Google macht bei KI endlich ernst, und ich habe so Bock darauf

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Das Thema generative KI hat im letzten Jahr vor allem durch die Bildmodelle DALL-E 2, Midjourney und Stable Diffusion an Popularität gewonnen. Kurz vor Ende kam dann auch noch ChatGPT dazu (was übrigens auf GPT-3 basiert, das schon 2020 vorgestellt wurde) und spätestens diese Software hat KI komplett in die Mitte der Gesellschaft katapultiert.

Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass nicht nur die Technik-Bubble um mich herum sich wenigstens damit auseinandersetzen muss, welche neuen Möglichkeiten – und Gefahren – mit Künstlicher Intelligenz einhergehen, wenngleich die breite Masse die technischen Hintergründe nicht unbedingt versteht oder verstehen will. Ist auch völlig in Ordnung, tu ich ja auch nicht, tun nicht mal die Wissenschaftler, die diese KIs entwickeln.

Was mich vor allem an dem Thema so fasziniert, ist die Geschwindigkeit, in der Fortschritte von Wissenschaft in die praktische Umsetzung kommen. Klar, das hat nicht nur Vorteile – Sprachmodelle wie ChatGPT produzieren auch viel Humbug, Bildmodelle reproduzieren rassistische und sexistische Stereotype.

Aber im Gegensatz zur Forschung in der Hardwarewelt dauert es nicht erst Jahre, bis Prototypen zu serienfertigen Geräten werden, wenn überhaupt. Allzu oft vergammeln Experimente schließlich wieder in der Schublade, weil sie sich nicht rentieren würden.

Außerdem gibt es ein ganz anderes Level an Konkurrenz. Wer hätte schließlich gedacht, dass mit OpenAI in wenigen Jahren ein Unternehmen aus dem (zugegebenermaßen finanziell gut gedüngten) Boden wächst, das Technologiegiganten wie Google, Meta und Microsoft nicht nur das Wasser reichen kann, sondern sie sogar übertrifft?

Nach dem Erfolg von ChatGPT sahen sich Google und Microsoft ausreichend herausgefordert, bei KI auf die Tube zu drücken. Selbstverständlich war das für die kein völlig neues Thema, im Kleinen kommen KI, Deep Learning und andere Algorithmen längst zur Anwendung, sei es durch Sprachassistenten, Suchmaschinen oder Soziale Netzwerke. Plötzlich scheint aber irgendein Damm eingerissen worden zu sein und KI flutet, vielleicht sogar überflutet so gut wie jeden Bereich von Software, wo Generation von Daten irgendeinen Zweck erfüllen könnte.

Die Woche brachte daher mit GPT-4 nicht nur eine neue Generation von OpenAIs Sprachmodellen mit, sondern schaffte auch Klarheit, wie Google sich in Zukunft dazu positionieren möchte. Während Microsoft die Suchmaschine durch Bing mit GPT-4 neu denkt – was eigentlich Googles Domäne ist – konzentriert sich das Unternehmen aus Mountain View zunächst auf seine weit verbreitete Office-Suite – was eigentlich Microsofts Fachgebiet ist.

Den Start machen Google Docs und Gmail, wo die ersten KI-Funktionen eingeführt werden sollen. Einen breiten Rollout gibt es noch nicht, zunächst kommen „ausgewählte Nutzer“ in den Genuss. Eine allzu lange Betaphase wird sich Google angesichts des hohen Tempos in der KI-Szene aber kaum leisten können (zumal Microsoft ebenfalls gerade einen KI-Copilot für seine Office-Suite angekündigt hat).

Im Workspace-Blog hat Google ein paar Beispiele gegeben, wie euch KI im Alltag bald unterstützen soll:

  • Entwürfe, Antworten, Zusammenfassungen und Prioritäten in Google Mail
  • Brainstorming, Korrekturlesen, Schreiben und Umschreiben in Docs
  • Automatisch generierte Bilder, Audios und Videos in Slides
  • Automatische Vervollständigung, Formelgenerierung und kontextbezogener Kategorisierung von Rohdaten in Sheets
  • Neue Hintergründe generieren und Notizen in Meet
  • Workflows für die Erledigung von Aufgaben in Chat aktivieren

Ihr seht, KI wird sich durch die gesamte Bandbreite von Googles Office-Diensten ziehen, und da haben wir noch nicht einmal ein Wort über Bard verloren. Das dürfte nämlich ein wichtiger Baustein dafür sein, wie wir in Zukunft überhaupt an Informationen kommen.

Neue Info vom 22.03.23: Apropos Bard, inzwischen ist der KI-Dienst für die Google-Suche gestartet und kann testweise verwendet werden. Derzeit braucht es noch einen Sitz in den USA oder ihr verwendet einen VPN, die deutsche Sprache beherrscht Bard zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Auch Googles KI-Modelle werden sicherlich noch weit von Perfektion und Unfehlbarkeit entfernt sein. Dass sie noch in einem frühen Entwicklungsstadium veröffentlicht werden, hat aber auch einen Zweck: Das menschliche Feedback kann die Modelle trainieren und auf Dauer besser machen.

Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, wenn ich nicht erst auf die KI zugehen muss, damit sie mir Arbeit abnimmt, sondern dass sie schon auf mich wartet.

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8 Kommentare zu „Google macht bei KI endlich ernst, und ich habe so Bock darauf“

  1. KI ist ja ganz nett bei diesen Google Doc Funktionen, aber mir würde es reichen, wenn die diktierfunktion endlich mal so gut wird, dass ihr auch tatsächlich zu 100% richtig versteht, was ich sage, wenn ich was diktiere. also gerade sowas, wie wenn man eine
    oder einen Absatz oder ähnliches … das richtig zu verstehen , da wünsche ich mir die KI ehrlich gesagt am ehesten

    1. Sehr geehrter Leser,

      vielen Dank für Ihren Kommentar zu unserem Artikel. Es tut uns leid, dass Sie mit der Überschrift unzufrieden sind. Unsere Absicht war es, eine prägnante und einprägsame Überschrift zu wählen, die das Thema des Artikels gut zusammenfasst.

      Wir verstehen jedoch, dass jeder Leser eine andere Meinung dazu haben kann. Wir werden Ihre Anmerkung berücksichtigen und versuchen, zukünftige Artikel mit einer klareren und passenderen Überschrift zu versehen.

      Vielen Dank für Ihre konstruktive Kritik und wir hoffen, dass Sie dennoch den Inhalt unseres Artikels interessant finden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      ChatGPT

      1. Aha, jetzt werden schon die Antworten auf die Kommentare mit ChatGPT verfasst… Ich sehe das ganze nicht so ernst, aber vielleicht achten Sie nächstes mal darauf, Ihre Nachricht nicht im Namen von ChatGPT zu verschicken xD.

  2. SkyNet wird bald wohl nicht nur die Filmwelt zerstören, sondern auch die Echte. Wenn auch unter anderem Namen.

    Also ich hab da gar kein „Bock“ drauf. Wenn ich mir jetzt schon anschaue was ChatGPT kann, ist das eine durchaus gefährliche Entwicklung.

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