Test: Huawei Ascend P7 ausprobiert

In den vergangenen Wochen war bei uns das Huawei Ascend P7 zu Gast, welches derzeit noch als Flaggschiff-Smartphone des chinesischen Herstellers gilt. Klarer Unterschied zur Konkurrenz? Preislich rangiert sich dieses Smartphone locker 200 Euro unter der großen Konkurrenz ein, obwohl es eigentlich nicht viel schlechter ausgestattet ist. Zudem kann die Verarbeitung und Haptik wie beim Vorgänger überzeugen, doch dazu später mehr. Vorerst widmen wir uns kurz den technischen Daten:

Das Display ist jetzt 5″ groß und auch die Auflösung ist auf 1920 x 1080 Pixel gewachsen, womit das Ascend P7 nun gleichauf mit Galaxy S5, One M8 und Co. liegt. Unter der Haube werkeln ein Quad-Core mit 1,8 GHz je Kern und 2 GB RAM Arbeitsspeicher. Zur weiteren Ausstattung gehören 16 GB Datenspeicher, eine microSD-Slot, zwei Kameras mit 8 und 13 MP, WLAN-n, Bluetooth 4.0, LTE mit bis zu 150 MBit/s, GPS und so weiter.

Design / Haptik / Verarbeitung

Das absolute Highlight ist schon wie beim Ascend P6 das Gehäuse, welches diesmal aber nicht komplett aus Metall besteht, sondern eine Rückseite aus Glas besitzt. Und ja, die fühlt sich mächtig gut an und sieht auch richtig gut aus. Unter dem Glas ist eine Art Muster, welches nur zu sehen ist aber nicht gefühlt werden kann. Schön dezent, richtig sexy. Der Rahmen rundum das Gehäuse ist aus Metall und erinnert ein wenig an das iPhone, was zwar immer wieder kritisiert wird, mir aber inzwischen völlig egal ist. Sieht nämlich ebenfalls geil aus und fühlt sich natürlich auch so an.

Design gelungen, Haptik gelungen und die Verarbeitung passt ebenso. Das komplette Smartphone ist fest verbaut, nichts wackelt oder knarzt und auch die Tasten sitzen perfekt im Gehäuse. Huawei hat hier alle großen Konkurrenten ausgestochen, das Ascend P7 ist optisch und haptisch absolute Oberklasse.

Huawei Ascend P7-6

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Huawei Ascend P7-1

Display

Huawei verbaut dieses Jahr ein sogenanntes In-cell Display mit einer Größe von 5″ und einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Natürlich ist das Display gestochen scharf, da gibt es überhaupt keine Punkte zu meckern. Die Farben und der Kontrast liegen meines Erachtens auf einem sehr hohen Niveau, auch die generelle Darstellung ist egal aus welchem Blickwinkel immer sehr akkurat, nur etwas lebendiger könnte es noch sein und in der Sonne mehr Helligkeit bieten. Auf Eingaben reagiert es tadellos und auch sehr genau.

Systemleistung

Bei der Systemleistung ist dann leider erneut ein Schwachpunkt auszumachen, denn schon das Ascend P6 konnte eigentlich in allen Punkten überzeugen, nur die Systemleistung ist aufgrund des Prozessors aus eigenem Hause nicht auf Höhe der Konkurrenz. Egal ob das Moto X mit altem Snapdragon S4 Pro oder ein aktuelles Smartphone mit Snapdragon 800/801 – gegen alle muss das Ascend P7 den Kürzeren ziehen. Selbst Einsteigergeräte mit Snapdragon 400-Prozessor laufen bei der Bedienung einfacher Elemente wie der Benachrichtigungsleiste etwas flüssiger. Zudem hat das Ascend P7 ständig kleine Hänger, Inhalte werden mit Verzögerung dargestellt, es reagiert nicht immer so schnell wie gewünscht und schiebt Gedenksekunden ein. Das fällt dem „Nutzer von nebenan“ vielleicht nicht so sehr auf, für mich ist das leider ein Störfaktor.

Software

Huawei setzt auf Android 4.4 KitKat mit diversen Anpassungen, wozu beispielsweise ein Manager für Benachrichtigungen zählt oder auch die alternativen schwebenden Schaltflächen zur Bedienung des Gerätes. Ein paar optische Anpassungen sind auch vorhanden, welche aber insgesamt ganz okay aussehen. Durch einen integrierten Theme-Manager kann man die Optik des Systems allerdings noch mehr an die eigenen Wünsche anpassen. Wer Energie sparen möchte, kann aus verschiedenen Optionen wählen, die natürlich oftmals das Gerät an Leistung und Funktionen berauben, zur Not aber sehr hilfreich sein können.

Kamera / Sound

Die Hauptkamera des Ascend P7 löst mit maximal 13 MP auf und liegt damit zumindest laut Datenblatt auf Höhe der konkurrierenden Geräte, was die Fotos nicht immer bestätigen wollen. Ich finde die Ergebnisse insgesamt zwar sehr okay, natürlich bedarf es aber auch hier wieder eine stets gute Ausleuchtung, was allerdings bei den meisten Smartphone-Kameras zwingend notwendig ist. Der Autofokus ist nicht immer perfekt und dadurch die Bilder manchmal leicht verwackelt, wie man beispielsweise bei Nahaufnahmen sehen kann. Ein paar Fotos habe ich geschossen, komme bekannterweise ja nie raus aus dem Home-Office, doch ich denke man bekommt einen guten Eindruck über die Qualität im Alltag der Kamera.

Huawei Ascend P7-5

Die Bilder der Frontkamera sehen meines Erachtens deutlich besser als bei üblichen Frontkameras aus, was wohl den 8 MP geschuldet ist. Es gibt sogar einen Panorama-Modus für Selfie-Gruppenfotos.

Der Sound des an der Rückseite untergebrachten Lautsprechers ist okay, auch hier fehlt ein richtig satter Sound aufgrund des recht engen Gehäuses. Der Lautsprecher ist wiederum recht laut und selten bis gar nicht überfordert, was letzten Endes für ein gutes Klangbild sorgt.

Huawei Ascend P7-7

Akku

Mit ungefähr 3,5 h Display-on bei ca. 20 h ohne Stromzufuhr liegt das Ascend P7 nach meinen Erfahrungen eher knapp im Mittelfeld der vergangenen Jahre, was sicherlich dem zwar nicht besonders leistungsstarken aber auch nicht sonderlich effizienten Prozessor geschuldet ist, denn der integrierte 2.500 mAh Akku bietet eigentlich ausreichend Kapazität. Ziemlich nervig ist die lange Ladezeit, denn nach locker 2,5 h am Netzteil ist das Gerät immer noch nicht vollgeladen. Unter Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass man mit dem Ascend P7 auch irgendwie durch den Tag kommt.

Sonstiges

In dieser Generation der P-Serie fehlt zwar das LTE nicht mehr, bis zu 150 MBit/s sind möglich, doch WLAN-ac mit 5 GHz ist leider nicht an Bord. In Wohnhäusern mit mächtig viel WLAN-Netzwerken, die in der Regel alle noch mit 2,4 GHz funken, kann das echt ein Problem sein und zu nervigen Verbindungsabbrüchen oder Leistungsschwankungen führen.

Fazit

Huawei will mit Samsung, HTC und Sony mithalten, muss sich aber dann doch zumindest in wenigen Aspekten hinten anstellen. Ganz vorn sind aber meines Erachtens alle Punkte rundum das Gehäuse, denn die Verarbeitung ist erstklassig, die Auswahl der Materialien sehr gelungen und Gewicht sowie die Tiefe des Gehäuses lassen andere Geräte alt aussehen. Schon jetzt (15. Juli 2014) kostet das Ascend P7 nur noch schmale 335 Euro, also ca. 200 Euro weniger als ein HTC One M8. Wer damit leben kann, dass der Prozessor nicht so viel Power wie die konkurrierenden Snapdragon-Chips liefert und sicherlich auch für die nur mittelmäßige Akkulaufzeit sorgt, wird mit dem Kauf des Ascend P7 alles richtig machen.

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PS: Ein großes Dankeschön geht an die Jungs von 1&1, die uns das Ascend P7 als Testgerät zur Verfügung gestellt haben. Dort könnt ihr das Gerät mit attraktiven Allnet-Flat-Tarifen kaufen.

  • Mike Großbach

    Hallo Denny,

    hattest Du schon die aktuelle Firmware (B121SP01) aufgespielt.
    Soll angeblich einen Performance-Gewinn bringen.

    • Jop, bin seit Anfang des Tests mit der aktuellsten Firmware unterwegs. Wenns vorher noch langsamer war und mehr Hänger hatte, dann gute Nacht.

  • Xigo

    Da habe ich doch lieber das Sony Xperia Z1 für rund 30€ mehr gekauft.
    Besserer Prozessor, viel bessere Kamera und das Gehäuse des P7 erinnert eh an eine weniger detailreiche Kopie der Xperia Z-Reihe (mal abgesehen von dem Muster hinten; besonders die Seiten sehen fast auffällig ähnlich aus).