Wenn es um E-Autos geht, dann zwangsläufig auch immer um die Reichweite. Selbst wer sich darüber eigentlich keine Gedanken machen müsste, hat wohl oftmals die berühmte Reichweitenangst. Es ist auch irgendwo verständlich, weil die Unterschiede schon noch eklatant sind.

Musste ich mit meinem Verbrenner der Golfklasse nur alle 700 km tanken, schafft man vergleichbarer Stromer leider nur ca. 350 km mit einer Ladung. Ich persönlich habe im Alltag allerdings nach über 5.000 km festgestellt, dass das für uns in keinem Fall ein echtes Problem darstellt.

Eine repräsentative Umfrage unterstreicht, dass Fahrer von E-Autos mit der Reichweite weniger ein Problem haben, als es in der öffentlichen Diskussion manchmal rüberkommt. 98 Prozent der Befragten wollen sogar auf jeden Fall wieder ein E-Auto kaufen. 81 Prozent sagen, dass das Fahrerlebnis dafür ausschlaggebend sei. Kann ich bestätigen.

Tatsächlich sollen über 73 Prozent der Befragten angegeben haben, dass sie vor ihrem Kauf Bedenken bzgl. der Reichweite hatten. Nach durchschnittlich drei Jahren Erfahrungen sagt nur noch ein Prozent der Befragten, dass man sich Sorgen um die Reichweite mache. Ich kann hier ebenfalls mit dem Kopf nicken.

Uns ist jüngst erst wieder aufgefallen, dass besonders die „harten“ Gegner der E-Mobilität offensichtlich nie elektrisch gefahren sind. Dennoch wissen sie nach eigener Überzeugung oftmals um die Probleme im Alltag ganz genau bescheid. Die Reichweite wird oft angeführt. Jede Diskussion wird dadurch unmöglich und manchmal regelrecht absurd.

„In der öffentlichen Diskussion über Elektromobilität fehlt bislang oft die Perspektive derjenigen, die Elektromobilität Tag für Tag nutzen. Wir haben nachgefragt und sehen nun, dass die Zufriedenheit insgesamt sehr hoch ist und das Ladeangebot deutlich besser ist als sein Ruf.“

bdew

Es gibt für die meisten wohl keinen echten Grund, sich über die kürzeren Reichweiten ernsthaft den Kopf zerbrechen zu müssen. Schon gar nicht in Anbetracht dessen, dass der durchschnittliche deutsche Autofahrer weniger als 12.000 km im Jahr zurücklegt. Lange Strecken sind für sehr viele eine Ausnahme.

Ich muss auch sagen, dass sich meine Meinung ein wenig geändert hat. Mit etwas mehr Erfahrung auf Langstrecke zeigt sich, dass man selbst auf der Autobahn alles andere als ängstlich sein muss. Alles, was an Veränderungen den Alltag mit E-Autos notwendig ist, passiert quasi automatisch und ist keine drastische Umstellung.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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2 Kommentare

  1. Ich fahre im Gegensatz zum Autor nur Langstrecke. Kann an meiner Destination leider nicht laden. Somit komme ich nicht zurück nach Hause. Natürlich kann ich dann irgendwo halten und laden. Macht aber die Fahrzeit um etliches länger. Warum nicht gleich auf Öffis setzen?

  2. Ich bin in 4 Jahren jetzt 129000km mit meinem Tesla gefahren und keine Spur von Reichweitenangst erlebt. Ich fahre in der Schweiz fast immer im 90 Minuten Umkreis von meinem Wohnort herum und nehme sehr oft Mitwanderer mit zu Wandertouren. Manche, die zum ersten Mal mitfahren, zeigen manchmal so etwas wie Reichweitenangst und allgemein esoterisch angehauchte Panik vor Elektroautos. Das geht von der vorsichtigen Frage, ob die Klimaanlage auf der Beifahrerseite auch auf 16 Grad gestellt werden dürfte, oder ob wir dann nicht ankommen würden, oder echte Angst im Elektroauto lebendig verbrannt zu werden bis zum spüren von starkem Elektrosmog in dem Moment wo die Mitfahrer realisieren dass sie in einem E-Auto sitzen. Von Erst-Mitfahrern werde ich in der Regel bombardiert mit Fragen zur Reichweite und die können es oft nicht fassen, das wir nur mit 70 oder 80% losfahren im Winter. Das legt sich aber komplett und mir wird meist berichtet dass das eine Gewohnheitssache sei.

    Ein einziges Mal ist Nachts meine Wallbox abgestürzt während des nachladens und ich musste gerade an dem Samstag auf eine 90 Minuten entfernte Schneeschuhwanderung mit nur 35% Ladezustand. Bemerkt habe ich das leider erst als ich losfahren wollte. Aber auch da brach keine Reichweitenangst aus, sondern ich habe drei Mitwanderer 50km entfernt abgeholt und wir sind für 20 Minuten an den ersten Supercharger gefahren, 5km entfernt vom Treffpunkt und dann beim Rückweg nochmals 10 Minuten an einem anderen Supercharger. Das war spannend für alle, aber Angst kam nie auf.

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