Google hat sich vor einiger Zeit fest dazu entschlossen, aus dem Smartphone-Betriebssystem Android eine vollständig mit KI ausgestattete Plattform für unterschiedlichste Geräte zu machen. Am Horizont sind nun Notebooks bzw. Chromebooks mit Android-Software-Stack und KI-Brillen sowie XR-Headsets. Nun funkt die EU dazwischen.
Denn bei uns gibt es bekanntermaßen diverse Gesetze, darunter der Digital Markets Act. Darüber sind Gatekeeper-Plattformen gezwungen, sind nach außen zu öffnen. Exklusivität ist damit gewissermaßen hinfällig. WhatsApp musste sich zum Beispiel zu anderen Chat-Apps öffnen, auch iMessage von Apple wurde wohl unter anderem durch den DMA zur RCS-Integration gezwungen.
EU stellt Android-Betriebssystem auf die Prüfung
Nun droht auch Google neuer Ärger, denn die exklusive und tiefe Verbindung zwischen Google Gemini und dem Android-Betriebssystem kommt in der EU nicht gut an. Fremde KI-Dienste dürfen nicht benachteiligt sein, dazu hat die Europäische Kommission nun entsprechende Verfahren eingeleitet, um das auf den Prüfstand zu stellen.
Das erste von zwei Verfahren betrifft die Interoperabilität von Android: Google muss sicherstellen, dass Drittanbieter von KI-Diensten den gleichen effektiven Zugriff auf Hardware- und Softwarefunktionen erhalten wie die hauseigene KI Gemini.
Das zweite Verfahren befasst sich mit dem Zugang zu Suchdaten: Google ist verpflichtet, konkurrierenden Suchmaschinen und KI-Chatbot-Anbietern anonymisierte Ranking-, Abfrage-, Klick- und Ansichtsdaten zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen (FRAND) bereitzustellen.
Google sieht Android-Ökosystem gefährdet
Google zeigt sich natürlich wenig begeistert. Man sei besorgt darüber, dass zusätzliche Regeln, die primär von Beschwerden der Konkurrenz getrieben seien, die Privatsphäre der Nutzer, die Sicherheit und die allgemeine Innovation gefährden könnten. Google warnt außerdem zudem davor, dass eine zu weitgehende Öffnung von Systemfunktionen die Integrität des Android-Ökosystems untergraben könnte.
Fakt ist jedenfalls, dass Google mit der Macht über Android auch derzeit die Macht ausübt, die eigene Gemini-KI möglichst effizient allen Nutzern „aufzuzwingen“. Gemini ist bei nahezu allen Android-Geräten standardmäßig vorinstalliert, das ist ein großer Vorteil gegenüber ChatGPT und Co. Gemini wird außerdem eng verzahnt mit dem Betriebssystem und dadurch unverzichtbar.
Auch wenn die Verfahren gerade erst gestartet sind, da wird sich Google sicherlich für Android ein paar Veränderungen einfallen lassen müssen, damit Gemini nicht mehr so stark im Fokus steht. Wir haben eine ähnliche Entwicklung schon beim Google Play Store gesehen, damit andere App-Stores nicht mehr so stark benachteiligt sind.

DDR – Sozialismus in der EU?
Google hat auch viel Geld investiert. Warum sollten die jetzt andere gratis das System nutzen lassen?