Cupra gehört gerade zu den Wachstumsmarken schlechthin im VW-Konzern, die aus Seat heraus entstandene sportliche Premium-Marke hat sich gemacht. Aber derzeit sorgt man für schlechte Laune bei Kunden und für schlechte Presse, denn Cupra liefert sein Elektroauto-Flaggschiff nicht an seine Kunden aus.
Nicht, weil man das Fahrzeug nicht ausliefern kann, sondern weil man es nach Handelsblatt-Informationen vermutlich nicht ausliefern möchte. Hintergrund: Derzeit muss man für den Tavascan ordentlich Zusatzzoll bezahlen, denn das in Europa entwickelte Elektroauto wird vollständig in China gefertigt und dann in die EU eingeführt.
Cupra wartet angeblich auf neue Zoll-Regelungen, um Geld zu sparen
Neue Regelungen sind geplant, auf die Cupra jetzt wohl wartet. Die Fahrzeuge sind zwar schon nach Europa verschifft, werden aber nicht ausgeliefert. Derweil klagen bestellende Kunden über eine mangelnde Informationspolitik seitens der Händler und fehlerhafte Statusabfragen im offiziellen Tracking-System.
Neben logistischen Faktoren werden Personalmangel und temporäre Kapazitätsengpässe in den deutschen Abwicklungshäfen als Gründe für die Verzögerungen angeführt. Der wesentliche Faktor sei jedoch im anhaltenden Zollstreit zu finden. Experten vermuten, dass Cupra die Auslieferung bestimmter Chargen bewusst verzögert, bis eine endgültige Einigung über die neue Zoll- bzw. Mindestpreis-Regelung erzielt wurde, um Kosten zu sparen.
Wie ich das verstehe: Cupra führt die neuen Fahrzeuge erst endgültig ein, wenn die günstigeren Regelungen gelten. Dadurch werden die Zollkosten niedriger ausfallen, das wiederum erhöht die Gewinnmarge je Fahrzeug. Der Kunde muss vielleicht einen Monat länger warten, der Konzern kann je Fahrzeug aber Tausende Euro sparen.
Generell scheint es so, dass Cupra manchmal echt lange braucht, um das Fahrzeug nach der Bestellung ausliefern zu können. Einige berichten von neun Monaten oder ähnlichen Wartezeiten.
Tavascan kommt in neuer Version 2026
Das ist echt bitter, denn Kunden warten auf ihr Fahrzeug und zugleich wurde bekannt, dass schon in den nächsten Monaten ein technisches Facelift für den Tavascan folgen wird. Je kürzer das Zeitfenster zwischen Auslieferung und neuer Generation wird, desto schlechter fühlt es sich für den Kunden an. Auch wenn das eigene Auto nicht schlechter ist, nur weil man es drei Monate später bekommen hat. Einen guten Eindruck hat der Kunde jedenfalls nicht.
