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Android

Xiaomi Mi 9T getestet: Es ist verdammt schnell

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Xiaomi Mi 9T Test Header Rückseite

Xiaomi hat mit dem Mi 9T ein neues Android-Smartphone nach Europa gebracht, wir haben uns das Gerät der Mittelklasse für einen Test etwas genauer angesehen. Grundsätzlich kann man das Mi 9T der oberen Android-Mittelklasse zuordnen, das jedenfalls lassen die interne Hardware und sonstige Ausstattung zu. Dennoch werden weniger als 400 Euro fällig, allein deshalb war unser Interesse schon vor der damaligen Präsentation groß.

Man muss aber schon sagen, dass das Portfolio der Chinesen undurchsichtig wird. Schon länger gab es das Mi 9 als aktuelles Flaggschiff-Smartphone in Europa, dazu das nur leicht abgespeckte Mi 9 SE. Im Grunde genommen ist da kein Platz für ein drittes Gerät, das irgendwie ein Mischmasch aus Mi 9 und Mi 9 SE bietet. Auffällig ist das neue T-Modell nur deshalb, weil es einen Snapdragon 730 hat und den gibt es sonst quasi gar nicht am Markt.

Power ohne Ende zum Preis der Mittelklasse

Genau an diesem Punkt können wir einsteigen, denn dieser Smartphone-Chip ist jeden Euro wert. Zwar liegt der 730 theoretisch eine Ecke hinter dem Snapdragon 855, der das aktuelle Qualcomm-Flaggschiff darstellt, doch in der Realität würde selbst erfahrenen Nutzern kaum ein Unterschied auffallen. Das Mi 9T ist vermutlich das schnellste Mittelklasse-Smartphone am Markt und kann gefühlt auch mit 800-Euro-Geräten mithalten – das OnePlus 7 Pro ausgenommen.

Xiaomi Mi 9T Display Test Header

Ein riesiges Display unterbindet die Einhandbedienung.

Wir lassen an dieser Stelle wieder mal sämtliche Benchmarks außen vor. Auf jeden Fall ist das Mi 9T so schnell wie – oder sogar flotter als – ein Google Pixel 3 (Snapdragon 845), denn im alltäglichen Gebrauch von Apps ist quasi kein Unterschied bemerkbar. Aufwendige Spiele sind einen Bruchteil langsamer geladen, die kaum sichtbaren Unterschiede sind nicht der Rede wert. Leistungstechnisch ist das Mi 9T auf jeden Fall in einer oberen Liga, die 6 GB RAM helfen zusätzlich.

Datenblatt des Mi 9T

  • 6,39″ FHD+ AMOLED-Display
  • Snapdragon 730, 6 GB RAM
  • 64/128 GB Datenspeicher
  • 48 MP Hauptkamera (F/1.75)
    zzgl. Ultra-Weitwinkel und Zoom
    20 MP Frontkamera (Popup)
  • 4000 mAh Akku, 18-Watt-Schnellladen
  • Android 9 Pie, Dual-GPS, BT 5, WiFi 5, USB-C
  • 156,7*74,3*8,8 mm, 191 g

Ein Gerät für die Massen

Xiaomi verbaut keine erwähnenswerten Besonderheiten, auch die Popup-Frontkamera ist heute keine herausragende Seltenheit mehr. Vielleicht kann man mehr über das vernünftige AMOLED-Display reden, das mir persönlich mit seinen 6,39″ etwas zu groß ist. Auch wegen der schlüpfrigen Rückseite liegt das Mi 9T nicht sonderlich gut in der Hand, dafür warm und ohne scharfe Kanten. Eine vernünftige Verarbeitung ist gegeben, aber mit eher durchschnittlichen Materialien (Kunststoff).

Xiaomi Mi 9T Display

Auffällige Displayränder, dafür keine Frontkamera.

Hinten gibt es Carbon als optisches Merkmal, nicht aber als verbautes Material. Eine für Kratzer anfällige Rückseite ist das, was wir bei den günstigen Preisen hinnehmen müssen.

Genauso durchschnittlich ist der Sound des einfachen Mono-Lautsprechers und die dreifache Kamera mit 48 MP Hauptsensor kann mir auch nicht die Wurst vom Brot ziehen. Sind wir mal ehrlich: Ultra-Weitwinkel ist cool, der zweifache Zoom praktisch, die Qualität der Kamera für den Preis des Mi T9 auf jeden Fall angemessen. Nicht mehr und nicht weniger. Ein paar Beispielfotos:

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Einen Moment später reicht eine unruhige Hand aus, damit das Foto verschwommen und unscharf wirkt.

Lowlight und Nachtmodus können bei ruhiger Hand funktionieren.

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Ultra-Weitwinkel: Das ist noch eine der besseren Aufnahmen.

Selfie-Kamera: Geht so, obwohl geiler Typ!

Xiaomi Mi 9T Kamera TEst

Meiner Meinung nach wäre der Fingerabdrucksensor auch besser an der Rückseite aufgehoben. Nicht der Position wegen, sondern weil das Modul im Display des Mi 9T ein bisschen langsam und nicht immer zuverlässig ist. Mich nervt einfach, wenn so simple Dinge heutzutage nicht stets perfekt funktionieren. Aber ja, der Preis spielt die Musik.

Xiaomi Mi 9T Fingerabdrucksensor

Fazit: Ein durchschnittlicher Langläufer mit Flaggschiff-Power

Xiaomi passt Android mit der eigenen MIUI stark an, davon bin ich kein großer Fan und dennoch kommt man im Alltag gut klar. Was euch stört, könnt ihr ignorieren, ansonsten ist Android hinlänglich bekannt. Nicht erwähnt hatten wir den Akku, der mit 4000 mAh großzügig ausfällt und dank der mit Akku-Optimierungs-Funktionen ausgestatteten Xiaomi-Software wirklich langatmig ist. Zwei Tage ohne Netzteil und über 6 Stunden Bildschirm-an-Zeit, das überzeugte gleich am ersten Wochenende.

Einleitend haben wir über die Flaggschiff-Power gesprochen, die ist definitiv das entscheidende Merkmal des Mi 9T und ein Vorteil gegenüber anderen Geräten. Ist euch das wichtig, dann greift zu diesem Android-Smartphone. Das restliche Paket passt gut dazu, geht aber in der Masse anderer Xiaomi-Smartphones und konkurrierender Produkte ohne herausstechende Besonderheiten schnell unter. Dieses Schicksal teilen aber viele Android-Smartphones in der Preisklasse 300 – 500 Euro.

Xiaomi Mi 9T Popup-Frontkamera Test Header

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