Insbesondere der westeuropäische Smartphone-Markt hat gerade sehr viel Bewegung vorzuweisen. An der Spitze zwar nicht, dort bleiben Apple und Samsung weiter unter sich, doch die restlichen drei Plätze der Top 5 verändern sich in diesen Tagen wirklich drastisch. Vor über einem Jahr war Xiaomi gerade in die Top 5 gerutscht, den fünften Platz machten Alcatel (TCL) und Hmd Global unter sich aus, von Oppo war keine Spur. Die Top 3 rund um Huawei, Samsung sowie Apple waren damals quasi unantastbar.

Dann kam das Handelsembargo gegen Huawei, außerdem Xiaomi und Oppo mit Nachdruck in die europäischen Märkte. Das Bild ist heute deswegen ein anderes und es wird sich noch stärker verschieben.

Huawei macht den Weg frei, Oppo und Xiaomi nutzen das Potenzial

Huawei ist inzwischen auf einen einstelligen Marktanteil gerutscht, die Verkaufszahlen sind jüngst um fast 60% zum Vorjahreszeitraum gesunken. Anders auffällig sind dafür andere Chinesen. Einerseits Xiaomi, die erneut ein starkes Wachstum von diesmal 151% feiern dürfen. Aber der wahre Knaller zeigt sich weiter unten. Die Europa-Offensive von Oppo zahlt sich nämlich aus: 566% Wachstum in nur einem Jahr.

Klar. Wenn man erst gar keine und dann fast eine Million Smartphones pro Quartal verkauft, ist das Wachstum zwangsläufig brutal und die Marktanteile wachsen rasant. Man könnte aber mit einem ähnlichen Verlauf in Zukunft rechnen. Oppo baut das eigene Portfolio aus und bietet mit Realme eine ähnlich günstige Untermarke wie Xiaomi mit Redmi oder Huawei mit Honor. Letztere sind inzwischen getrennt voneinander.

Xiaomi, Oppo und Huawei: Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen

Oppo ist mehr als ernst zunehmen und längst kein Neuling, im heimischen China liegt man sogar vor Xiaomi. Nicht nur der Einstieg in Europa passiert zu einem ähnlichen Zeitpunkt, auch die Strategie hierfür ist denkbar ähnlich. Beide pushen unendlich viele Geräte in den Handel, die teilweise kaum Unterschiede vorzuweisen haben und dazu schnell im Preis fallen. Identitätslose Massenware, das bringt jedenfalls erst mal schnell die Verkaufszahlen auf Kurs.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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4 Kommentare

  1. Am meisten prfitieren Apple und Samsung, wenn man sich die Quartalszahlen vor dem Bann und heute ansieht. Huawei war an dem Weg an die Spitze und ein gefährlicher Konkurrent für die beiden, die jetzt die Liste wieder mit Abstand führen. Xiaomi profitiert sicher auch, Oppo ebenfalls. Aber sie wären bei einer Expansion ohnehin starke Komkurrenz für die Spitze geworden, denn bei beiden stimmt die Qualität, was man von vielen China-Firmen wie Umidigi, Elephone & Co. nicht immer sagen kann. Ich würde eher behaupüten, sie leiden momentan auch unter dem Bann, weil die Menschen verhaltener auf chinesische Marken zugreifen, nachdem sie gesehen haben, wie unberechenbar die USA ihre Marktmacht einsetzen, um Konkurrenten auszuschalten. Spionagebeweise ware gegen Huawei genauso stark belegt wie jetzt die Wahlfälschung – nämlich gar nicht. „Wir haben sehr starke Verdachtsmomente“ hieß es in beiden Fällen, scheint auszureichen, um solche Maßnahmen zu ergreifen. Warum Beweise? Sie hatten auch angeblich Beweise gegen den Irak, als sie ihn angriffen. Und was waren das für Beweise? Gefälschte… die Whistleblower möchten sie für diese Aufdeckung der Lügen gerne hängen. Die freie Marktwirtschaft führt zu einem Kapitalkismus, der an Unredlichkeit nicht mehr zu überbieten ist… und die Schäfchen trotten hinterher und jubeln und tragen alle Lügen mit, obwohl sie nur Brotkrumen abbekommen. In China ist es leider nicht besser, dort leidet die Freiheit nicht unter Lüpgen, sondern unter Represseion; in Russland sieht es kaum anders aus. Oder in etlichen arabischen Staaten – alles Kriminelle an der Macht.

    Da bin ich aber jetzt abgeglitten – eigentlich ging es mir vor allem darum, nicht die beiden China-Marken als Hauptprofiteure stehen zu lassen, denn profitieren tun vor allem ganz andere.

    1. Das Problem der Chinesen ist, dass US Unternehmen oder Organisationen die Hochtechnologie von Smartphones und ähnlichen Geräten beherschen. In guten Zeiten, war das Chic möglichst einiges in den USA zu haben, was jetzt die Probleme macht, weil das einige dadurch der US Exportkontrollen unterliegen. Glaube nicht, dass die Chinesen in Sachen Technologie groß aufholen können. Dort dürfte auch vieles mehr Schein als Sein sein, um Staatliche Vergünstigungen abzustauben. Die USA wollen sich mit den ganzen Beschränkungen mehr Wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Mit der Zeit dürften die Chinesen mehr auf ältere nicht mehr durch die USA kontrollierte Technologien umstellen. Bleibt den nicht viel anderes übrig.

  2. Ich denke, dass sie die fehlenden Teile jetzt schon mit Hochdruck versuchen, selbst zu produzieren. Es dauert halt, aber wenn man sieht, wie stark die Technik von Xiaomi, Huawei und Oppo ist, dann kann man verstehen, dass sie weltweit alle unter den Topp-Geräten sind. YSelbst Huawei hält sich durch den asiatischen Markt immer noch gut. Ich galube schon, dass dort fähige Entwickler sitzen, aber bis zum Bann der Bedarf nicht gesehen wurde. Auch wir haben uns durch einseitige Ausrichtung auf die US-Technik, anstatt hier Alternativen weiterzuverfolgen und auch durch die EU zu fördern, erpressbar gemacht. Man sieht Trumps Erpressungsversuche im 5G-Segment auch uns gegenüber, von Nordstream ganz zu schweigen.

  3. Wie kommt ihr „Experten“ denn immer darauf, dass Huawei untergehen wird. SONY wird schon seit Jahren für tot erklärt. Warum gibt es SONY immer noch? Genau so wird es auch Huawei noch in Jahrzehnten geben. Man kann so große Konzerne nicht wegquatschen. Deren Kriegskassen sind unerschöpflich. Wenn man sich wichtig machen will, kann man doch auch gleich behaupten, dass Apple an Amazon verkauft werden soll, weil die Welt mehr auf Birnen als auf Apple steht. Muhahaha

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