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Marktgeschehen

Wie die eSIM das Ende von Roaming bedeuten könnte

Jonathan Kemper

Veröffentlicht

am

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eSIMs werden bislang eigentlich nur benutzt, um Wearables und Co. mit dem mobilen Internet zu verbinden. Doch damit bei weitem noch nicht alle Möglichkeiten der virtuellen SIM-Karte ausgeschöpft. Eine Studie hat nun untersucht, wie die Mobilfunkbetreiber dazu stünden, wenn man damit das leidige Thema Roaming endlich begraben würde. Der erste große Schritt war sicherlich die grundsätzliche Abschaffung der Roaming-Gebühren nach dem Roam-Like-at-Home-Prinzip im Juni 2017, doch können ausländische Ortstarife oftmals die deutschen Preise unterbieten. Besonders bei längeren Aufenthalten kann sich der Kauf einer SIM eines ansässigen Carriers lohnen.

Die Studie eSIM for the Roaming Consumer wurde von dem Beratungsunternehmen Rocco im Auftrag des eSIM-Herstellers Uros durchgeführt und hat bei Mobilfunkanbietern nachgefragt, was die davon halten würden, wenn Kunden ganz einfach von Anbieter zu Anbieter wechseln können, wenn sie im Ausland sind. Im Oktober und November letztes Jahr wurden die Antworten von insgesamt 107 Netzbetreiber aus 92 Ländern ausgewertet.

Grundsätzlich seien 81 Prozent der befragten Firmen positiv gegenüber der eSIM eingestellt, vor allem in Asien ist man überzeugt, in Afrika hingegen weniger. In Europa stehen nur drei von 31 Anbietern der virtuellen SIM gegenüber. Die Carrier sehen dadurch die Chance, Tarife direkt an den Kunden vermarkten zu können, ohne dass der extra eine Filiale besuchen muss. Damit wächst natürlich auch die Gefahr, schneller Kunden zu verlieren.

Der Analyse nach wäre es mit der neuen, breiten eSIM-Lösung einfacher, Datenvolumen auf mehreren Geräten zu verteilen. Das lockere die Bindung an den Anbieter etwas auf, manche sehen darin sogar das Ende der klassischen 24-Monats-Verträge. Während 42 Prozent Touristen erlauben würden, auch nur kurzfristig in ihrem Netz zu surfen, fürchten 33 Prozent um den Wegfall ihrer Roamingeinnahmen. Ähnlich sehen die Zahlen andersrum aus: 53 Prozent würden ihren Kunden erlauben, zu einem Ortsanbieter zu wechseln, 27 Prozent hingegen nicht.

Es könnte doch alles so einfach sein, doch noch immer befinden wir uns besonders in Deutschland mobilfunktechnisch ganz weit unten. Zwar hat die EU-Regelung schon einige Probleme aus der Welt geschafft, aber das ist hoffentlich nicht das Höchste der Gefühle. Würdet ihr im Urlaub mit einer eSIM eher zu einem lokalen Carrier wechseln? [via Teltarif]

2 Kommentare
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2 Comments

  1. maeeh

    24. Januar 2018 at 12:55

    Hmm, gute Frage, kommt glaub ich drauf an. Auf was? Nun, wie aufwendig es ist den Vertrag im Ausland zu schliessen, Kosten, Laufzeiten usw. Und dann die Frage was bringts. Wenn am Ende nur ein paar cent oder Euro gespart werden könnten wohl kaum. Wenns aber wiederum erhebliche Vorteile wie Volumen bieten würde dann schon eher.
    Somit also eigentlich wie immer: Wenns schee macht ;)

    • Jonathan Kemper

      24. Januar 2018 at 17:27

      Ich denke, in Europa sind wir mit dem RLAH-Konzept endlich ganz gut aufgestellt. Die eSIM ändert ja immer noch nichts an unseren vergleichsweise schlechten Tarifen. Im internationalen Ausland sieht’s aber wieder anders aus. :)

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