Einige Veränderungen sorgen für die begründete Befürchtung: OnePlus verspielt seinen Ruf, seine Identität und Herkunft. Ein Kommentar.

In diesem Jahr überraschte OnePlus mit einigen Abweichungen zur bis dato bekannten Strategie. Einerseits kam mit dem OnePlus Nord erstmals wieder ein hervorragendes Mittelklasse-Smartphone für unter 400 Euro an den Markt, andererseits kam im Herbst nur noch ein einziges neues Flaggschiff in den Handel. Mit diesen Veränderungen konnten wir noch gut leben, doch dann folgte der Anfang vom Ende.

Oder jedenfalls sind zwei Geräte aus diesem Jahr ein klarer Hinweis darauf, dass OnePlus in Zukunft nicht mehr dem alten Motto folgt. Ganz im Gegenteil, die angeblich so eigenständige Smartphone-Marke könnte ein weiterer Ramschladen für günstige Chinaphones werden. Das ist einerseits überflüssig, für Kunden zudem auch nicht automatisch attraktiv. Ich kritisiere diesen Weg hart, auch wenn er bessere Verkaufszahlen verspricht.

LG Velvet und OnePlus Nord angetestet, ausprobiert und verglichen

Nord: Erst überzeugend, dann verramscht

In den letzten Jahren fiel OnePlus damit auf, neue Android-Versionen schnell an die eigenen Kunden zu bringen. Außerdem wollte man mit relativ langfristigen Garantien überzeugen. Bei den Geräten Nord N10 und N100 bricht der Hersteller mit diesem Vorhaben. Beide neuen Geräte kamen mit Android aus dem Vorjahr in den Handel und sollen auch nur ein einziges Major-Update erhalten.

Verwirrende Namen, tiefe Preise – OnePlus legt für die Nord-Serie nach

Die überraschende Präsentation der beiden Budget-Smartphones deutete einen großen Wandel an. OnePlus scheint bald ähnlich den anderen BBK-Marken zu sein und bringt neben wenigen Flaggschiff-Highlights eine ganze Batterie an belanglosen Mittelklasse-Smartphones. Eines gleicht dem anderen, zu bekommen bei Vivo, Realme, Oppo und Co. Da geht reichlich Identität verloren.

Ich hoffe das war ein Ausrutscher. Auch wenn mir OnePlus mit seinem lautstarken Auftreten schon länger auf die Nerven geht, würde ich mir gerne ein Verbleib bei den ursprünglichen Wurzeln wünschen. Bloß nicht ständig neue Günstig-Smartphones, das würde der Marke meine Erachtens nur enorm schaden und sie unabhängig der Verkaufszahlen bedeutungslos machen.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.