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Das ist ein nordkoreanisches Android-Smartphone

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

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In einem Bericht eines Entwicklers gibt es mehr Einblicke darauf, welches Smartphone in Nordkorea gekauft und auch benutzt werden kann. Es ist ein durchaus interessanter Bericht, will Nordkorea nach außen doch fortschrittlich und modern wirken, ist aber eigentlich dazu gar nicht in der Lage dazu. Und Kommunikation nach außen ist auch nicht gerade gewünscht. Nordkorea ist ein Land, in welchem noch immer Röhrenmonitore den Alltag prägen und ein Intranet statt Internet zum Einsatz kommt. Für uns im reichen Westen heute nur noch schwer vorstellbar. Aber es gibt auch modernere Technik.

Christian Budde Christensen ist auf seiner Reise durch Nordkorea etwas in die Hände geraten, das angeblich „locally produced“ Smartphone namens Arirang 151. Es ist das 2016er Modell, doch war schon damals veraltet. Android kommt in Version 4.4.2 zum Einsatz, vorinstalliert sind unzählige Android-Apps und Spiele. Nachrichten werden angeblich verschlüsselt, selbst Apps können mit einem PIN zusätzlich gesperrt werden. Aber auch Christian ließ das Gefühl nicht los, dass Sicherheit hierbei dem Nutzer nur vorgegaukelt werden soll.

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Der spürbarste Unterschied zu außerhalb Nordkorea erhältlichen Smartphones machte sich aber erst bemerkbar, als das Gerät eine Verbindung zu überhaupt irgendwas herstellen sollte. Über Bluetooth klappte das mit einem Computer, doch es war nicht möglich Daten auszutauschen. Die Nutzung einer SIM-Karte war ebenfalls nicht möglich, das Gerät schaltete sich immer direkt ab. Ebenso merkwürdig der Datentransfer per USB, denn auf das Smartphone kopierte Daten konnten nicht genutzt werden.

Frei übersetzt: Ich war ziemlich überrascht davon, wie viel Mühe man dafür aufgewendet hat, den Datenaustausch mit fremden Geräten zu verhindern.

Kaufen kann dort ohnehin nicht jeder ein Smartphone, die Geräte sollen sehr teuer sein und sind allein deshalb für nur wenige Leute erschwinglich. Dennoch war Christian überrascht, dass er das ein oder andere Gerät in der Öffentlichkeit sehen konnte. Und zumindest in Bibliotheken stehen öffentlich zugängliche Computer, die schon eher den heutigen Standards entsprechen. Der ein oder andere Nordkoreaner scheint also nicht so rückschrittlich zu sein, wie wir das immer vermuten. Lässt auch eine nachinstallierte Fitness-App von Huawei vermuten.

Frei übersetzt:  Da dieses Telefon aus zweiter Hand ist, war eine Huawei Fitness Tracker App installiert. Ich habe mehrere Leute beobachtet, die diese Tracker während meines Besuchs benutzten. Ob sie sie trugen, nur für die Uhrzeit, um Fitness-Werte zu messen oder ihren Reichtum zu zeigen, weiß ich nicht, aber zu erlauben chinesischer Unterhaltungselektronik zu tragen, scheint eine interessante Wahl für ein Regime zu sein, welches so viel DIY macht.

2 Kommentare

2 Comments

  1. leachimus

    12. Januar 2018 at 06:59

    Hallo Denny,

    super Artikel. Sowas liest man nicht überall!

    Wenn man das aber doch genauer betrachtet, so war eigentlich nichts anderes zu erwarten, oder?

    Das die Technik und Android so alt sind, mag hinter der Super Firewall eh kein Problem zu sein. Wo nichts raus kann, kann auch nichts rein.

    Mich würde da vielmehr Interessen, was da alles für Backdoors installiert sind.

    Generell wäre es ein Video wert das System Mal zu zeigen.

    Viele Grüße

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