Der Automarkt ist durch die Transformation zu elektrischen Antrieben massiv in Bewegung, zu den Herstellern mit dem größten Potenzial gehört BYD. VW dürfte als „Gegner“ ganz oben auf der Liste stehen, auch wenn es BYD noch nicht so deutlich formuliert.
Wenn die beliebtesten Elektroautos von VW stammen und Toyota der Hybrid-Marktführer ist, sind es jedoch genau diese Marken im Visier von BYD. Der aufstrebende Autohersteller aus China hat für 2026 eine besondere Strategie für Europa parat, sie ist an mehrere beeindruckende Faktoren geknüpft und nimmt jetzt Fahrt auf.
Mal abgesehen Megawatt-Schnellladen und dem Start neuer Premium-Marken, wird BYD insbesondere den europäischen Volumenmarkt erobern wollen. Hierfür gibt es ein stark wachsendes Vertriebsnetz und in den kommenden Monaten startet die erste eigene europäische Fahrzeugproduktion mit dem brandneuen Werk in Ungarn.
Volumenmarkt wird jetzt erobert
BYD will mit diesen Maßnahme nicht nur Strafzölle hinter sich lassen, sondern näher am europäischen Kunden sein. Das wird eine funktionierende Strategie, glaube ich. Service und Händler gehören einfach dazu, mit dem Werk in Ungarn wird man kürzere Lieferzeiten realisieren und sehr genau auf den Markt reagieren können.
Bei den Autos bläst BYD aber ebenso zum Angriff. Vor wenigen Wochen wurde erstmals angekündigt, dass es ein Sportmodell für Europa gibt und man damit wohl Sportmarken wie GTI angreift. Passend dazu wird VW den Polo GTI erstmals als elektrischen ID anbieten. Ich fürchte nur, dass BYD hier mit wesentlich mehr Power auftrumpfen kann, VW eher mit gewohnter Fahrdynamik glänzen muss.
SUV-Duell: BYD mit einem großen Sprung dank Technik-Update
Dass BYD jetzt andere Seiten in der Mittelklasse aufzieht, schickt der brandneue Atto 3 Evo voraus. Optisch bleibt das kompakte SUV so bieder wie eh und je, aber unter dem Blechkleid gibt es ein massives technisches Upgrade. Neu ist die 800-Volt-Technik, dadurch lädt der neue Atto 3 Evo am Schnelllader mal eben 132 kW schneller als das bisherige Modell.

Der auf rund 75 kWh gewachsene Akku ist somit in unter 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen. Damit wäre der VW ID.4 geschlagen, wenn VW beim eigenen Facelift nicht nachbessert. Im Peak stehen da 220 kW gegen 185 kW. Wobei noch nicht klar ist, wie gut die Ladekurve des Atto 3 Evo unter Realbedingungen ist.
Einen sehr klaren Sieger gibt es jedoch bei Leistung und Antrieb. BYD bietet im Topmodell „Excellence“ einen elektrischen Allrad an, der satte 560 Nm und 449 PS erhält. In knapp unter 4 Sekunden ist auf 100 km/h beschleunigt, da guckt ein ID.4 GTX mit über 5,4 Sekunden nur traurig hinterher und selbst ein Porsche Macan muss sich strecken.
VW hat bei der Reichweite mit dem ID.4 Pro noch ein wenig die Nase vorn, zumindest laut WLTP-Werten (564 vs 510 km). Außerdem hat der ID.4 mehr Kofferraumvolumen, obwohl BYD mit neueren Atto 3 Evo nun schon auf 490 Liter kommt.
Endlich wieder ebenbürtig
BYD fand ich gerade bei Akku, Reichweite und Ladeleistung bislang nicht so spannend, die Mittelklasse-Modelle hatten teilweise sehr viel Luft nach oben. Auch ein Seal lädt nur 150 kW schnell. Nun ist man mit den Facelift-Generationen ebenbürtig oder sogar besser aufgestellt, lediglich an meinem Ioniq 5 würden sich beide noch die Zähne ausbeißen, wenn ich schon nach 18 Minuten das Kabel ziehe.
