Eiszeit zwischen Amazon und den Marketplace-Händlern. Knallende Sektkorken aufseiten der Kunden. Amazon hat im hauseigenen Seller-Forum einige tatsächlich radikale Schritte angekündigt, Retouren für Kunden so freundlich und einfach wie möglich zu gestalten.

Bereits zum 31. Oktober werden bei Amazon einige Anpassungen im Bereich der Rückgabebedingungen vorgenommen. Sie werden für alle Verkaufspartner umgesetzt, die eine Standard-Rücksendeadresse in Deutschland hinterlegt haben.

Amazon zieht Freude und Hass gleichermaßen auf sich

Im Grunde genommen ist es so: Amazon erstellt zukünftig automatisch für nahezu alle Rücksendeanfragen die entsprechenden Retourenlabels. Die Marketplace-Händler und Verkäufer haben hier deutlich weniger Handhabe als bislang. Für sie könnte es viel teurer werden, befürchten einige.

Ein starkes Stück für die Kunden, was den Komfort für Rücksendungen angeht. Es sei weniger manueller Aufwand, jedes Paket hat eine Sendungsverfolgung etc. Amazon sieht nur Vorteile.

Bei den Händlern macht sich Unmut breit. Sie wittern sogar Beihilfe zum Betrug, man fühlt sich ausgenommen.

„Ich bin gerade ebenfalls ziemlich sprachlos wie hier Amazon innerhalb 14 Tage eine so wesentliche Änderung den Verkäufern aufzwingt. Hier sieht man mal wie wertvoll man für Amazon ist und als längjähriger Partner 0 geschätzt wird. Die Retouren werden in die Höhe schnellen, die Kunden werden lernen wie man ans kostenlose Rücksendeetikett kommt.“

Neues Retourensystem kann Händlern teuer zu stehen kommen

Händler sehen im neuen System das Problem, dass es für Kunden einfacher wird, sich betrügerisch an den Händlern zu bereichern. „Schlaue Kunden“ könnten die richtigen Gründe auswählen, um Erstattungen für günstige Produkte zu erhalten. Oder zumindest nichts für die Retoure zu bezahlen, deren Kosten dann die Händler tragen.

Manch einer reagiert auf die Neuerungen sarkastisch und zynisch zugleich.

„Man kann doch seitens Amazon direkt eine neue Funktion einbauen, dass alle Bestellungen nach Zustellung beim Kunden automatisch erstattet werden. Das wäre mal eine produktive Neuerung! Der Händler liefert, Kunde bekommt den Artikel automatisch gratis.“

Preise bei Amazon werden womöglich steigen

Einige Händler sehen es nicht so kritisch. Was durch das neue System bei den Retouren an Mehrkosten entsteht, wollen sie einfach bei einigen ihrer Produkte einpreisen. Wobei hier wiederum das Argument kommt, dass die Artikel auf Amazon nun noch teurer werden und damit kaum mehr konkurrenzfähig zu anderen Plattformen sind.

Es bleibt wohl abzuwarten, wie sich in den kommenden Monaten Amazon für die Händler bezüglich der Retouren tatsächlich verändert. Wirklich beachtlich finde ich eher den Zeitpunkt für diese Veränderungen, pünktlich für Black Friday und Weihnachten.

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1 Kommentar

  1. Kein Wunder dass viele Händler wütend sind, erst müssen sie an Amazon Verkaufsgebühren, Verkaufstarif, Lagergebühr, Transportkosten und Werbung abdrücken und noch das. Verkauft sich ein Artikel zu gut steigt, wenn blöd hergeht, Amazon ein und unterbietet seine Händler.

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