Oppo wird in Deutschland zur Alternative, der chinesische Hersteller bedient inzwischen alle Preisklassen. Wir haben das A72 angetestet.

Immer mehr Smartphonehersteller überfluten die Märkte mit immer mehr mittelpreisigen Android-Smartphones. Man muss das nicht mehr schönreden, denn die schiere Masse an Geräten ist einfach nicht mehr schön. Es ist nur noch schwerer geworden, das richtige Smartphone zu finden. In diese Massenverfügbarkeit presste sich zuletzt noch das A72 von Oppo, das vergleichbar mit der Redmi Note 9-Serie von Xiaomi ist. Schon dort tut man sich als Kunde schwer das richtige Modell zu wählen.

Kommen dann noch ähnliche Smartphones anderer Hersteller auf den Tisch, muss man schon etwas genauer hinschauen. Wenn wir aber mal beim Vergleich bleiben wollen, dann fällt das Oppo leider durch ein eher billig wirkendes Gehäuse auf. Plastik wäre jetzt nicht weiter schlimm, würde es sich nicht so wie beim A72 anfühlen. Ein so unzufriedenes Gefühl hatte ich bei einem Smartphone zugegebenermaßen schon lange nicht mehr.

Vierfache Kamera ist Durchschnitt, die Akkulaufzeit umso auffälliger

Und auch sonst vermag das gebotene Paket zum Preis von 239 Euro kaum überzeugen. Es gibt bei der Konkurrenz mehr Arbeitsspeicher und einen moderneren Prozessor, schon das Redmi Note 9S lässt das Oppo A72 im Regen stehen. Nichtsdestotrotz ist das A72 ein solides Smartphone seiner Preisklasse, das wollen wir nicht unter den Tisch kehren. Es bietet wie die Konkurrenz eine besonders hochauflösende Hauptkamera, die von fast nur „nutzlosen“ Kamerasensoren erweitert wird.

Kamera des Oppo A72: 48-Megapixel-Hauptkamera (f/1.7) + 8-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera (119.1°) + 2-Megapixel-Mono-Kamera + 2-Megapixel-Portrait-Kamera.

Irgendwie sind mir meine Testfotos abhandengekommen, guckt euch deshalb einfach mal das Video des Kollegen an. Ich bin und war von der Kamera nur unbedingt angetan, sie reicht für simple Schnappschüsse aus.

Positiv fällt der 5000 mAh Akku auf, der nicht nur wegen seiner Kapazität für Aha-Momente sorgte. Tatsächlich konnte das A72 bei mir mit einer guten Laufzeiten überzeugen, hielt bei meiner Nutzung locker zwei Tage durch. Meine Zahlen lassen sich nicht auf euch projizieren, doch aus meiner Erfahrung heraus gehört das A72 zu den Android-Smartphones mit besseren Akkulaufzeiten.

Im üblichen Mittelmaß versinkt das A72 wegen der unauffälligen Kameraqualität. Auch die Systemleistung entspricht höchstens und nur knapp den Erwartungen. Gaming geht, aufwendige Spiele bringen das A72 über seine Grenzen. Das klingt nüchtern, ist es aber auch. Genauso nüchtern schlägt sich das mit Full HD auflösende 6,5 Zoll Display, welches dafür zwischen zwei Lautsprechern steckt. Letzteres ist in dieser Preisklasse kein Standard und umso positiver zu bewerten.

Für die Software kommt das Color OS zum Einsatz, welches ein paar Zusatzfunktionen bietet und zunächst auf Android 10 basiert. Es ist auffällig, verändert aber nicht die Grundstruktur des Betriebssystems. Man gewöhnt sich dran, so wie bei der Konkurrenz auch. Bislang kann man zur langfristigen Update-Politik im europäischen Wirtschaftsraum nur wenig sagen, wir hoffen aber auch in den günstigen Preisklassen auf wenigstens zwei Android-Updates.

Oppo A72 will aber kann nicht auffallen

Die farbenfrohe Rückseite fällt auf, besonders im Licht und damit leider auch die enorme Anziehungskraft von Fingerabdrücken. Die Haptik des Gehäuses ist letztlich die einzige deutliche Enttäuschung, ansonsten passt das A72 wie die Faust aufs Auge in diese Preisklasse. Aber auch die Konkurrenz bietet große Akkus, zum Teil mehr Speicher und deutlich schnellere Prozessoren. Wie einleitend erwähnt, kommen wir zu dem Entschluss, dass die „richtige“ Kaufentscheidung mit Oppo am Markt noch schwerer zu treffen ist.

Redmi Note 9S Testbericht: Wir haben den Akkulangläufer ausprobiert

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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