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Marktgeschehen

Setzen Elektrofachmärkte Störsender ein, um den Preisvergleich via Smartphone zu verhindern?

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Dank des privaten TV-Senders RTL und einem Insider gibt jetzt mal wieder eine interessante Debatte zum Kampf der Elektrofachmärkte gegen den Online-Preisvergleich. Heutzutage ist es ganz klar an der Tagesordnung vieler Kunden auch im Einzelhandel zunächst die dortigen Preise mit denen im Internet zu vergleichen. Die Leute sind bereit auf ein Produkt ein bis drei Tage zu warten, es dafür aber wesentlich günstiger zu bekommen. Jetzt werden aber schwere Vorwürfe erhoben, denn ein Insider gab bekannt, dass einige Elektrofachmärkte bereits Störsender einsetzen, damit Kunden ihre Smartphones im Geschäft nicht mehr richtig nutzen können und daher auf den Preisvergleich verzichten. Sehr interessant, denn derartige Vorwürfe gab es vor kurzer Zeit auch gegen die Deutsche Bahn, welche angeblich bis auf das Netz der Telekom alle anderen Netze stark abschirmt.

Der Insider hat gegenüber RTL per eidesstattlicher Versicherung bestätigt, dass seine Informationen zu 100 Prozent korrekt sind und zutreffen. Die Anordnung für die Nutzung derartige Störsender soll immer von der Konzernspitze ausgegangen sein, wie der Insider sagt.

Der Hintergrund ist ganz einfach. Die Werbung ist immer wichtiger geworden für die einzelnen Supermärkte und Ketten und dementsprechend hat man immer versucht, der Beste am Markt zu sein. Hat dann auch damit geworben, der billigste Anbieter zu sein. Im Zeitalter des Smartphones, der Apps, dass so vor drei bzw. vier Jahren ganz akut angefangen hat, war das dann natürlich ein riesiges Problem. Es war dann natürlich für jeden möglich, dann immer und überall die Preise zu checken – innerhalb von Sekunden. Und dann fingen eben die Unternehmen an, sich Gedanken zu machen, wie kann man das nach Möglichkeit unterbinden. Und da ist natürlich so eine Geschichte mit einem Störsender eine ganz charmante Sache und einfache Lösung, sage ich mal.

Ja, also die einzelnen Märkte haben da kein Mitspracherecht, egal in welchen Bereichen, sondern das kommt immer von der Spitze, von der Leitung.

Im Bericht von RTL wurden derartige Störsender natürlich gleich ausprobiert. Tatsächlich gibt es derartige Geräte, welche den Mobilfunk derart stören, dass nicht mal mehr einfache Telefonate oder SMS funktionieren, das mobile Internet kann gar nicht genutzt werden. Der Einsatz solcher Störsender ist in der EU respektive in Deutschland aber verboten bzw. illegal, wie die Bundesnetzagentur heute gegenüber Teltarif auf Anfrage bestätigte.

Besonders stark verbreitet und daher unter Generalverdacht stehen natürlich die Filialen der Media Saturn Holding, die aber auf Anfrage die Nutzung derartiger Störsender selbstverständlich dementierten.

Natürlich nutzen Kunden in unseren Märkten ihre Smartphones für einen Preisvergleich und diesem Preisvergleich stellen wir uns auch. Wir können Ihnen versichern, dass in unseren Märkten keine Störsender installiert sind, die den Mobilfunkempfang stören. Uns ist allerdings bewusst, dass aufgrund baulicher Gegebenheiten in manchen Märkten ggf. nur ein eingeschränkter Mobilfunkempfang möglich ist.

Man sollte aber nicht vergessen, dass die meisten Elektrofachmärkte eben voller Elektronik sind, was dem Empfang nicht sonderlich zuträglich ist. Des Weiteren sind viele derartige Märkte größere Hallen ähnliche Gebäude, bei denen nicht selten sogar Blechverkleidungen oder Metalldächer zum Einsatz kommen. Generell ist der Empfang in solchen Geschäften schlechter, auch ohne Störsender.

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(Quelle RTL via Teltarif)

8 Kommentare
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8 Comments

  1. heike1975

    21. August 2013 at 17:19

    Ich habe aufgehört zu lesen bei den Worten „…TV-Senders RTL“. Das sagt schon alles.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      21. August 2013 at 21:30

      Der Ruf des Nachmittagsprogramms muss nicht für den gesamten Sender gelten. Ein gutes Beispiel ist immer die BILD, die teilweise derart gute Insider und Quellen zur Hand hat, davon träumen andere Redaktionen.

    • Schwabenpaule

      22. August 2013 at 11:31

      Genau! Was teilweise bei ARD, ZDF und Co. verzapft wird, ist auch nicht besser.

  2. Erwin Schröder

    21. August 2013 at 17:19

    Bei meinem Media Markt kann ich den Vorwurf ganz klar verneinen. Ohne mein Smartphone gehe ich schon gar nicht mehr in so einen Markt, ich mache immer dort Preisvergleiche und die Mitarbeiter sind oft schon richtig erstaunt, welche Internetpreise ich ihnen vor die Nase halte. Das sich das lohnt habe ich vor 14 Tagen mal wieder erleben dürfen. Hab im MM mein Galaxy S4 gekauft, MM wollte 549 Euro haben. Bekommen habe ich es für 496 Euro und eine 32 GB Class10 Micro-SD gabs noch obendrauf.

  3. Le Brrrrr

    22. August 2013 at 10:16

    @ErwinSchroeder:disqus Das rechnet sich auch schon bei kleinen Sachen. Meine Razer-Maus hätte im MM fast um die 30€ mehr gekostet. Nope… nicht mit mir.

    —-

    Naja sie leben im Kapitalismus, sie sulten sich darin, wollten ihn auch (Freie Marktwirtschaft yay yay) und jetzt kommt eben jemand daher (Internetanbieter), der das Spiel etwas neu gestaltet. So ist das eben: Das beste Angebot gewinnt. Manche bleiben auf der Strecke.

    Viele von uns Technik-Freunden gehen eh nur mehr in den Markt um die Produkte kurz zu sehen und auszuprobieren. Das ist mies. Geb ich zu.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      22. August 2013 at 10:48

      Darunter leiden aber alle Bereiche, die durch Online-Handel mehr oder weniger einfach ersetzt werden können.

    • Le Brrrrrr

      22. August 2013 at 11:02

      That’s the way of evolution.

      Allerdings muss es auch ethnisch korrekt zugehen bei den Preisen. Mit Methoden wie Amazon braucht man jetzt nicht die Preise drücken auf dem Rücken der Mitarbeiter. …. sagt sich jetzt so komisch in Zeiten von Foxcon, nicht whahr?

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