In den letzten Wochen bzw. Monaten ist auch unseren Lesern aufgefallen, dass Google manchmal zur Bevorteilung der Konkurrenz neigt. Da gibt es Neuerungen der eigenen Apps zuerst für iOS und deutlich später für Android. Hat Google kein Interesse mehr am eigenen Betriebssystem, sind die eigenen Nutzer längst egal? Manchmal kann man sich diese Bevorzugung selbst erklären, doch nicht immer.

Nehmen wir mal die Widgets her, die Google für iOS-Geräte anbietet. Obwohl das iPhone-Betriebssystem eine umfangreiche Widget-Funktion erst seit kurzer Zeit bietet, hat Google dort schon die besseren Widgets im Angebot. Für das eigene Android OS hat man es verpasst, neue und bessere Widgets zu entwickeln. Auch auf eine Kopie der neuen iOS-Widgets warten wir als Android-Nutzer bis heute.

Googles tolles iOS-Widget für Android nachgebaut – Download und Installation möglich

Google hat für iOS nicht nur bessere Widgets am Start, sondern sogar komplette Neuentwicklungen. Google Fotos hat unter Android bis heute kein Widget im Angebot, für iOS-Nutzer allerdings schon. Das ist auch vier Monate später nicht anders. Und wenn wir schon mal bei Google Fotos sind, reichen wir gleich die nächste Beschwerde nach.

Google Fotos: Memory-Widget für iOS.

Spät in dieser Woche hat Google endlich ein umfangreiches Upgrade für den Videoeditor in Google Fotos angekündigt. Dieser steht für iPhones sogar schon länger zur Verfügung. Erst jetzt kommt das neue Feature auch auf Android-Geräte. Dabei dürfte nicht nur ich lange darauf gewartet haben, auf meinem Google-Telefon endlich Videos umfangreicher mit Bordmitteln bearbeiten zu können.

Google Fotos bekommt neuen Videoeditor – es gibt jetzt mehr als 30 Funktionen!

Aber warum ist das so, warum gibt es Neuerungen zuerst für iOS?

Ich vermute zwei Gründe. Nehmen wir den Videoeditor, dürfte die Entwicklung unter iOS deutlich einfacher sein. Es gibt nur einen einzigen Hersteller, einen Prozessorlieferanten und sehr wenige Geräte. Ist bei Android ganz anders. Es gibt sehr viele Hersteller, verschiedenste Modelle mit unterschiedlichsten Leistungsdaten und technische Innereien.

Was jedoch nicht erklärt, dass Google sogar bei den eigenen Pixel-Smartphones versagt.

Ein weiterer Punkt ist für mich das Marketing. In der Android-Welt muss Google nicht um Kunden kämpfen, dort hat quasi jeder Smartphone-Käufer die Dienste und Apps von Google ab Werk vorinstalliert. Manchmal sogar ohne Alternativen. Bei den iPhones hingegen muss Google attraktive Gründe schaffen, dass die Leute deren Apps in Eigeninitiative herunterladen.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. War bei den Spritpreisen in Google Maps ähnlich. Im Herbst 2020 hatte ich die schon auf meinen iOS 14 Geräten.
    Jetzt erst auf dem Hauseingang Pixel 3 XL.

    1. Leider versteht Jens wohl nicht, dass er selbst viel Schaden angerichtet hat. Bei ihm ist das keine Willkür, seine Seite ist technisch auf einem äußerst schlechten Stand. Wer nicht die Anforderungen erfüllt, hat auch keine Chance. Mir fallen noch andere Seiten ein, die technisch auch viel Optimierung benötigen. Und da sehe ich nur die Fehler von außen, nicht mal das gesamte Ausmaß.

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