Schon seit einigen Monaten liegt das Redmi Note 10S von Xiaomi für einen Testbericht auf meinem Schreibtisch. Diesmal habe ich das Telefon wie den Vorgänger gekauft, weil ich ein günstiges Backup möchte, außerdem benötige ich mehrere Smartphones auf Arbeit für App-Vergleiche und andere Dinge. Aber warum schon wieder Xiaomi, warum entscheide ich mich wiederholt für dieses Gerät?

Schon der Vorgänger war richtig gut. Doch dieses Jahr hat Xiaomi sogar noch mal einen draufgelegt. Das größte Highlight ist in meinen Augen das wirklich gute OLED-Display. In dieser Preisklasse hätte ich ein so gutes Display nicht erwartet. Klar, es könnte im Hochsommer bei voller Sonne etwas heller sein, aber das ist auch schon das einzige kleine Manko. Wer sich umschaut, wird schnell feststellen, dass OLED-Displays in dieser Preisklasse noch sehr selten sind. Außerdem ist es nur 6,4″ groß, eine Seltenheit.

Das Datenblatt des Redmi Note 10S:

  • 6,43″ AMOLED Display
  • 64 MP Kamera (1/1,97″, F1.79) + Ultraweitwinkel, Macro und Tiefe
  • Mediatek Helio G95-Prozessor, 6 GB RAM
  • 64/128 GB Datenspeicher
  • NFC (Google Pay), IR-Sender, Dual-Lautsprecher, Fingerprint, Klinke
  • Dual-SIM, Wi-Fi 2,4/5 GHz, Bluetooth 5
  • 5.000 mAh Akku, 33 Watt Schnellladen
  • 160,46 x 74,5 x 8,29 mm, 178,8 g
  • Google-Apps und aktuelles Android vorinstalliert

Nichts jedes Versprechen wird eingehalten

Da überzeugen die Dual-Lautsprecher weniger, weil einer der beiden Lautsprecher so schwachbrüstig ist, dass auch ein klassischer Mono-Lautsprecher gereicht hätte. Deutlich besser schneidet dafür der Mediatek-Prozessor ab, von dem ich im Vorfeld eigentlich enttäuscht war. Logisch, wenn das Display teurer wird, muss irgendwo anders eingespart werden. Kurioserweise ist der verbaute Chip dennoch schnell genug und im Alltag alles andere als enttäuschend.

Gepaart mit wenigstens 6 GB RAM und einer offensichtlich flotten Grafikeinheit kann der eigentlich veraltete Helio G95-Prozessor ordentliche Leistungen erzielen. Es reicht sogar für anspruchsvolle Spiele. In meinem Versuch konnte ich das hübsch aussehende Asphalt 9 flüssig spielen. Pokemon Go ebenfalls. Auch sonst wirkte der Chip nie zu langsam. Da fühlte sich das wesentlich teurere Xperia 10 III sogar schlechter an.

Akku rettet den veralteten Prozessor

Die wenig effiziente Strukturbreite des Prozessors von 12 Nanometer ist selbst in dieser Preisklasse veraltet, aber der 5.000 mAh große Akku zeigt sich dennoch ausdauernd. Die Nutzungszeit ist natürlich sehr individuell, aber bei mir hält auch dieses Xiaomi-Smartphone gut zwei Tage ohne Steckdose durch. Dabei verwende ich vorrangig Apps wie den Browser, Kamera, Twitter, etc. und ich spiele so gut wie nie. Geht der Strom doch mal aus, lädt man diesen Akku sogar mit bis zu 33 Watt.

Genauso überzeugend wie die Akkulaufzeit ist für mich diesmal die Verarbeitung. Xiaomi setzt zwar wieder viel Plastik an der Rückseite ein, aber das Gerät wirkt hochwertiger als das Redmi Note 9S und liegt toll in der Hand. Dazu gesellt sich ein besseres Design, die rückseitige Kamera sieht viel schicker aus. Der am Seitenrand integrierte Fingerabdrucksensor ist ein weiterer – rasend schneller – Pluspunkt.

Aber sehen auch die Fotos so gut aus, wie die Kamera selbst? Nun ja, ich muss schon sagen, die Hauptkamera und der Ultraweitwinkel machen in der Regel einen ordentlichen Job. Jedenfalls dann, wenn das Umgebungslicht möglichst natürlich und ausreichend vorhanden ist. Ich finde, mit dem Redmi Note 10S gelingen ganz ordentliche Schnappschüsse. Die üblichen Schwächen zeigen sich im Lowlight oder grundsätzlich bei Fotos mit vielen dunklen und hellen Bereiche im Mix.

Der zweifache Zoom haut uns nicht vom Hocker, aber reicht in vielen Situationen gerade noch aus:

In guten Bedingungen ist die Kantenerkennung der Porträts mit der Frontkamera ganz gut, dafür muss man Unschärfe, blasse Farben und das starke Rauschen ignorieren:

Ein gutes Paket, das sich der 200-Euro-Grenze nähert

Im Vorfeld enttäuschte mich die Prozessorwahl, doch im Alltag hatte das Redmi Note 10S keine größeren Schwächen offenbart. Es ist für einen Preis von deutlich unter 300 Euro nicht nur schnell genug, sondern auch ausdauernd, hat ein tolles Display und wirkt hochwertiger als seine Vorgänger. „Ultra Premium“ ist die verbaute Kamera zwar nicht, aber auch keine Enttäuschung. Zusätze wie Klinke und IR-Sender machen das Paket besonders attraktiv, weil man im Alltag nichts vermisst.

Wer in der Preisklasse von unter 250 Euro unterwegs ist, kommt auch diesmal am S-Modell der Note-Reihe nicht vorbei.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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2 Kommentare

  1. Das sieht verlockend aus. Schade, habe 1IPhon SE-2020- was da natürlich mit dem Speicherplatz von nur 64GB ohne Speichererweiterung mit SD Card nicht mithalten kann. Wenn ich das verkaufen könnte, dann wurde ich sofort zuschlagen. Hatte sowieso schon 1000mal bereut, dass ich mir vor 1Jahr das IOS Apple iPhone gekauft hatte. Möchte wieder zurück auf Android.

  2. Das Handy ist recht durchschnittlich .
    Der Tarif bzw das Gesamtpaket sollte sicher für gerade jüngere aber top sein. Für 13 Euro das Handy , Allnet und 8gb sind schon ne Nummer .
    Ich habe selber ein Xiaomi, unglaublich wie schnell die sich entwickelt haben. 👍. Sicher durch eine enge Kooperation und Partnerschaft mit Huawei , die technisch evtl geholfen haben, um das unsägliche Google Verbot so zu umgehen.

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