Außendisplay des ersten Galaxy Fold. Es gibt keine Frontkamera, nur einen echten Lautsprecher und der Faltmechanismus ist eigentlich nur mit zwei Händen nutzbar – aber das sind Kleinigkeiten.

Wie diese Fotos zeigen, ist die Rückseite eigentlich brutal flach. Es ist schon ein kleines Wunder, wie die ganze Technik da noch reinpasst. Der Buckel über die gesamte rechte Rückseite ist nicht mal ein Nachteil, daran kann man das Mate Xs wunderbar greifen und im Tabletmodus festhalten. Alles in allem fühlt sich das Mate Xs erstaunlich stabil an, das ist mir einfach besonders positiv aufgefallen.

Auf dem Display sieht und spürt man die Falz leicht, aber das blendet man im Alltag eigentlich schnell wieder aus. Man merkt beim Wischen über das gesamte Display eine kleine Wölbung. Sichtbar ist diese Wölbung bei angeschaltetem Display kaum. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Material an dieser Stelle mit der Zeit nicht gerade besser wird und vielleicht irgendwann durch Materialermüdung zum Problem wird.

Die richtige Idee wird sich durchsetzen

Auf den ersten Blick sind die faltbaren Smartphones nicht nur eine interessante Idee, sondern schon mit der ersten Generation auf einem durchaus hohen Level. Jetzt geht es um den Feinschliff. Die Geräte müssen kompakter werden, die Displays und der Displayschutz langlebig, das richtige Konzept „für alle“ muss her.

Das faltbare Tablet eignet sich für die, die eben gerne mal zum Tablet greifen, vielleicht auch im beruflichen Alltag. Aber auch große Smartphone-Displays mit einer einzigen Handbewegung für den Transport kleiner zu machen, finde ich aus der Ferne betrachtet ziemlich cool. Samsung geht mit dem Galaxy Z Flip bereits in die richtige Richtung.

Ich bin bereit für Foldables.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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9 Kommentare

  1. Da keine coole dienste enthalten sind ist unentesant ich habe samsung galaxy a 6 bin voll zufrieden habe zugriff auf auf coogle apps und die dienste ha haa haaa

    1. Dann empfehle ich eine App, die Ihre Rechtschreibung prüft.
      Die Autokorrektur reicht anscheinend nicht.

    2. Lern erstmal Deutsch… Ich würde mich in Grund und Boden schämen mit dieser Rechtschreibung. Google Apps kann man übrigens nachinstallieren du Hirni 😂 „hahahahhaaa“

  2. naja, ob dem Harry überhaupt noch zu helfen ist, bezweifle ich.

    Ich bin seit Jahren zufriedener Galaxy note Nutzer. Bisher habe ich keinen Bedarf für faltbare Displays, zumindestens beim smartphone, gefunden. Es wirkt auf mich eher wie eine Spielerei, die man betreibt, weil mans kann. Oder den großen Innovatoren fällt einfach nichts neues mehr ein, um jährlich neue Geräte zu verkaufen. Ich persönlich würde ja begrüßen, wenn der trend richtung fairphone ginge, austauschbare Komponenten, besseres recycling, längere Nutzungsdauer und flexibleres Anpassen. Außerdem fände ich ein europäisches Betriebssystem, unabhängig von google und apple, viel drängender als knickende Displays. Nach dem Handy, dem Handheld, dem smartphone, tablet und smartwatch wäre es mal wieder Zeit für ein neues Konzept. stichwort neurallink. :-P

  3. Es gibt Herzschrittmacher…… brauch ich Gott sei Dank nicht.
    Und es gibt falltbare Smartphones……. brauch ich auch nicht.
    Herzschrittmacher sind sinnvoll und wichtig.
    Falltbare Smartphones sind nicht’s anderes als ne nette und völlig überteuerte Spielerei.

    Aber wer’s braucht…………………….

  4. Hallo Deny Fischer,
    Du bist nicht zufällig am Verkauf von Huawei beteiligt? So toll ist das Gerät nun wirklich nicht. Ich hab’s selbst in der Hand gehabt. Das öffnen oder schließen hört sich an wie ein schlecht verlegte Holzfussboden. Es knarrt deutlich hörbar wie billiger Plastik.
    Aber das schlimmste hast du komplett weg gelassen – Der Preis. Wie kann man heutzutage 2.500,- Euro für ein Handy verlangen. Vollkommen überzogen dieser Preis. Und wofür? Nur weil das Gerät eine einzige Funktion mehr hat (knicken)? Samsung schafft das für rund 1000,- Euro weniger. Nein nein, der Preis ist der größte Minuspunkt.

    1. Niemand muss meine Meinung teilen. Das mal vorweg. Der Preis ist mir in diesem Fall egal, es ist fast noch ein Prototyp. Es ging im Bericht ja nun auch eindeutig mehr um die Idee und weniger darum, ob ich dieses Gerät jemandem empfehlen würde. Für mich sind Huawei Geräte ohne Google auch bei 150 Euro nicht interessant. Die Preise werden fallen, die Technik besser, dann sind die Geräte für mehr Leute überhaupt interessant.

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