Noch ist die Corona-Warn-App nicht verfügbar, doch das Projekt ging jetzt schon online. Mit mehr Details und Informationen zum Umgang mit der App.

SAP und Telekom entwickeln für den deutschen Markt eine Corona-Warn-App. Sie soll der Kontaktmessung dienen, außerdem bei Kontakt mit infizierten Personen entsprechend benachrichtigen. Nach einigen Streitereien in den letzten Wochen wird die App nun den dezentralen Ansatz verfolgen. Natürlich ist der Umgang mit dieser App komplett freiwillig, anders als gerne aus Anti-Corona-Kreisen suggeriert. Jetzt ging bei Github das Projekt zur Corona-Warn-App online, dort informieren die Macher über den Umgang mit der App und weitere Details.

Allein der einleitende Absatz verrät alle wichtigen Grundlagen rund um das Projekt. Man möchte offen und transparent sein, das soll Vertrauen in der Bevölkerung schaffen. Nur wenn viele deutsche Smartphone-Nutzer die Corona-Warn-App verwenden, hat das Projekt am Ende auch einen Mehrwert für alle. Ist zumindest die Idealvorstellung.

„Dieses Projekt hat zum Ziel, eine Anwendung auf der Grundlage einer Technologie mit einem dezentralisierten Ansatz zu entwickeln. Als Grundlage dienen die Protokolle DP-3T (Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing) und TCN und die Spezifikationen für Privacy-Preserving Contact Tracing von Apple und Google. Wie DP-3T und TCN folgen auch die Apps und die Backend-Infrastruktur dem Open-Source-Prinzip – lizenziert unter Apache 2.0!

Die Apps (für iOS und Android) werden pseudonymisierte Daten von Mobiltelefonen in der Umgebung mit Hilfe von Bluetooth-Technologie sammeln. Die Daten werden lokal auf den einzelnen Geräten gespeichert, um so den Zugriff auf die Daten und die Kontrolle über die Daten durch Behörden oder andere Instanzen zu verhindern. Wir erfüllen die geltenden Datenschutzvorgaben und garantieren höchste IT-Sicherheitsstandards. Auf diese Weise stellen wir uns den Datenschutzbedenken der Bevölkerung und hoffen dadurch, die Nutzung der Anwendung zu steigern.“

Umgang mit Corona-Warn-App visualisiert

Eine Infografik verrät schon jetzt, wie der Umgang mit der App im Alltag aussehen soll. Wobei noch immer offen ist, wann überhaupt mit dem Release der App zu rechnen ist. Der Mai ist es wohl nicht mehr, daher frühestens der Juni und damit bestimmt erst einen Monat nach den ersten drastischen Lockerungen. Wie erwähnt, müssen Nutzer die App freiwillig herunterladen. Die angesprochenen Schnittstellen der Betriebssysteme werden separat von Apple und Google automatisiert auf den Endgeräten bereitgestellt.

Im Hintergrund laufen die Dienste quasi unbemerkt. Sie können über Bluetooth messen, wann man einer anderen Person (mit Smartphone) nahegekommen ist und daher Kontakt hatte. Entscheidend ist diese Information ab nur dann, wenn die jeweilige Person Covid-19-Positiv ist- deshalb „Warn-App“. Natürlich erfahren Nutzer nicht mehr über die andere Person, alles bleibt entsprechend anonym.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.