Selbst YouTube-Gründer finden Google+ Kommentarsystem nicht so dufte

Vor wenigen Tagen wurde bei YouTube wie angekündigt das Kommentarsystem auf Google+ umgestellt, doch wirklich gut kommt das bei den wenigsten Nutzern an, selbst der Mitbegründer Jawed Karim hält vom neuen Google+ Zwang wenig.

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Das neue Kommentarsystem von YouTube ist sehr umstritten, denn es setzt jetzt einen Google+ Account zwingend für die Nutzung der Kommentare voraus. Natürlich muss man Google+ deshalb nicht nutzen, allerdings sind reine YouTube-Nutzer damit nur wenig einverstanden. Dazu gehört auch Jawed Karim, einer der Mitbegründer von YouTube, welcher das erste Video überhaupt auf der Plattform online stellte.

„why the fuck do i need a google+ account to comment on a video?“

Ob der ehemalige Chemie-Student aus der DDR nun wirklich selbst diese Unmutsbekundung schrieb oder einfach nur sein seit sehr, sehr langer Zeit inaktiver Account gehackt wurde, kann man derzeit nicht mit voller Sicherheit sagen. Doch klar  ist, dass dieser Kommentar auch von sehr vielen anderen Nutzern hätte stammen können, denn generell kommt das umgestellte Kommentarsystem nicht gut an.

Karim war übrigens schon seit sehr langer Zeit von Bord gegangen, noch vor dem Verkauf an Google verließ er das Unternehmen aber behielt einen Großteil der Anteile daran. Heute könnte er gut von Leben, seine Google-Aktien können einen dreistelligen Millionenbetrag abwerfen.

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(via Pocket-lint)

  • Maximilian O.

    Faktisch ist das neue Kommentarsystem in jeder Hinsicht besser, da gibt es nichts zu rütteln. Konversationen sind endlich als solche erkennbar, die Optik wirkt aufgeräumter, und man bekommt eher interessante Kommentare zu sehen.

    Was aber garnicht geht ist diese Klarnamen-Pflicht. Warum will Google den Nutzern vorschreiben, auf welche Weise sie sich im Internet zu erkennen geben? Wenn jemand „WTFOMGBBQ“ heißen will, dann soll er doch so heißen. Und besonders für die Kreativeren Nutzer, die unter einem Künstlernamen aktiv sind, sind diese neuen Vorgaben nicht so der Hammer.

    Andererseits: Es stimmt auch nicht, dass man nur mit seinem Klarnamen kommentieren kann. Man kann mit seinem Account beliebig viele Kanäle erstellen, und von diesen aus dann auch entsprechend kommentieren. Also könnte Hans Wurst seinen Kanal durchaus „Bitcheskillor!!!“ nennen & darüber kommentieren. Und meines Wissens nach kann man bei diesen Kanälen nicht einmal erkennen, von wem sie ursprünglich erstellt wurden.

    Aber trotzdem werden alle Youtube Nutzer zur Anlegung eines Google-Kontos, einer Googlemail Adresse & eines Google+ Accounts mit klarnamen verpflichtet, und das finde ich gründlich daneben.

    • Gebe dir insoweit recht, kann aber nicht das Problem mit den Klarnamen erkennen. Im echten Leben renne ich auch nicht mit Spitzname rum und erzähl neuen Menschen erst mal ich würde „Checker“ heißen, anstatt Denny. Warum sollte das im Netz anders sein, welches definitiv kein rechtsfreier Raum ist, leider aber nicht annähernd so viel Niveau wie das echte Leben aufweist aufgrund der Anonymen. Die Qualität der YouTube-Kommentare wird drastisch steigen.

      • Maximilian O.

        Wenn ich zu irgendjemandem auf der Straße hingehe & ihn nach seinem Namen frage, dann ist diese Person nicht dazu verpflichtet, mir die Wahrheit zu sagen.
        Wenn jemand laut auf der Straße brüllt „Merkel ist ne ******“, dann weiß niemand, wer er ist. Dann war das einfach jemand.
        Im Netz gibt es diese Anonymität dank der Klarnamen-Pflicht dann nicht. Wenn ich irgendwo etwas poste, dann weiß JEDER, dass ich es war. Ich habe keinerlei Möglichkeit, mich in irgendeinerweise davor zu schützen. In der Öffentlichkeit brauche ich danach einfach nur weglaufen, im Netz geht das nicht.

        Anderes Beispiel: Man ist Politisch Aktiv & hat gleichzeitig überaus ungewöhnliche Sexuelle Vorlieben, für die man sich entsprechende Partner in verschiedenen Online-Netzwerken sucht. Hätte diese Person irgendein Interesse daran, dass andere von ihren Vorlieben erfahren?

        Jeder sollte seine Meinung äußern & seine Persönlichkeit entfalten können, ohne dabei gleich mit seine allgemeinen Ruf dafür bezahlen zu müssen. Soviel Anonymität wird jawohl erlaubt sein. Komplette Transparenz sollte nicht verpflichtend sein. Viele Menschen haben Dinge, von denen sie nicht wollen, dass jeder andere sie erfährt.

        • Aber dann vergleich die für die Allgemeinheit bestimmte öffentliche Straße nicht mit den Diensten gewinnorientierter Unternehmen. Zumal es auch Gesetze, ethische „Verpflichtungen“, etc. gibt, die sicher viele im eigenen Wohnzimmer anders handhaben.

          Und wenn du jemand in der Öffentlichkeit beleidigst, dann kommt dein Klarname spätestens bei der Feststellung der Personalien im Polizeirevier zum Vorschein, wenn auch vorerst nur dort, je nach Vergehen landet es dann eben auch in der Bildzeitung. Es sei denn, dir gelingt die „Flucht“, um so anonym zu bleiben.

          Zumal bei Google+ und YouTube nichts öffentlich gepostet werden muss, man kann also „anonym“ kommentieren.

        • Maximilian O.

          Die Beleidigung war ein schlechtes Beispiel. Ändern wir das in freie Meinungsäußerung, die jedoch gegen die Meinung der Allgemeinheit & der Regierung geht. Da kann es für mich durchaus von Nachteil sein, falls ich später einmal politisch aktiv werde & irgendjemand diese vor Ewigkeiten gepostete Ansicht ausgräbt. Obwohl meine Meinung mittlerweile eine andere sein kann, wird man dennoch diese damalige Aussage gegen mich verwenden können. Besonders in der Politik ist dies ja eine verbreitete Methode, um jene aus dem Weg zu räumen, die einem gegen den Strich gehen. Denn einen Politiker kann man auch dann noch aus dem Amt werfen, wenn er 40 Jahre zuvor mal einem Bettler das Kleingeld geklaut hat.

          Das Internet soll kein rechtsfreier Raum sein, da gebe ich dir Recht. Aber ich gehe nochmal zurück zu meinem ersten Beispiel: In der Öffentlichkeit muss ich niemandem meinen Namen sagen. Wenn ich auf Youtube kommentiere, dann kennt ihn jeder. Es sei denn, ich mache es nicht öffentlich, und das ist ja nicht wirklich der Sinn eines Kommentares.

          • Okay, ich würde diese Voraussetzung mit dem Gesetz der des echten Lebens vergleichen. Nutze ich YouTube und Google+ gibt es Nutzungsbedingungen, an die ich mich halten muss. Im echten Leben gibt es eben Gesetze, Verfassung, etc. nach denen ich mich zu richten habe. Werden diese Bestimmungen verletzt oder ich verhalte mich vielleicht ungünstig, muss ich halt die Konsequenzen tragen, früher oder später.

            Ich glaube so ist recht treffend. Wem die Gesetze nicht passen, geht woanders hin, bestes Beispiel dürften wohl Großverdiener sein, die keine Lust auf hohe Steuern haben.

    • neverchangearunninglionorappro

      Da bist du aber einer der wenigen Dutzend, die diesen neuen Kommentar-Mist gut finden. Aufgeräumt nenne ich etwas anderes!!! Alleine schon Neueste Kommentare und Beste Kommentare zu trennen und auch die Daumen oben und Unten Ansicht zu ändern ist einfach nur hirnverbrannt. Tut mir leid. Aber wenn ich als Fachinformatiker meinem Chef so einen Murks vorschlagen würde, würde ich aufs derbste getadelt vielleicht sogar noch schlimmer. Das war nicht der erste Design-Verschnitt bei youtube. Die Konsequenz sollte so aussehen, wie bei Microsoft mit den Verantwortlichen von Windows 8 und auch 8.1 (nicht viel besser): Hut ziehen! ohne Ttschüss und Aber. Man hat das Gefühl, dass das was die Nutzer möchten, überhaupt nicht mehr ausschlaggebend ist bei dieser Software-Diktatur.