So will Google endlich Schrott-Apps vom Play Store fernhalten

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Der Google Play Store ist nach rund 15 Jahren zum Sammelbecken vieler fragwürdiger Apps geworden. Jetzt will Google die Hürden erhöhen.

Google hat eine umfangreiche Überarbeitung seiner Google Play-Richtlinien angekündigt, mit der das Unternehmen den Vertrauens- und Transparenzlevel für Nutzer seiner Plattform erhöhen will. Die Maßnahmen betreffen sowohl die Entwickleridentifikation und deren Zahlungsinformationen als auch die Art und Weise, wie Apps Nutzern präsentiert werden.

Die neuen Richtlinien beinhalten eine erweiterte Verifizierung der Entwickler. Entwickler müssen ihre Identität und Kontaktdaten durch E-Mail- und Telefonnummer-Bestätigung überprüfen lassen. Bei der Erstellung eines neuen Play Console-Entwicklerkontos für eine Organisation (nicht für Einzelpersonen) ist nun zudem die Bereitstellung einer D-U-N-S-Nummer notwendig. Dies ist eine eindeutige, neunstellige Kennung, die von der US-Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet zur Überprüfung von Unternehmen vergeben wird. Bei diesem Prozess kann es bis zu 30 Tage dauern, bis eine solche Nummer vergeben wird.

Zusätzlich zu diesen Überprüfungsmaßnahmen werden auf der App-Store-Listing-Seite mehr Informationen über den Entwickler angezeigt. Der bisherige Abschnitt „Kontaktdaten“ wird in „App-Support“ umbenannt und es wird ein neuer Abschnitt „Über den Entwickler“ hinzugefügt. Hier werden verifizierte Informationen wie Name, Adresse und Kontaktdaten des Entwicklers angezeigt, um den Nutzern mehr Klarheit zu geben.

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Bild: Google

Der Rollout der neuen Anforderungen beginnt am 31. August für alle, die neue Play-Console-Entwicklerkonten erstellen. In den ersten Monaten will Google das Feedback der Entwickler sammeln und das Nutzererlebnis verfeinern, bevor es auf bestehende Entwickler ausgeweitet wird. Ab Oktober erhalten auch bestehende Entwickler weitere Informationen darüber, wie sie ihre Konten aktualisieren und überprüfen können.

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Bild: Google

Und was heißt das jetzt?

Die neuen Änderungen der Google Play-Richtlinien sind weitreichend und können für Entwickler durchaus Herausforderungen darstellen. Besonders die neuen Anforderungen an die Play Console könnten Entwicklern zusätzlichen administrativen Aufwand bescheren.

Zudem könnten die Änderungen bezüglich der Android Container-Apps zu Problemen führen. Obwohl diese Maßnahme aus Sicherheitsperspektive durchaus sinnvoll ist, könnte sie die Flexibilität und Funktionalität für Nutzer einschränken, die auf diese Art von Apps angewiesen sind.

In Bezug auf Finanzdienstleistungen und blockchain-basierte Inhalte könnten die neuen Anforderungen die Entwicklung von Apps in diesen Bereichen verlangsamen oder erschweren. Die Anforderung, dass Apps eine Erklärung abgeben müssen, wenn sie finanzielle Funktionen anbieten, erhöht den regulatorischen Aufwand für Entwickler.

Während die neuen Google Play-Richtlinien in der Theorie darauf abzielen, eine sicherere und vertrauenswürdigere Plattform zu schaffen, bleibt abzuwarten, wie sie in der Praxis umgesetzt werden und welche Auswirkungen sie auf Entwickler und Nutzer haben werden.

Mehr über die Änderungen steht im Android Developers Blog.

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3 Kommentare zu „So will Google endlich Schrott-Apps vom Play Store fernhalten“

  1. Ich bevorzuge sowieso andere Quellen für meine Apps – schon deswegen weil man für den Spielspeicher ein Google-Konto haben muss.

  2. Ich finde schade das Google stattdessen keine strengen Regeln ausstellt die Android Apps an sich verbessern, wir hören und wissen doch schon seit Jahren das Android Apps schlechter optimiert sind als iOS apps, z.B. die Navigationsleiste ist schwarz/weiß anstatt einer transparent farbe.
    Apps wir die Kamera benutzt wird, wird oft nicht der eigentliche Sensor genutzt usw.
    Auf sowas sollte Google mal achten!

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