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Xiaomi Redmi 5 Plus im Test: Das kann die billige China-Mittelklasse

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In den vergangenen Wochen war mal wieder ein Android-Smartphone aus China zu Gast, dank einer Zusammenarbeit mit GearBest konnte ich das Xiaomi Redmi 5 Plus testen. Angesiedelt ist das Smartphone ziemlich mittig in der Mittelklasse, kann dafür andere Preise als die typisch in Europa verkauften Android-Smartphones bieten. Schon vorweg lässt sich sagen, dass wir sehr viel Smartphone für sehr wenig Geld bekommen. Aber bekommen wir denn auch ein wirklich gutes Smartphone?

Mein zukünftiges Android-Smartphone wird ein Gerät der höheren Mittelklasse sein, das Nokia 7+. Darauf konnte ich mich nun mit dem Test des Redmi 5 Plus durchaus einstellen. GearBest hat uns das Gerät zugesendet, erhalten habe ich die Global Version mit vorinstallierten Google-Diensten – also perfekt für die Nutzung in Deutschland. Seither hat mich das Redmi 5 Plus durch jeden Tag begleitet, ich nutzte das Gerät als alleinigen Daily Driver.

Es ist durchaus ein Umstieg, wenn man von der Elite des vergangenen Jahres kommt. Eine langsamere Performance ist spürbar, dennoch können der Speed des Snapdragon 625 und 3 Gigabyte RAM im Alltag durchaus überzeugen. Im Grunde muss man sich nur daran gewöhnen. Für viele Leser, die vielleicht ältere oder schwächere Geräte nutzen, würde sich das Redmi 5 Plus von Beginn an schnell und gut anfühlen.

Datenblatt
  • 5,99 Zoll 18:9 Display
  • Snapdragon 625, 3 Gigabyte RAM
  • 32 Gigabyte Datenspeicher
  • 12 Megapixel Hauptkamera (f/2.2)
  • 8 Megapixel Frontkamera
  • 4000 mAh Akku
  • Bluetooth 4.2, WiFi 5 GHz
  • 158,5 x 75,45 x 8,05 Millimeter
  • 180 Gramm, Metallgehäuse

4000 mAh Akku: Ausdauer ist garantiert

Ich nutze mein Smartphone ca. 3 Stunden am Tag am aktiv, so viel Zeit ist das Display bei mir je Tag an. Bei einigen Geräten ist dann auch schon Schluss mit dem Akku, ich müsste an den Strom. Beim Redmi 5 Plus ist das anders, der Akku hält bei meiner Nutzung satte zwei Tage durch. VOLLE zwei Tage, also über 48 Stunden. Am Ende stehen nach über 48 Stunden eine Nutzungszeit mit aktivem Display von 6 bis 7 Stunden. Vermutlich wäre sogar noch mehr möglich, würde ich das Gerät an einem einzigen Tag ausführlicher nutzen.

Dabei sollte ich erwähnen, dass ich für diverse Apps die voreingestellten Akku-Schon-Einstellungen deaktiviert habe. Macht man das nicht, funktionieren Apps wie WhatsApp oder Inbox nur bedingt zuverlässig, wenn es um die Bereitstellung neuer Nachrichten geht. Überhaupt ist das noch immer ein Problem der restriktiven Xiaomi-Software. Während WhatsApp beständig über neue Nachrichten informiert, bleibt Inbox oft stumm. Die Überraschung über zig neue Mails kommt dann, wenn ihr Inbox manuell öffnet.

Überhaupt will ich über die Xiaomi-Software nur wenige Worte verlieren, sie wirkt heute noch immer leicht überladen und mit Funktionen überschüttet. Aber nicht mehr so schlimm, wie das bei Huawei der Fall ist. Nervig sind trotzdem diverse Anpassungen, wie bei den Benachrichtigungen. Mehrere Benachrichtigungen einer App werden beispielsweise alle einzeln gelistet, statt gesammelt in einer Benachrichtigung. Auch kann man eine Benachrichtigung noch immer nur mit zwei Fingern aufklappen, das ist umständlich.

Update: Einen Punkt hatte ich bei der Software noch vergessen. Eigentlich installieren diverse Shops und Händler eine andere Firmware, oft mit Werbung anderen Kram, das war bei meinem Gerät aber nicht der Fall. Es kam bei mir in originaler Folie verpackt an.

Der süße Einheitsbrei

Es ist wie ein nicht abreißender Fluss an neuen Smartphones, sie kommen von Huawei, Honor, Xiaomi, Vivo und anderen Herstellern. Ohne abgedrucktes Label wäre auch beim Redmi 5 Plus schwer, das Smartphone von Geräten der extrem ähnlichen Konkurrenz zu unterscheiden. Heutiger Standard: Metall-Unibody, Fingerabdrucksensor hinten, 18:9 Display ohne tatsächlich schlanke Displayränder, 5,5 – 6 Zoll Display, Mono-Speaker an der Unterseite, keine Alleinstellungsmerkmale.

Meist definieren sich die Hersteller durch Buzzwords, wie etwa ihre Dualkameras und anderen Kram. Aber spürbar kann sich keiner abheben, Xiaomi schafft das eigentlich auch nur durch den Preis. Natürlich steckt hier ein echt gutes Mittelklasse-Display im Gerät und auch die restliche Hardware ist durchaus gut, doch ein richtiger Wow-Faktor ist nicht vorhanden. Muss aber auch nicht, bei deutlich unter 200 Euro.

Pro/Contra, Fazit

Pro

  • Gutes, großzügiges Display
  • Langlebiger Akku
  • Gute Software-Pflege
  • Gute Verarbeitung und Haptik
  • Klassischer Lautlos-Modus mit Vibration
  • 5 GHz WiFi
  • Vernünftige Performance
  • Speicher ist erweiterbar
  • Dual-SIM
  • Gaming ist gut möglich

Contra

  • Sieht aus wie jedes andere
  • Software weicht stark von Stock-Android ab
  • Android-Version nicht aktuell
  • Veralteter microUSB-Anschluss
  • Mono-Speaker an der Unterseite
  • Kamera ist nicht gut (siehe Album)

Xiaomi bietet ein augenscheinlich gutes Android-Smartphone für einen enorm niedrigen Preis, was sich leider auch in der Kamera widerspiegelt- die einzige echte Schwäche des Billigheimers. Ansonsten kann das 150-Euro-Smartphone der Chinesen überzeugen, auch wenn es von anderen nur schwer zu unterscheiden ist.

8 Kommentare
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8 Comments

  1. Rex

    23. März 2018 at 14:44

    Hallo,

    welche Androidversion ist den aktuell auf dem Redmi 5 Plus?

    Grüße

  2. Justus Hessler

    3. April 2018 at 17:18

    Warum ist denn die Kamera nicht gut? Die Bilder im Album sehen doch echt spitze aus.

    • Denny Fischer

      3. April 2018 at 19:15

      fehlt an Details, Schatten/Licht werden schlecht übertragen, Farben und wirken teilweise ausgewaschen selbst bei gutem Licht. Aber ja, für Schnappschüsse trotzdem okay.

  3. ruegnueg

    9. Juli 2018 at 01:01

    ey ey. Ich stimme dem negativen Ton so gar nicht zu. Aber was will man erwarten von Leuten die generell übertrieben teure flagships nutzen, auf (völlig unpraktisches) randlos stehen und womöglich notch auch noch toll finden 😜 Fakt ist, von den billigheimern ist xiaomi noch am besten. Wenn ich da nur an hornor oder vernee denke….. ich war wunschlos glücklich mit dem redmi 4x und bin es jetzt auch mit dem 5 plus. hält wieder 2 bis 3 jahre.

    • Denny Fischer

      9. Juli 2018 at 07:00

      Mein übertrieben teures Flaggschiff ist das Nokia 7 Plus. So viel dazu ;)

      „Ansonsten kann das 150-Euro-Smartphone der Chinesen überzeugen“ – was ist daran negativ?

  4. ruegnueg

    13. August 2018 at 23:58

    Mein redmi 5 plus hat 4gb RAM? Und was haben eigentlich mittlerweile alle gegen Micro USB?den hat man eh tausendfach zuhause 😉 empfinde ich eher als Vorteil. Und ne ich hab den noch nie und nirgendwo falsch herum eingesteckt 😉 Sicher das es unten 1 mono ist? Ich sehe da zwei bei mir, ob die nun stereo sind hab ich nicht überprüft. Ich benutze generell so gut wie nie die internen Lautsprecher. Außer für Benachrichtigungen, aber zu 90 Prozent auf lautlos. wozu hat man schließlich die LED.

    • Denny Fischer

      14. August 2018 at 07:22

      veraltete Technik ist von Vorteil? Finde ich nicht. Aber gut, dein Argument was die Kabel angeht ist dahingegend durchaus schlüssig.

      Ja, es ist ein Lautsprecher, wie bei zig anderen Geräten auch. Nur weil da zwei sichtbare Gitter sind, bedeutet das nichts. Zumal ich den Lautsprecher ebenfalls nicht für Klingeltöne nutze, da wäre mir auch die Anzahl der Lautsprecher wumpe, sondern für Videos und andere Medien.

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