Ihr wollt in die Fotografie einsteigen, seid aber von den hohen Preisen, die man für eine vernünftige Kamera samt Zubehör zahlen muss, abgeschreckt? Dann solltet ihr vielleicht erstmal mit dem arbeiten, was ihr sowieso habt. So wie zum Beispiel Susan Wilkinson, die mit ihrem Pixel 3a seit einiger Zeit auf unglaubliche Weise unter Beweis stellt, zu was die Kamera in dem schon etwas älteren Google-Smartphone in der Lage ist.

Mittelklasse-Smartphone aus 2019 beweist jahrelange Stärken von Google

Susan bezeichnet sich selbst zwar als Amateurfotografin, aber wenn man sich ihr Unsplash-Portfolio ansieht, würde man das nicht vermuten – und noch weniger würde man vermuten, dass sie bisher jedes Foto mit einem Pixel 3A aufgenommen hat. Sie spricht mit mir darüber, was ihr an Unsplash und der mobilen Fotografie gefällt, wie es ihr geholfen hat, mit der Pandemie fertig zu werden, und verrät ein paar Tricks, wie sie ihr Smartphone nutzt. Mit ihren mehr als 400 Fotos auf Unsplash hat sie bis jetzt mehr als 65 Millionen Aufrufe und rund 460 Tausend Downloads generiert.

Nochmal kurz die technischen Details, bevor es mit dem Interview losgeht: Das Pixel 3a wurde im Mai 2019 vorgestellt und ist mit einem einzelnen 12,2-MP-Sensor auf der Rückseite ausgestattet – Google hat sich lange Zeit gegen den Trend der multiplen Kameras gewehrt. Die Weitwinkellinse hat eine äquivalente Brennweite von 28 mm, einen Dual-Pixel-PDAF und eine optische Bildstabilisierung. Hinzu kommen ein Dual-LED-Blitz und die Pixel-Shift-Technologie.

Google Pixel 3a Kameratast: Mittelklasse auf Augenhöhe mit Highend-Smartphones

Wie bist du dazu gekommen, deine Bilder auf Unsplash hochzuladen?

Ich bin schon seit Jahrzehnten ein großer Fan der Fotografie. Ich war von Anfang an ein Fan/Konsument von Unsplash. Im Jahr 2018 habe ich ein paar Bilder zum Spaß geteilt, aber erst im September letzten Jahres habe ich ernsthaft angefangen, Bilder zu machen und zu teilen. Es war meine Covid-Bewältigungsmethode, die sich in ein echtes Hobby verwandelt hat.

Was magst du am Fotografieren mit dem Smartphone am meisten?

Ich fotografiere gerne mit meinem Handy, weil die Kamera wirklich gut ist und ich sie immer dabei habe. Mir gefällt auch, dass ich nicht viel Geld für eine professionelle Ausrüstung ausgeben muss, wenn ich kein Fotograf von Beruf bin. Und bis jetzt hat mir die Einfachheit der Kamera sehr gut gefallen.

Bild: Susan Wilkinson/Unsplash

Welche Apps und Modi verwendest du zum Fotografieren?

Ich sagte „bis jetzt“, weil ich gerade von der Kamera-App, die mit meinem Pixel 3a geliefert wurde, zu ProShot gewechselt habe, was mir den manuellen Modus und eine Menge neuer Funktionen ermöglicht. Ich nehme die Herausforderung an, mehr über Fotografie zu lernen und bessere Aufnahmen zu machen. Für die Bilder, die ich bisher hochgeladen habe, habe ich allerdings eine Kombination aus Porträtmodus und normalem Modus verwendet.

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Ich mag den Porträtmodus und natürliches/stimmungsvolles Licht für die Stofffotografie sehr. Der Nachteil der App, die ich verwendet habe, ist, dass manueller Fokus und automatische Belichtung kombiniert wurden. Um verwaschene Lichter zu vermeiden, musste ich auf den hellsten Teil des Bildes fokussieren, was nicht immer ideal war. Aus diesem Grund freue ich mich darauf, meine neue App auszuprobieren.

Ihr erfolgreichstes Foto wurde mehr als 25 Millionen Mal angesehen und 30 Tausend Mal heruntergeladen. Sie hat es am 25. März 2021 hochgeladen und es wurde unter anderem zum „Photo of the Day“ gewählt. Bild: Susan Wilkinson/Unsplash

Welche Apps verwendest du für die Bearbeitung und was machst du mit ihnen?

Bis jetzt habe ich mich bei der Fotobearbeitung SEHR einfach gehalten (ich verwende Windows Fotos zur Bearbeitung) und mich nicht zu sehr darauf verlassen, um gute Fotos zu machen. Das liegt nicht daran, dass ich hochmütig bin, sondern daran, dass ich unwissend bin und verwirrt war, als ich versuchte, ausgefallene Programme zu benutzen. Pawel Czerwinski hat mich herausgefordert, mich mit einer besseren Kamera-App und einer besseren Bearbeitungs-App zu verbessern, also versuche ich es jetzt. Für die Bearbeitung werde ich wahrscheinlich Lightroom verwenden, da es so beliebt ist und etwas einsteigerfreundlicher zu sein scheint.

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Wie findest du interessante Motive für deine Aufnahmen?

Ich mag Herausforderungen. Das und die Ablenkung durch Covid motivieren mich normalerweise. Wenn ich ein Foto sehe, das ich bewundere und von dem ich glaube, dass es mir gelingen könnte, es nachzumachen, fühle ich mich herausgefordert und motiviert. Aus diesem Grund liebe ich auch die Unsplash-Clubs. Einige von ihnen sind für mich eine Nummer zu groß (wie Levitation), aber andere sind faszinierend. Der Liquid Macro Abstract, der derzeit läuft, ist etwas, das ich wirklich liebe. Es gibt so viele Herausforderungen, vor allem mit einer Handykamera. Ich genieße es, sie eine nach der anderen zu überwinden.

Bild: Susan Wilkinson

Benutzt du irgendwelche Hilfsmittel, z. B. für die Beleuchtung oder ein Stativ?

Ja, ich benutze Ausrüstung. Ich habe ein größeres Licht, ein Vollspektrumlicht, das ich im Winter in Colorado zum Züchten von Pflanzen verwende, schwarze Lichtabsorber für den Hintergrund und einen weißen Hintergrund für Reflexionen. Ich habe ein kleines, flexibles Stativ, aber ich habe festgestellt, dass Stative meistens nicht meine Freunde sind. Kürzlich habe ich einen Magic Arm gekauft, um mein Handy für flüssige Makroaufnahmen ruhig zu halten. Ich war es leid, mein Objektiv in Wasser und Öl fallen zu lassen. Ich habe auch ein Xenvo-Makro-Objektiv, das ich für Makroaufnahmen an meinem Telefon befestige. Ich besitze keine teuren Geräte.

Wie lange nutzt du dein Pixel 3a jetzt? Welches Smartphone willst du dir als nächstes holen?

Ich habe mein Pixel 3a seit Ende 2019. Ich habe die Kamera dieses Telefons wirklich geliebt, also werde ich mein Modell wahrscheinlich irgendwann aktualisieren, vorausgesetzt, die Bewertungen sind immer noch gut.

Disclaimer: Ich habe Susan für meinen eigenen Blog downloadfree.pictures interviewt, wo ihr den Text auf Englisch findet. Bei der Übersetzung hat mich DeepL unterstützt. 

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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6 Kommentare

  1. Aus dem Interview: „Ich habe ein größeres Licht, ein Vollspektrumlicht, das ich im Winter in Colorado zum Züchten von Pflanzen verwende.“

    Jo, dann schöne Blüten und gute Entspannung mit den „Pfanzen“. :-)

  2. Bin vom Pixel 2 aufs 4a 5G und kann nur jedem davon abraten, die Kamera ist absolut grottenschlecht im Vergleich zu den Ergebnissen vom Pixel 2. Man hofft auf Softwareupdates, aber es wird einfach nur schlechter mit den Fotos. Die Serverleistung von Google Fotos wird auch immer lächerlicher. Pixel = Gute Fotos ist Geschichte.

    1. Das wirklich Quatsch, dann hast n Sonntagsgerät erwischt – die Kamera ist der absolute Wahnsinn und gute Bilder kann man selbst mit dem alten iPhone 5 machen 🤗

  3. Susan beweist, dass das Pixel 3a tolle Bilder macht? Sternekoch beweist, dass man mit einfachen Töpfen ein tolles 7-Gänge-Menu kochen kann …
    Noch immer macht der Fotograf das Bild und nicht die Ausrüstung. Ein Blick für das Motiv kann nicht durch den Wert der Ausrüstung kompensiert werden.
    Euer Fazit sollte daher lauten:
    Fotografin beweist eindrucksvoll, was sie drauf hat. Selbst mit einem Smartphone gelingen ihr tolle Bilder

  4. Ich habe das Pixel 4a und das macht in vielen Situationen tolle Bilder, die sich durchaus mit meiner Canon 80 D vergleichen können. Und das P.habe ich ja immer dabei.
    Die 80 D nur für spezielle Dinge.

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