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Xiaomi Mi Band 3 Testbericht: „Reiskorn“ für Anfänger

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Xiaomi Mi Band 3 Testbericht

Xiaomi hat vor einer Weile das Mi Band 3 vorgestellt und wir hatten den Fitness-Tracker jetzt im Test. Inzwischen hat sich mein Horizont bzgl. dieser Geräte schon etwas erweitert, wir haben zeitgleich einen deutlich teureren Fitbit Charge 2 hier und konnten daher ganz gut vergleichen. Beim Mi Band 3 gibt es ein paar Veränderungen, in erster Linie hat sich das Gerät optisch weiterentwickelt. Aber auch technisch tut sich was, das Display ist feiner in der Darstellung und besser, mehr Funktionen sind nutzbar.

Aber am Ende muss ich sagen, dass das Mi Band 3 maximal für Anfänger okay ist und über den Status eines Einsteiger-Gerätes nicht hinauskommt. Da wäre das neue OLED-Display, das mehr Text darstellen kann und per Touch steuerbar ist. Dadurch werden neue Funktionen möglich, wie zum Beispiel eine Stoppuhr. Leider mangelt es dem Display noch immer an Helligkeit, im Sommer ist es draußen nur schwer ablesbar. Und ist es mal verschmiert, eure Finger nass oder schwitzig, ist die Touchsteuerung eine Katastrophe.

Xiaomi Mi Band 3 Testbericht

Auf diesem Bild ist das Display an, was aber kaum zu erkennen ist.

Ähnlich durchwachsen sind auch andere Bestandteile, wie zum Beispiel die Erkennung der Handbewegung. Eine Option ermöglicht das automatische Aktivieren des Displays immer dann, wenn ihr euren Arm zu eurem Gesicht dreht. Das funktioniert zwar meist gut, dafür oft mit Verzögerung. Habt ihr die Bewegung gemacht, springt das Display gern erst nach ein bis zwei Sekunden an. Im Alltag ist das nervig, auch nach Wochen konnte ich mich daran nicht gewöhnen. Praktisch ist hingegen die Anzeige des Wetters.

Sportarten werden nicht erkannt

Ein weiteres Problem ist die automatische Erkennung von Sportarten, denn das beherrscht auch dieses Mi Band nicht wirklich. Zwar kann ich mit dem Gerät baden gehen, dank IP68-Zertifizierung ist das Mi Band 3 wasserdicht. Aber eine Schwimmbewegung erkennt das Band nicht, stattdessen werden Schritte gezählt. Wenn ihr mit dem Mi Band 3 eine Stunde schwimmen geht, dann erwartet nicht eine passende Analyse in der Mi Fit-App. An diesem Punkt trennt sich teuer von billig.

Natürlich hat das Mi Band 3 auch die übliche Schwäche sämtliche Handbewegungen zu messen und als Schritte auszugeben. Dadurch kommt ein verfälschtes Ergebnis zustande. Ein exaktes Tracking ist nur bedingt möglich. Besser funktioniert das Messen eures Schlafs, in meinem Fall mit der automatischen Pulsmessung alle 30 Minuten. Schaltet ihr die beständige Pulsmessung ein und nutzt vielleicht gleichzeitig die Stoppuhr, zieht sich der Akku wirklich schnell leer. Die Pulsmessung im größeren Abstand schont den Akku besser, damit sind Laufzeiten von über einer Woche drin.

Xiaomi Mi Band 3 Testbericht

Alte Stärken nur bei abgespeckter Nutzung

Bedeutet im übrigen auch, dass ich für Benachrichtigungen das Mi Band 3 nicht nutze. Die permanente Bluetooth-Verbindung würde noch mehr am Akku zerren. Ohnehin klappte die Zustellung im Versuch nur bedingt gut, WhatsApp-Nachrichten wollte das Smartphone nicht „auf das Armband“ schicken. Übrigens ist dieses austauschbar, wie bei den Vorgängern nimmt man das „Reiskorn“ dafür aus dem Armband heraus. Geladen wird es mit einem proprietären Netzteil.

Früher wurde das Mi Band gern mit seiner extremen Akkulaufzeit beworben, doch dafür muss man bei den neuen Geräten auf Funktionen verzichten. Mehrere Wochen Akkulaufzeit gibt es eben nur ohne permanente Pulsmessung und Bluetooth-Verbindung. Update: Habe jetzt bei einer Fußball-Session nochmals den Akku getestet, indem ich die Stoppuhr nutzte. Bei der halbstündigen Pulsmessung und laufender Stoppuhr gehen in 30 Minuten gern 20 Prozent Akku verloren. /Update

Richtig gut ist die Android-App, Mi Fit ist in den letzten Jahren erwachsen geworden. Wir bekommen nicht nur alle gemessenen Daten attraktiv aufbereit, sondern sogar ganz nette Funfacts. Verglichen werden dabei einige Daten aller Nutzer (siehe Screenshots). Die Synchronisierung mit dem Mi Band 3 klappt hervorragend und stets schnell, Einstellungen werden ebenso schnell auf dem Gerät übernommen.

Ziemlich gut ist noch die Weckfunktion, denn der integrierte Vibrationsmotor schüttelt das Mi Band 3 schon ordentlich durch. Aufgrund des erweiterten Displays ist nun auch eine richtige Snooze-Funktion möglich, der wiederkehrende Wecker schaltet sich nur nach längerem Drücken auf die virtuelle Taste komplett aus. Tippt ihr das Display an, stellt sich der Wecker auf Snooze und vibriert später wieder. Ihr stellt ein, wie groß dieser Zeitraum sein soll.

Deutsche Sprache verfügbar
Wenige Tage nach meinem Testbericht ist ein Update verfügbar, welches die deutsche Sprache mitbringt und einen Nachtmodus. Letzteres sorgt auf Wunsch dafür, dass in einem bestimmten Zeitraum das Display abgedunkelt wird. Nachts zum Beispiel.

Fazit zum Xioami Mi Band 3

Für Einsteiger und Anfänger ist das Mi Band 3 definitiv eine gute Wahl, der Preis von maximal 30 Euro trotz Import ist überragend. Aber man bekommt eben auch nicht viel mehr geboten. Das Tracking unterschiedlicher Aktivitäten ist dem Mi Band 3 herzlich egal, es zählt maximal Schritte und Ruhephasen. Obwohl das Display verbessert wurde, lässt es weiterhin unter sommerlicher Sonneneinstrahlung stark zu wünschen übrig.

Anders als bei Smartphones ist hier eben doch noch der Preis sehr entscheidend. Wer nur 30 Euro zahlt, der kann auch einen fortgeschrittenen Fitness-Tracker erwarten. Wer nur Schritte zählen will, mal eine Stoppuhr benötigt, den eigenen Schlaf analysieren und inbesondere ein extrem leichtes Gerät will, liegt mit dem Mi Band 3 von Xiaomi noch immer richtig.

Ich selbst kaufte das Mi Band 3 bei GearBest, nach zwei Wochen war das Gerät da.

3 Kommentare
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3 Comments

  1. Maring

    30. Juli 2018 at 13:06

    Wer sich die App „Notify an Fitness App für Mi Band“ installiert, der hat genau all die Kritikpunkte des Autors im Griff und darüber hinaus Möglichkeiten, die selbst die teure Konkurrenz nicht anbieten kann oder will.
    Einzig die Helligkeit des Displays ist nun noch ein Knackpunkt. Der Rest kratzt bei dem Preis nahezu an der Perfektion.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      30. Juli 2018 at 16:51

      Probiere ich mal aus die App. Aber ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, dass es zusätzliche Apps benötigt.

  2. Alex

    30. Juli 2018 at 14:07

    Ich nutze es selbst auch mit der von Maring beschriebenen App. Ich bin nach zwei Wochen bei 57 Restakku unterwegs. Die permanente Pulsmessung habe ich ausgeschaltet, da mir diese Funktion herzlich egal ist. Bei der manuellen Messung ist mir aufgefallen, dass diese doch ein wenig verbessert wurde, im Vergleich zum Vorgänger. Mir werden alle Benachrichtigungen (inkl. Text) auf dem Band angezeigt. Whatsapp nutze ich nicht, aber mit Threema und Signal klappt es hervorragend.
    Einziger Wehrmutstropfen ist tatsächlich die Helligkeit. Im Wanderurlaub war das Band nahezu unbrauchbar. Allerdings konnte ich an der App alles einsehen und auswerten.
    Weiterer Vorteil der Notify und Fitness App: Die Daten bleiben auf dem Gerät und müssen nicht mit Xiaomi synchronisiert werden.

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