An Amazon kommt man als Mitglied der modernen Welt quasi nicht vorbei. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert ist Gründer Jeff Bezos nach einem Jobwechsel.

Na klar, nach so einem Start ins neue Jahr hätte ich auch keinen Bock mehr auf meinen Job. Erst Anfang Januar überraschte eine Nachricht die Öffentlichkeit: Jeff Bezos, Gründer des Amazon-Konzerns, soll nicht mehr reichster Mann der Erde sein, sondern der notorische Weltverbesserer Elon Musk.

AWS-Chef wird neuer Amazon-CEO

Am Dienstag kündigte Bezos nach Börsenschluss dann an, seinen Posten im dritten Quartal 2021 (also ab Juli) räumen zu wollen und die CEO-Stelle an Andrew aka Andy Jassy übergeben zu wollen. Jassy war bislang bzw. ist bis dahin Chef der Amazon Web Services (AWS), dem Cloud-Geschäft.

45 Milliarden Dollar setzte Amazon damit 2020 laut dem jüngsten Quartalsbericht um, in dessen Zuge auch der CEO-Wechsel angekündigt wurde.

Ohne AWS wäre ein Großteil des Internets nicht erreichbar (80 Prozent der DAX-Konzerne sollen darauf vertrauen). Darauf zu verzichten: quasi unmöglich. Schon 2017 hatte AWS einen Marktanteil von 40 Prozent.

Andy Jassy: Der Schatten-Chef der Cloud-Macht

Jassy hat die AWS-Abteilung 2003 mitbegründet und aufgebaut, nachdem er dem Unternehmen 1997 als Marketing Manager beitrat. Seit 2016 besetzte der 53-Jährige die CEO-Position des vielfältigen Cloud-Service-Anbieters. Im November 2020 wurde sein Vermögen auf 377 Millionen Dollar geschätzt.

Bezos wird nach seinem Rücktritt aber natürlich nicht von der Bildfläche verschwinden und weiterhin Einfluss auf sein Vermächtnis ausüben. Nach dem dritten Quartal ist er zwar nicht mehr Vorstandsvorsitz, sondern „geschäftsführender Vorsitzender des dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrats“, wie die dpa berichtet.

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Jeff Bezos: „Gähnen ist das größte Kompliment“

Dass die Menschheit es als völlig normal empfindet, Dinge in den digitalen Warenkorb zu legen und schon am nächsten Tag aus dem Briefkasten zu ziehen, muss man sich erstmal vor Augen führen. Bezos versteht sich als Erfinder, über dessen Erfindungen die Menschen gähnen – und er könnte sich kein größeres Kompliment vorstellen.

„Amazon ist das, was es ist, wegen Erfindungen. Wir machen gemeinsam verrückte Dinge und machen sie dann normal. Wir haben Pionierarbeit geleistet mit Kundenrezensionen, 1-Click, personalisierten Empfehlungen, dem wahnsinnig schnellen Prime-Versand, Just Walk Out-Shopping, dem Climate Pledge, Kindle, Alexa, Marketplace, Infrastructure Cloud Computing, Career Choice und vielem mehr“, sagt Jeff Bezos, Amazon-Gründer und CEO. „Wenn man es richtig macht, ist ein paar Jahre nach einer überraschenden Erfindung die neue Sache normal geworden. Die Leute gähnen. Dieses Gähnen ist das größte Kompliment, das ein Erfinder bekommen kann. Wenn Sie sich unsere Finanzergebnisse ansehen, dann sehen Sie eigentlich die langfristigen kumulativen Ergebnisse der Erfindung. Im Moment sehe ich Amazon in seiner erfindungsreichsten Phase, was einen optimalen Zeitpunkt für diesen Übergang darstellt.“

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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