Test: ZTE Blade V6 ausprobiert

Wie immer sind bei mir gleich mal mehrere Smartphones zum Test da und diesmal liegen auffällig viele Geräte aus China auf dem Tisch. Darunter das neue Blade V6 von ZTE, welches in der Mittelklasse angesiedelt ist aber dann sogar doch etwas mehr zu bieten hat. Mit einem Preis von 249 Euro ist es kaum teurer als das durchaus vergleichbare Moto G 3. Generation von Motorola. Insgesamt sind sich die Geräte sogar recht ähnlich, auch wenn sie sich optisch nur wenig ähneln.

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Hardware / Design

Beim Design haut ZTE recht viel raus, das Blade V6 ist komplett aus Metall, hat schöne abgerundete Kanten und ist ein Leichtgewicht. Es sieht gut aus und fasst sich auch sehr gut an. Über die Verarbeitungsqualität kann ich ebenso nichts sagen, zumindest nichts negativer Natur. Normalerweise bekommt man in diesem Preissegment nicht immer so gute äußere Hardware geliefert. Knarzen tut hier nichts, die Tasten haben einen guten Druckpunkt.

Bei der technischen Ausstattung eigentlich ein ähnliches Bild, angefangen beim 5″ Display mit einer HD-Auflösung. Im nur 122g leichten Smartphone gibt es 2 GB RAM, 16 GB Datenspeicher, 2.200 mAh Akku, LTE/HSPA+, WLAN-n, Bluetooth 4.0, GPS, zwei Kameras mit 13 MP und 5 MP sowie einen Quad Core von MediaTek (MTK6735). Ein gutes Paket, das später noch zu überzeugen weiß.

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Display

5″ hat das Display des Blade V6 in der Diagonale, da reicht die Auflösung von 1280 x 720 Pixel vollkommen aus. Die Bildqualität stimmt zwar im großen und ganzen, leider ist die Helligkeit aber nicht wirklich der Kracher und da fehlt zu anderen Geräten schon ordentlich was. Ansonsten bin ich zufrieden, hab da schon schlechtere Displays in teureren Geräten gesehen. Die Farben sind okay, die Blickwinkel auch und die Berührungsempfindlichkeit lässt mal gar nicht zu wünschen übrig. Der Helligkeitssensor reagiert zwar recht fix, dafür nicht stufenfrei, weshalb die Veränderung der Helligkeit etwas „hakelt“.

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Software / Performance

Wenn man MediaTek hört, will man sich immer noch gern verstecken, doch in Verbindung mit Stock-Android kann sich auch so ein billiger Mittelklasse-Chip durchaus sehen lassen. Gepaart mit zwei Gigabyte RAM geht hier echt einiges voran, alles öffnet und reagiert recht fix, Gedenkpausen sind deutlich seltener als erwartet. Sogar Chrome lässt sich ziemlich flüssig bedienen, das soll schon was heißen. Ein großer Pluspunkt müsste der Arbeitsspeicher sein, hier bieten Konkurrenten oftmals noch nur die Hälfte und ein Gigabyte RAM ist dann meist heute einfach zu wenig.

Android kommt in Version 5.0 Lollipop fast unberührt zum Einsatz. Nur minimale Veränderungen sind zu erkennen, wie etwa ein paar wenige weitere Systemeinstellungen. Das trägt der positiv zu bewertenden Performance bei, nichts belastet den Prozessor oder Arbeitsspeicher unnötig. Über die Software kann man tatsächlich wenig sagen, ist halt Android. ZTE liefert hier nur TouchPal X als alternative Tastatur mit, wie auch ein Backup-Tool (geht nur mit Speicherkarte), einen Dateimanager und ein FM Radio.

Gespielt habe ich nicht viel, wie immer kam aber Real Racing 3 für einen Test zum Einsatz. Tatsächlich läuft das Spiel relativ gut, wobei die Frames hier deutlich unter 30 je Sekunde liegen und alles etwas weniger flüssig dadurch wirkt. Zocken ist möglich, wenn auch nicht die besten High-End-Spiele.

Nicht zur Software gehören die Tasten unter dem Display, die glücklicherweise keine eindeutigen Symbole haben. Eigentlich eine gute Idee, doch über die Software lassen sich die Tasten kaum konfigurieren, es gibt nur zwei Möglichkeiten (Zurück und Task Viewer lassen sich tauschen). Finde ich schade. Mehr Kombinationen wären echt nice.

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Akku

Mit 2200 mAh ist der Akku nicht gerade überdimensioniert, ist aber aufgrund der niedrigen Auflösung des Displays und nicht so starken Prozessors durchaus mit ganz guten Laufzeiten unterwegs. Über 4 h Display sind durchaus drin, was ich etwa mit meinem Nexus 6 (kompletten Gegenstück) nur noch selten oder eher nie schaffe. Nicht so supergeil ist der Verbrauch im Standby, da war das Gerät manchmal zu schnell leer. Wenn 15% oder teilweise sogar deutlich mehr über Nacht (also in 7 bis 8 h) weg sind, finde ich das persönlich gar nicht geil. Da ist an einem langen Tag mal locker ein Drittel des Akkus weg, obwohl das Gerät nicht genutzt wurde.

Kamera

13 MP löst die rückseitige Kamera auf, also zumindest schon mal ordentlich hoch. Die Kamera hat generell ein Problem mit Licht, egal ob davon viel, wenig oder gar nichts vorhanden ist. Alles schaut immer irgendwie ausgewaschen aus. Gehts mal etwas näher ran, hat der Autofokus seine Probleme. Entweder er fokussiert nicht oder nur sehr, sehr langsam. Ein Vorteil ist auf jeden Fall die Geschwindigkeit der Kamera, die App wird schnell gestartet und Fotos werden schnell ausgelöst. Ist bei Videos sehr ähnlich. >>> Ein paar Beispielfotos

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Sonstiges

Zwar ist die Software nahezu Stock und unberührt, dennoch kann ich mangels Erfahrung die Update-Versorgung bei ZTE nicht vorhersehen. Kommt noch Android 5.1 oder gar 6 Marshmallow? Who knows, das müssen wir aussitzen.

Der verbaute Lautsprecher macht zwar Lärm, klingt aber oben raus etwas kaputt. Etwas mehr nach Blech klingt das Teil natürlich leider auch. Nicht so toll aber für Klingeltöne reichts.

Fazit

ZTE liefert mit dem V6 Blade ein richtig gute Smartphone der Mittelklasse ab, das vor allem mit Leistung und Verarbeitung überzeugen kann. Zwar ist es mit 5″ nicht besonders klein, dafür aber sehr schlank und auch noch sehr leicht. Eine Schwachstelle ist die Kamera. Das Unwissen über die Update-Versorgung nervt zwar ein wenig, dennoch ist das Blade V6 ein richtig nettes Android-Smartphone und zu empfehlen.

>>> ZTE Blade V6 bei NBB
>>> ZTE Blade V6 bei Conrad