Ein neuer Tipp von den Entwicklern soll helfen, dass die Corona-Warn-App wirklich zu 100 Prozent funktioniert. Dabei muss man noch genau auf die Uhr gucken.

In den letzten Tagen ging es mal wieder heiß her, die Corona-Warn-App stand wegen einiger Verfehlungen negativ in der Presse. Infolgedessen zeigen sich die Macher der App weiterhin nicht von ihrer besten Seite. Jetzt gibt es von den Entwicklern den heißen Tipp, die Corona-Warn-App doch wenigstens einmal je Tag zu öffnen. Damit soll ihre Funktionalität auch mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert werden können. Etwas kurios bei einer App, die eigentlich im Hintergrund ihre Arbeit verrichten soll.

„Sicherheitshalber empfehlen wir momentan, die App einmal pro Tag zu öffnen“, erklärte ein Sprecher von SAP gemeinsam mit einem Telekom-Sprecher.“ – Spiegel

Übrigens: Einmal am Tag bedeutet, dass wenigstens 24 Stunden zwischen den Vorgängen liegen. Ein zu frühes Öffnen der App, etwa nach 23:59 Stunden, führt womöglich dazu, „dass dann nicht die tagesaktuelle Liste aller als infiziert bestätigten App-Nutzerinnen und -Nutzer abgerufen wird.“

Gilt übrigens für Android und iOS gleichermaßen. Die zuletzt verteilten App-Updates soll zwar die Probleme der Hintergrundaktualisierung weitestgehend aus der Welt geschafft haben, das sei aber noch immer nicht zu 100 Prozent sicher.

Problembehandlung unklar, Kommunikation fehlerhaft

In den letzten Tagen und Wochen gab es Fehler, die Corona-Warn-App funktionierte im Hintergrund nicht vollständig. Das sorgte unter anderem dazu, dass Nutzer bei einer Risikobegegnung nicht oder deutlich später gewarnt worden sind. Man spielte aufseiten der Entwicklung die Probleme runter, ließ sie deshalb wochenlang links liegen.

Derweil berichten Nutzer von Problemen mit der Aktualisierung, auch wenn sie die Corona-Warn-App händisch auf ihrem Smartphone öffnen. Hilfestellungen gibt es nur zum Teil. Im FAQ geben Projektbegleiter nicht mal alle Informationen preis, verlinken stattdessen Beiträge mit ungültigen Links auf das amerikanische Linkedin-Netzwerk.

Die Fassade des vorbildlichen Open-Source-Projekts aus Deutschland, sie bröckelt seit einiger Zeit doch recht bedenklich. Ich monierte schon von Beginn an, dass die Transparenz zum Teil nicht richtig gelebt wurde.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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