Das ganze Internet empört sich eher künstlich über aktuelle Veränderungen bei WhatsApp, dennoch hat das Konsequenzen.

WhatsApp hatte in den vergangenen Tagen für Nutzer außerhalb der EU endgültig ausgeschlossen, dass Nutzer der Chat-App den Datenaustausch mit Facebook unterbinden können. Das hat Konsequenzen, die wohl nicht jeder bisherige WhatsApp-Nutzer tragen möchte. Dabei hat WhatsApp schon immer Kritik für den Verkauf an Facebook (2014!) einstecken müssen, doch erst eine weitere Aktualisierung der Datenschutzrichtlinie sorgt für einen echten Ruck.

In diesen Tagen geht nämlich ein spürbarer Ruck durch die Welt der Messenger, wovon WhatsApp diesmal allerdings nicht selbst profitieren kann. Gleich mehrere Konkurrenten vermelden einen regelrechten Boom, der sogar für Aussetzer bei deren Systeme gesorgt hatte. Ausgerechnet auch Signal erlebt gerade, wie immer mehr Nutzer zur Plattform strömen, die auch die Basis der Verschlüsselung für WhatsApp lieferte.

Signal berichtete deshalb von einer starken Verzögerung der Systeme, die für den Versand des Bestätigungscodes zuständig sind. Auch aus Europa strömen viele Nutzer zur WhatsApp-Konkurrenz, dabei hat sich die aktualisierte Datenschutzrichtlinie für EU-Nutzer letztlich als weniger dramatisch herausgestellt.

Messenger aus der Schweiz boomt kurzzeitig

Das international wohl etwas weniger bekannte Threema hat ebenso reichlich Zulauf und benennt die Hintergründe auch ganz direkt. Bei Threema spricht man von einem Shitstorm, der die eigenen Downloadzahlen in die Höhe schnellen ließ. Dabei profitiert Threema sogar direkt finanziell, weil die App mit 3,99 Euro zu Buche schlägt.

„Obwohl es nicht überraschend kommt, löste es bei Threema eine Explosion der Nutzerzahlen aus. Wir zählen seit Freitagmorgen eine Vervielfachung der täglichen Download-Zahlen. In den App-Stores in Deutschland, Schweiz und Österreich ist Threema auf Platz 1 der App-Charts der Bezahl-Apps.“

Künstliche Empörung

Stellt sich am Ende nur die Frage, wie viele Nutzer bei ihren neuen Messenger-Apps bleiben. Da wäre nach wie vor der große Elefant im Raum, dass vielen Nutzern in anderen Apps schlicht ihre Kontakte fehlen. Ein schneller Wechsel auf einen anderen Messenger kann nach ein paar Tagen auch wieder ganz anders aussehen.

Seid auch ihr endgültig auf andere Lösungen gewechselt?

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Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.