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HTC U11+ im Test: Ich bin ein Fan

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

HTC hatte im vergangenen Jahr mit der U-Serie erst ziemlich fragwürdige Smartphones vorgestellt, dann aber mit der U11-Serie alles richtig gemacht. Wir haben nun das U11+ testen können, das aktuellste Flaggschiff des Herstellers aus Taiwan. Hoffentlich aber nicht das allerletzte Flaggschiff, sondern nur das zum Zeitpunkt des Artikels aktuellste Gerät. Nachdem ich schon ein Fan vom U11 Life geworden war, das mit Android One und einem insgesamt attraktiven Paket überzeugen konnte, will ich das U11+ eigentlich gar nicht mehr zurücksenden.

HTC U11+ zieht die Blicke auf sich

Im Grunde hat das U11+ für mich nur einen echten Makel, die optisch sehr cool aussehende Rückseite ist im Alltag nicht sonderlich praktisch. Denn durch ihre sehr glatte Oberfläche und die leichte Wölbung, rutscht das U11+ nahezu von jeder Oberfläche, die nicht absolut waagerecht ist. Beispiel? Im Bad haben wir am Spiegel eine Glasplatte, die nach den Jahren nun nicht mehr exakt waagerecht sitzt, sondern leicht nach unten neigt. Lege ich das U11+ dort ab, rutscht es langsam runter und würde irgendwann im Waschbecken landen. Geht man unbedacht an die Sache, kann das Smartphone schnell irgendwo herunterfallen – was mir passiert ist.

Wer damit aber klarkommt und seinen Alltag anpasst, findet im U11+ einen echten Hingucker. Kratzer und Fingerabdrücke sind die natürlichen Feinde der spiegelnden Rückseite, das muss einem natürlich bewusst sein. Zwar kann die Verarbeitung insgesamt überzeugen, doch in einem minimalen Spaltmaß zwischen Metallrahmen und Glasrückseite sammelt sich gern mal Staub. Ist zwar schnell gereinigt, sieht aber immer mal wieder unschön aus.

Über die Größe müssen wir wohl nicht mehr diskutieren, entweder man möchte 6 Zoll oder kauft sich so ein Smartphone nicht. Insgesamt wirkt das U11+ allerdings recht dick und schwer, zugleich erzeugt das aber auch ein sehr solides und hochwertiges Gefühl in der Hand. Schuld dürfte auch der große Akku von insgesamt 3930 mAh haben, der braucht seinen Platz aber dafür nur selten die Steckdose.

HTC U11+ Test

HTC U11+ kann im Alltag stets überzeugen

Wichtige Faktoren für die alltägliche Nutzung sind für mich das Display, die Kamera, System-Performance, der Akku und inzwischen auch der Fingerabdrucksensor. In allen Kategorien kann das U11+ durchaus mit der höchsten Wertung abschließen. Zwar setzt HTC noch auf ein LCD, das aber weiß in seiner neusten Generation absolut zu überzeugen. Eine ausreichende Helligkeit, tolle Farben und gute Schwarzwerte machen das Paket perfekt, in den Systemeinstellungen kann man die Farbdarstellung nach eigenen Wünschen justieren.

Ebenso stark ist der Akku, bei meiner Nutzung musste ich frühstens nach anderthalb Tagen wieder an die Steckdose. Unabhängig davon, ob ich den ganzen im WLAN am gleichen Standort oder ständig mit LTE unterwegs war. Über das beliegende Netzteil bekommt man auch schon in kurzer Zeit wieder ausreichend Saft in den Akku. Wer auf der Suche nach einem Dauerläufer in dieser Preisklasse ist, wird mit dem U11+ gut bedient sein.

Ebenso ist man bei der Suche nach einem Kamera-Flaggschiff bei HTC gut aufgehoben, das U11+ macht meist ziemlich gute Fotos. Mich persönlich interessieren die Zusatz-Features in der Regel nicht, ich will aus der Hüfte gute Schnappschüsse machen und das möglichst unabhängig von der Tageszeit – klappt mit diesem Gerät gut. Features wie der Pro-Modus dürften auch anspruchsvolle Nutzer zufriedenstellen.

Dennoch ist mir aufgefallen, dass bei näherer Betrachtung Details gern mal etwas verwaschen und im Lowlight offenbarten sich dann doch leichte Schwächen der Kamera. Alles in allem transportiert das U11+ die jeweilige Szene aber sehr realistisch – Licht und Farben waren meist stimmig.

Über die Position des Fingerabdrucksensors lässt sich streiten, über die Performance nicht. Meine Finger wurden stets akkurat und schnell erkannt, das Display springt auch relativ schnell an. Nur noch schneller ist die allgemeine Performances des Gerätes, die sich auf absoluten Top-Level befindet. Chapeau dafür, HTC.

Squeeze it, Alexa

HTC bringt natürlich auch ein paar Besonderheiten mit, wie etwa die Sprachsteuerung per Alexa. Diese geht sogar im Standby des Smartphones, kam in meinem Test aber nie am Lockscreen vorbei. Somit ist eine Sprachsteuerung in meinen Augen sinnfrei, denn dafür will ich ja das Smartphone nicht in die Hand nehmen müssen. Aber mal abgesehen davon, funktionierte Alexa durchaus zuverlässig.

Genauso zuverlässig, wie es Edge Sense tut. Noch immer bietet HTC seinen druckempfindlichen Gehäuserahmen an, der vielseitig konfiguriert werden kann. Edge Sense ist eine nette Idee, schnell und komfortabel Apps oder App-Funktionen jederzeit „aus der Hüfte“ starten zu können. Im Alltag funktionierte der Squeeze-Rahmen zuverlässig.

Pro

  • Sehr gutes Display
  • Großer Akku
  • Hervorragende Performance
  • Überzeugende Kamera
  • Aktuelle Software
  • Hingucker-Optik
  • Solides IP68 Gehäuse
  • BoomSound
  • Viel Speicher und erweiterbar
  • Dual-SIM

Contra

  • Gehäuse anfällig für Kratzer
  • Rückseite sehr glatt, sichtbare Spaltmaße
  • Wirkt etwas klobig und schwer
  • Alexa nur bedingt nutzbar

Fazit

Eigentlich will ich das U11+ gar nicht mehr an HTC zurücksenden, das wird nun aber leider demnächst nötig sein. HTC lieferte eines der besten Android-Smartphones des vergangenen Jahres ab, das ging in der Presse allerdings ein wenig unter. Wenn wir dieses Smartphone aber als Benchmark und Grundstein für das nehmen, was uns von HTC in 2018 erwartet, dann können wir uns verdammt nochmal darauf freuen.

Wer ein Flaggschiff-Smartphone auf Top-Niveau sucht, ist bei HTC wieder an der richtigen Stelle.

2 Kommentare
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2 Comments

  1. CarFreiTag

    9. März 2018 at 11:11

    Mein altes Smartphone ging kurz vor Weihnachten ein. Ich wollte mir das U11+ holen, aber es war noch nicht verfügbar. Jetzt ist es ein Pixel 2 geworden. Naja.

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      9. März 2018 at 14:22

      auch keine so schlechte Entscheidung :P

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