Es geht seit ein paar Jahren turbulent zu auf dem Smartphonemarkt. Hersteller wie LG oder HTC haben sich schon von diesem Segment verabschiedet oder sind zumindest kurz davor. Huawei musste im Zuge der US-Sanktionen nicht nur Android, sondern auch ein großes Stück seines Marktanteils aufgeben. Dafür schicken sich Hersteller wie Xiaomi, Oppo oder OnePlus an, die freiwerdenden Plätze mit gut bestückten Mittelklasse-Geräten einzunehmen.

Während wir nicht vorhersehen können, welche Unternehmen die Bedürfnisse der Kunden in einer Dekade befriedigen werden, können wir ziemlich sicher sagen, dass es immer mehr Smartphones sein werden, die über die Ladentheke wandern. Zumindest ist das eine legitime Schlussfolgerung, wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut, die die IDC jüngst veröffentlicht hat.

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iOS, 5G und teure Smartphones treiben Zahlen hoch

Langsam, aber stetig steigen die Absatzzahlen den Analysten nach. Demnach prophezeien sie für 2021 ein Wachstum von 7,4 Prozent mit knapp 1,4 Milliarden verkauften Einheiten, für 2022 und 2023 stehen immerhin noch 3,4 Prozent Steigerung in Aussicht.

Bild: IDC

Die erwähnten 7,4 Prozent haben einen offensichtlichen Treiber: 13,8 Prozent könnten auf iPhones, mit 6,2 Prozent weniger als die Hälfte auf Android zurückgeführt werden. Ebenfalls Käuferlieblinge seien einerseits Smartphones mit 5G-Funktionalität, andererseits besonders teure Smartphones im Bereich jenseits der 1.000 Dollar. In einer Randnotiz: Reine 3G-Smartphones sind quasi völlig von der Bildfläche verschwunden (und das ist vermutlich auch gut so).

„Der Smartphone-Markt war aus Sicht der Lieferkette besser auf das Jahr 2020 vorbereitet, da fast alle Regionen ein Wachstum erwarteten und die Hersteller sich entsprechend vorbereiteten“, sagte Ryan Reith, Group Vice President bei IDC’s Mobility and Consumer Device Trackers. „Das Jahr 2020 war aufgrund der Pandemie ein Reinfall, aber alle führenden Marken haben ihre Produktionspläne weiter verfolgt, mit dem Hauptunterschied, dass der Zeitplan verschoben wurde. Daher sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Lagerbestände viel gesünder sind als bei PCs und einigen anderen angrenzenden Märkten, und wir sehen die Widerstandsfähigkeit der Verbrauchernachfrage in den jüngsten Quartalsergebnissen.“

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Chip-Mangel: Smartphonemarkt steht besser da als PC-Branche

Während es zwar auf dem Smartphonemarkt durch den Chip-Mangel offensichtliche Probleme gebe, hätten die verschobenen Zeitpläne der Hersteller den Bedarf ausgeglichen. Deshalb sehe es in der mobilen Branche zum Beispiel besser aus als auf dem PC-Markt.

(via)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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