Wärmebildkameras sind schon ohne Smartphone meist teuer genug – doch die Kombi oft unbezahlbar. Unter dem Aspekt wirkt das Cat S62 Pro wie ein Schnäppchen.

Die Bullitt Group hat ein neues Smartphone unter der Marke Cat veröffentlicht. Das Cat S62 Pro wird als Flaggschiff-Smartphone vermarktet und hat deshalb auch seinen Preis: 649 Euro werden für das Rugged-Phone veranschlagt. Dieser Preis rechtfertigt sich aber nicht unbedingt, wenn man klassische Hardware-Standards anlegt.

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Rugged-Smartphone mit Mittelklasse-Chip

Das 5,7-Zoll-LCD hat ein 18:9-Format und löst mit 2.160 x 1.080 Pixeln auf. Cat hat entschieden, dass OLED in diesem Anwendungsfall den Preis nur unnötig weiter in die Höhe treiben würde und setzt stattdessen auf diese altbewährte Displaytechnik. Für Schutz sorgt der noch aktuelle Standard Gorilla Corning Glass 6. Der Bildschirm lässt sich außerdem mit nassen Fingern oder Handschuhen bedienen, was dem realen Nutzungsszenario eines Rugged-Smartphones entsprechen sollte.

Und auch unter der Haube ist die Hardware nicht unbedingt mit dem vergleichbar, was man bei Nicht-Rugged-Phones bekommen würde. Als Quelle der Power dient ein Qualcomm Snapdragon 660, der von 6 GB RAM und 128 GB per microSD erweiterbarem Speicher begleitet wird. Vorinstalliert ist noch Android 10, ein Update auf Android 11 jedoch versprochen. NFC, Bluetooth 5 und ein ordentlicher Akku mit 4.000 mAh runden das Paket ab.

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Cat S62 Pro nach IP68 und MIL-810H getestet

Doch bei all den negativen Zwischentönen kommen jetzt die Gründe, warum das Cat S62 Pro sein Geld vielleicht doch wert sein könnte. Wie bei Smartphones dieser Art üblich übersteht es natürlich äußere Einflüsse aller Art. Es ist nach IP68-Standard zertifiziert und somit wasser- wie staubdicht. Auch nach der Norm MIL-SPEC-810H wurde es umfangreich getestet und überlebt damit nachweislich Stürze aus 1,8 Metern auf Stahl. Aus Stahl gefertigt ist auch der Rahmen, die rutschfeste Rückseite aus thermoplastischem Polyurethan (aka TPU).

Robust ist das Cat S62 Pro also zum einen, nicht zu verachten ist allerdings schließlich die Kamera. Die Wärmebildkamera baut auf einen „FLIR Lepton 3.5“-Sensor, womit sich die Anzahl der sogenannten Thermalpunkte im Vergleich zum Vorgänger auf 20.000 vervierfacht hat. Temperaturen zwischen -20 Grad Celsius und +400 Grad Celsius sind damit abbildbar. Cat sagt selbst, dass die Fotos 30 Prozent schärfer sein sollen und ein 10 Prozent größeres Sichtfeld haben. Die Auflösung der Thermal-Fotos liegt bei 1.440 x 1.080 Pixeln und können über die MyFLIR-Pro-App durch „Multi-Spectral Dynamic Imaging“ (MSX) mit normalen Fotos kombiniert werden. Das Cat S62 Pro soll Oberflächentemperaturen noch auf einer Entfernung von bis zu 30 Metern erkennen können.

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Cat S62 Pro: Für wen lohnt es sich?

649 Euro – das ist immer ein stolzer Preis für ein Smartphone, doch gerade dann, wenn das Smartphone nur mit einem Mittelklasse-Prozessor ausgestattet ist. Doch der ist an dieser Stelle bewusst gewählt, ist das Cat S62 Pro schließlich nicht auf Power, sondern auf Durchhaltevermögen getrimmt. Der Preis resultiert aus der Robustheit und nicht zuletzt der besonders starken Wärmebildkamera, die vermutlich die teuerste Komponente ist.

(via)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. Hhmmm….
    Wie kommen Sie auf eine Vervierfachung der IR-Auflösung zum Vormodell (S61)?
    Das erste CAT mit integrierter IR-Kamera, das CAT S60, hatte den FLIR Lepton 2.5 Sensor mit 80×60 Pixel.
    Die 2-te Generation, das CAT S61 hatte den FLIR Lepton 3 Sensor mit 160×120 Pixel (eine Vervierfachung).
    Das neue CAT S62 Pro hat nun den FLIR Lepton 3.5 Sensor. Dieser hat zwar andere Verbesserungen, vor Allem eine höhere Empfindlichkeit, löst aber ebenfalls mit 160×120 Pixel auf wie der Vorgänger im CAT S61.
    (siehe auch: https://www.flir.de/products/lepton/)

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