VW verschiebt günstiges Elektroauto, weil günstige Verbrenner länger möglich sind

VW ID.2 all

Die teilweise überschaubare Nachfrage nach Elektroautos führt zum Umdenken bei den deutschen Autoherstellern. Audi hat seit Jahren massive Probleme und sieht sich nun doch mehr darin, zunächst eine Verbrenner-Marke zu bleiben. Und auch bei Volkswagen gab es jetzt einen signifikanten Grund, den heiß ersehnten ID.2 eher nach hinten zu verschieben.

Dabei braucht es eigentlich exakt dieses Auto für Volkswagen, das deutlich unter 30.000 Euro kosten würde und im Polo-Format die beliebteste Fahrzeuggröße in Europa bietet. Doch die Lobby hat ganze Arbeit geleistet, die Euro7-Abgasnorm fällt für die Verbrenner sehr viel weniger schlimm als ursprünglich angenommen aus.

VW und andere Hersteller werden nun also deutlich länger in der Lage sein, kleine Autos mit Verbrennungsmotor weiterhin ohne kostspielige Modernisierungen bauen zu können. Diese kleinen Fahrzeuge mit Verbrenner bleiben rentabel. Ein guter Grund, in diesem Bereich weiterhin ein umfassendes Angebot dem Kunden zu unterbreiten.

ID.2 wird nicht nach vorn gezogen, sondern fordert noch Geduld von interessierten Kunden

Erst 2025 soll der ID.2 in kleineren Stückzahlen kommen, bevor er dann 2026 ins Volumen geht. Bis dahin scheint ein umfassendes Verbrenner-Portfolio für VW immer noch zu funktionieren. Schaut man auf die Zahlen in Deutschland, ist das auch absolut so. Mehr als 80 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge 2023 waren Verbrenner und reine Benziner haben den größten Marktanteil.

Der ID.2 verzögert sich aber auch aufgrund von umfassenden Umstrukturierungen im Produktionsnetzwerk, um Kosten langfristig für die VW-Gruppe nach unten zu drücken. Man scheint keine Eile mehr mit dem kompakten Stromer zu haben. Und umso später das Fahrzeug kommt, desto realistischer wird es sein, den Preis angepeilten von unter 25.000 Euro realisieren zu können.

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12 Kommentare zu „VW verschiebt günstiges Elektroauto, weil günstige Verbrenner länger möglich sind“

  1. Tesla und Co wird es freuen. Kann VW wieder jammern das sie ihre Autos nicht mehr loskriegen. Und Audi wirft quasi das Handtuch im E Bereich. Was ist aus den deutschen Autobauern geworden ?

    1. Tesla hat auch kein kleines Elektroauto und wenn die Gerüchte stimmen, kommt irgendwann ein Zweisitzer, was auch nicht der Wunsch der Mehrheit ist.

      1. Tesla wird im Januar vermutlich das Model Y mit Heckantrieb auf ca.39.000€ reduzieren.
        Das Model 3 sehe ich dann als Standard -Range bei ca. 36.000€.

        3 Jahre alte Teslas mit Restgarantie würde ich da auf 25.000€ schätzen.

        Ein gebrauchtes Model 3 könnte eine mindestens gleichwertig Alternative zum ID2 sein.

  2. Aus Nachhaltigkeitsgründen macht VW alles richtig. Elektroautos stecken immer noch in den Kinderschuhen. In den nächsten Jahren wird so viel passieren, besonders bei Batterien, das man ansonsten vor einem riesigen Problem an Leasingrückläufern steht die später keiner mehr will. Weil bei den hohen Preisen wird überwiegend im Elektroautobereich nur geleast. Aus ökonomischen Gesichtspunkten ist das die bessere Strategie.

  3. Leute, ein Auto zu entwickeln dauert nun mal ein paar Jahre. Alleine das Testing und die Abstimmung dauert mindestens 2 Jahre. Und vorher muss alles erstmal entwickelt und gebaut werden.
    Ja, VW hat deutlich zu spät mit dem Modell angefangen. Aber das es wegen Verbrennern zurückgestellt wird ist Quatsch.

  4. Kleine elektroautos haben einfach ein systematisches Problem.
    Akkus auf lange Zeit gesehen sind egal wie groß gleich teuer, weil große Akkus länger halten. Das ist ein Grundproblem von kleinen Elektroautos. Das heißt ein 25 tausend Euro ID2 hält mit 30kwh Akku sagen wir Mal im Schnitt 150 tausend Kilometer bis er kaputt ist und ein Auto für 50 tausend Euro mit 60kwh Akku hält 300.000km bis der Akku aufgibt. Unterm strich kosten diese auto auf den km gerechnet also gleich viel. Das wird ein Problem der Elektroautos sein das man in 5 Jahren am Gebrauchtwagenmark beobachten kann.
    Nur welches Auto kaufen dann einkommensschwache? Wenn die günstigen autos gebraucht quasi kaputt sind und die teuren immer noch teuer?
    Naja die kaufen Verbrenner oder fahren gar kein Auto mehr.
    Aus meiner Sicht ist es derzeit technisch schlichtweg nicht möglich, günstige Elektroautos zu bauen.

    1. Bei allem Respekt, man muss nicht „einkommensschwach“ sein, um sich kein Elektroauto für weit jenseits der 50.000 € leisten zu können.

      Abgesehen davon braucht es die Differenzierung wie auch bisher im Automarkt: es muss einen Klein- oder Kleinstwagen zwischen 10.000 und 20.000 € wie den Ford Ka, Opel Corsa oder einen Skoda Fabia Combi geben, aber auch Autos der Golf-Klasse, Mittelklasse, Oberklasse bis hin zur Luxusklasse und meinetwegen auch ein dekadentes SUV für jene die es brauchen.

      Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum ich mich für ein überteuertes E-Auto in unnütze Schulden stürzen soll.

      Wenn mit einem vernünftigen Normal-Auto wie Polo oder Golf mit E-Antrieb für 15-25.000 Ocken nix zu verdienen ist, dann ist es nicht mein Problem. Soll VW meinetwegen halt den Grünen auf den Schreibtisch k***en. Bis die ein brauchbares E-Auto hinkriegen fahre ich weiter meinen Verbrenner-Kleinwagen.

  5. Ein Grund mehr für mich auch in Zukunft keinen Volkswagen zu kaufen. VW kann es einfach nicht und wird einerseits von Tesla, aber vor allem auch von den chinesischen, japanischen und anderen asiatischen Herstellern abgelöst werden. Schon sehr bald.
    Die Geschichte von Nokia wiederholt sich.

  6. Das Management wird Volkswagen genauso gegen die Wand fahren wie vorher andere schon Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Opel usw. Wann wachen die Aufsichtsräte endlich auf und stoppen die geldgeilen Manager (Vorstände), die nur an ihren stets steigenden Boni Interesse haben. Früher konnte man argumentieren, wir müssen sie gut bezahlen, sonst wandern die ins Ausland ab. Die Gefahr besteht nicht mehr. Unsere Blindflansche will im Ausland keiner mehr haben.

    Ich habe im September 2023 bei VW einen Caddy bestellt. Bis heute nicht eingetroffen. Informationen über den Liefertermin Fehlanzeige.
    Müssen die Manager auch so lange auf ihre Bonuszahlungen warten ?
    Und dann stellt sich ein Vorstand hin und sagt, wir sind nicht mehr konkurrenzfähig. Wen wundert es, wenn keine Autos ausgeliefert werden. Nie wieder VW.

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