Erfolgreiche Smartphones müssen groß sein. Diese Vermutung legt alleine Apples Entscheidung nahe, nach gerade einmal zwei Generationen das iPhone Mini schon wieder einzustellen und durch ein normales iPhone Max zu ersetzen. Sicherlich gibt es eine kleine, treue Fangemeinde kleinerer Geräte, doch die breite Masse greift offenbar lieber zu Smartphones mit sechs Zoll oder noch mehr.

Daran stört sich auch Gründer der legendären, aber schlussendlich gescheiterten E-Ink-Smartwatch Pebble, über deren Ende ich erst neulich berichtet hatte. Jetzt hat Eric Migicovsky eine Art „Manifest“, wie er es nennt, auf einer eigens eingerichteten Webseite namens smallandroidphone.com veröffentlicht.

Warum die wohl vielversprechendste Smartwatch gescheitert ist

„Es wird immer deutlicher, dass ein kleines Premium-Handy bei keinem OEM auf dem Plan steht.“

Die Vorteile kleiner Smartphones sind seiner Meinung nach, dass sie leichter sind, gut in Hosentaschen passen und selbst beim Radfahren nicht rausfallen und einfach mit einer Hand zu bedienen sind. Seine Beweggründe, diese Petition zu starten:

Es wird immer deutlicher, dass ein kleines Premium-Handy bei keinem OEM auf dem Plan steht. Deshalb habe ich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Mein Ziel ist es, andere Fans kleiner Telefone zu versammeln und Druck auf Google/Samsung/irgendjemanden auszuüben, damit sie die Herstellung eines kleinen Telefons in Betracht ziehen.

Migicovskys Ziel mit dem Aufruf ist es, den Herstellern den Bedarf für kleine Smartphones deutlich zu machen und davon zu überzeugen, ein kleines Premium-Android-Phone herzustellen – daran hätte sich seit dem Ende der Compact-Serie von Sony niemand mehr getraut. Für sein Ziel brauche es nach Migicovskys Schätzung mindestens 50.000 digitale Unterschriften. Aktuell sind es laut Webseite rund 6.000.

Kleines Premium-Android-Phone: Im Zweifel würde er es selbst machen

Im allergrößten Notfall würde der Tech-Veteran sogar selbst eine Smartphone-Firma gründen, doch er hofft, dass es nicht dazu kommt: „Wenn sonst niemand einen baut und sich genügend Leute anmelden, bin ich vielleicht gezwungen, ihn selbst zu bauen.“

Quelle: smallandroidphone.com

Nach Migicovskys Angaben seien nur 5 Prozent aller verkauften iPhones Minis, was ca. zehn Millionen Smartphones pro Jahr entsprechen würde. „Für Apple sind 10 Mio. Telefone Peanuts. Aber für ein unabhängiges Unternehmen wären 10 Millionen Geräte pro Jahr spektakulär“, so Migicovsky. Werde das iPhone Mini eingestellt, würden diese 10 Millionen Menschen ein neues Zuhause brauchen. Doch ob das dann ein Android-Smartphone sein kann? Nur weil Migicovsky persönlich kein Fan von iOS ist, kann er wohl kaum von sich auf andere schließen.

Das soll das Mini-Android-Smartphone können

Er hat eigentlich nur drei Anforderungen an sein Traum-Smartphone, das am besten auch noch maximal zwischen 700 und 800 US-Dollar kostet:

  • Display unter 6 Zoll, gleiche Größe und Design wie iPhone 13 Mini
  • großartige Kameras
  • Stock-Android

Weitere, relativ selbstverständliche Must-Have- und Nice-to-Have-Spezifikationen nennt er auf seiner Webseite, falls ihr euch dafür interessiert.

So ehrenwert sein Vorhaben ist, ich bezweifle leider, dass Micigovsky mit seiner Forderung die Ohren auch nur irgendeines Herstellers erreicht, geschweige denn, ihn dazu überzeugt, ein kleines Premium-Android-Telefon herzustellen. Einen Versuch ist es aber allemal wert. Würdet ihr ein solches Gerät kaufen? 

via

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. Hallo
    Es wäre nicht nur der kleine Formfaktor wichtig sondern auch eine bessere Anpassung der Software
    Mehr individuelle Einstellungen müssten möglich sein
    Aus iPhone Mini Erfahrung reicht mir zb die größte Schriftgröße nicht aus auf so einem kleinen Display

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