Xiaomi hat vor einer Weile das Mi Band 3 vorgestellt und wir hatten den Fitness-Tracker jetzt im Test. Inzwischen hat sich mein Horizont bzgl. dieser Geräte schon etwas erweitert, wir haben zeitgleich einen deutlich teureren Fitbit Charge 2 hier und konnten daher ganz gut vergleichen. Beim Mi Band 3 gibt es ein paar Veränderungen, in erster […]

Xiaomi hat vor einer Weile das Mi Band 3 vorgestellt und wir hatten den Fitness-Tracker jetzt im Test. Inzwischen hat sich mein Horizont bzgl. dieser Geräte schon etwas erweitert, wir haben zeitgleich einen deutlich teureren Fitbit Charge 2 hier und konnten daher ganz gut vergleichen. Beim Mi Band 3 gibt es ein paar Veränderungen, in erster Linie hat sich das Gerät optisch weiterentwickelt. Aber auch technisch tut sich was, das Display ist feiner in der Darstellung und besser, mehr Funktionen sind nutzbar.

Aber am Ende muss ich sagen, dass das Mi Band 3 maximal für Anfänger okay ist und über den Status eines Einsteiger-Gerätes nicht hinauskommt. Da wäre das neue OLED-Display, das mehr Text darstellen kann und per Touch steuerbar ist. Dadurch werden neue Funktionen möglich, wie zum Beispiel eine Stoppuhr. Leider mangelt es dem Display noch immer an Helligkeit, im Sommer ist es draußen nur schwer ablesbar. Und ist es mal verschmiert, eure Finger nass oder schwitzig, ist die Touchsteuerung eine Katastrophe.

Auf diesem Bild ist das Display an, was aber kaum zu erkennen ist.

Ähnlich durchwachsen sind auch andere Bestandteile, wie zum Beispiel die Erkennung der Handbewegung. Eine Option ermöglicht das automatische Aktivieren des Displays immer dann, wenn ihr euren Arm zu eurem Gesicht dreht. Das funktioniert zwar meist gut, dafür oft mit Verzögerung. Habt ihr die Bewegung gemacht, springt das Display gern erst nach ein bis zwei Sekunden an. Im Alltag ist das nervig, auch nach Wochen konnte ich mich daran nicht gewöhnen. Praktisch ist hingegen die Anzeige des Wetters.

Sportarten werden nicht erkannt

Ein weiteres Problem ist die automatische Erkennung von Sportarten, denn das beherrscht auch dieses Mi Band nicht wirklich. Zwar kann ich mit dem Gerät baden gehen, dank IP68-Zertifizierung ist das Mi Band 3 wasserdicht. Aber eine Schwimmbewegung erkennt das Band nicht, stattdessen werden Schritte gezählt. Wenn ihr mit dem Mi Band 3 eine Stunde schwimmen geht, dann erwartet nicht eine passende Analyse in der Mi Fit-App. An diesem Punkt trennt sich teuer von billig.

Natürlich hat das Mi Band 3 auch die übliche Schwäche sämtliche Handbewegungen zu messen und als Schritte auszugeben. Dadurch kommt ein verfälschtes Ergebnis zustande. Ein exaktes Tracking ist nur bedingt möglich. Besser funktioniert das Messen eures Schlafs, in meinem Fall mit der automatischen Pulsmessung alle 30 Minuten. Schaltet ihr die beständige Pulsmessung ein und nutzt vielleicht gleichzeitig die Stoppuhr, zieht sich der Akku wirklich schnell leer. Die Pulsmessung im größeren Abstand schont den Akku besser, damit sind Laufzeiten von über einer Woche drin.

Alte Stärken nur bei abgespeckter Nutzung

Bedeutet im übrigen auch, dass ich für Benachrichtigungen das Mi Band 3 nicht nutze. Die permanente Bluetooth-Verbindung würde noch mehr am Akku zerren. Ohnehin klappte die Zustellung im Versuch nur bedingt gut, WhatsApp-Nachrichten wollte das Smartphone nicht „auf das Armband“ schicken. Übrigens ist dieses austauschbar, wie bei den Vorgängern nimmt man das „Reiskorn“ dafür aus dem Armband heraus. Geladen wird es mit einem proprietären Netzteil.

Früher wurde das Mi Band gern mit seiner extremen Akkulaufzeit beworben, doch dafür muss man bei den neuen Geräten auf Funktionen verzichten. Mehrere Wochen Akkulaufzeit gibt es eben nur ohne permanente Pulsmessung und Bluetooth-Verbindung. Update: Habe jetzt bei einer Fußball-Session nochmals den Akku getestet, indem ich die Stoppuhr nutzte. Bei der halbstündigen Pulsmessung und laufender Stoppuhr gehen in 30 Minuten gern 20 Prozent Akku verloren. /Update

Richtig gut ist die Android-App, Mi Fit ist in den letzten Jahren erwachsen geworden. Wir bekommen nicht nur alle gemessenen Daten attraktiv aufbereit, sondern sogar ganz nette Funfacts. Verglichen werden dabei einige Daten aller Nutzer (siehe Screenshots). Die Synchronisierung mit dem Mi Band 3 klappt hervorragend und stets schnell, Einstellungen werden ebenso schnell auf dem Gerät übernommen.

Ziemlich gut ist noch die Weckfunktion, denn der integrierte Vibrationsmotor schüttelt das Mi Band 3 schon ordentlich durch. Aufgrund des erweiterten Displays ist nun auch eine richtige Snooze-Funktion möglich, der wiederkehrende Wecker schaltet sich nur nach längerem Drücken auf die virtuelle Taste komplett aus. Tippt ihr das Display an, stellt sich der Wecker auf Snooze und vibriert später wieder. Ihr stellt ein, wie groß dieser Zeitraum sein soll.

Deutsche Sprache verfügbar
Wenige Tage nach meinem Testbericht ist ein Update verfügbar, welches die deutsche Sprache mitbringt und einen Nachtmodus. Letzteres sorgt auf Wunsch dafür, dass in einem bestimmten Zeitraum das Display abgedunkelt wird. Nachts zum Beispiel.

Fazit zum Xioami Mi Band 3

Für Einsteiger und Anfänger ist das Mi Band 3 definitiv eine gute Wahl, der Preis von maximal 30 Euro trotz Import ist überragend. Aber man bekommt eben auch nicht viel mehr geboten. Das Tracking unterschiedlicher Aktivitäten ist dem Mi Band 3 herzlich egal, es zählt maximal Schritte und Ruhephasen. Obwohl das Display verbessert wurde, lässt es weiterhin unter sommerlicher Sonneneinstrahlung stark zu wünschen übrig.

Anders als bei Smartphones ist hier eben doch noch der Preis sehr entscheidend. Wer nur 30 Euro zahlt, der kann auch einen fortgeschrittenen Fitness-Tracker erwarten. Wer nur Schritte zählen will, mal eine Stoppuhr benötigt, den eigenen Schlaf analysieren und inbesondere ein extrem leichtes Gerät will, liegt mit dem Mi Band 3 von Xiaomi noch immer richtig.

Ich selbst kaufte das Mi Band 3 bei GearBest, nach zwei Wochen war das Gerät da.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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