Elektroautos sind in China deutlich günstiger als bei uns, selbst die deutschen Marken können vor Ort ganz andere Preise bieten. Das hat verschiedenste Gründe, aber vor allem liegt in China der Preisentwicklung eine starke „Förderung“ zugrunde, damit dort insbesondere das Angebot an Elektroautos rasant wachsen kann.
China war schon immer wichtig für die deutschen Hersteller, aber der Markt hat an Bedeutung durch die E-Mobilität noch einmal gewonnen. Hersteller wie VW und Audi haben komplett neue Submarken oder Plattformen ins Leben gerufen, um speziell für China zu entwickeln. Das ist dann vor Ort deutlich günstiger möglich, selbst ein ID.3 kostet in China ungefähr die Hälfte vom deutschen Markt.
Das ist ein chinesischer AUDI E5, kein Audi:

Dieses Beispiel zeigt gut, welche Unterschiede möglich sind. Weil Audi den AUDI E5 in einem Joint-Venture entwickelte, ist ein niedriger Preis durch Subventionen möglich. Bereits für 29.000 Euro startet das Modell mit 800-Volt-Plattform vor Ort, der Audi A6 Avant E-Etron startet in Deutschland erst bei 64.000 Euro.
Subventionen, Kaufvorteile, geteilte Plattformen, günstigere Akkus, lokale Lieferketten – China ist ein Paradies für neue Elektroautos.
Egal ob VW oder BYD, die Preise in Europa sind deutlich höher
Noch krasser ist es aber, wenn man die Preise der chinesischen Hersteller vergleicht. BYD verkauft seine Modelle in Deutschland mit einem Aufschlag von 118 Prozent. Aber nicht ganz freiwillig, denn Import, Zölle und Steuern spielen natürlich auch eine erhebliche Rolle bei der Preisgestaltung, wenn die Fahrzeuge nach Europa kommen. Ein BYD Dolphin Surf kostet in China unter 10K, bei uns aber schon über 20.000 Euro.
Europäische Hersteller bieten ihre Fahrzeuge in Europa mit einem Aufschlag von ca. 28 Prozent an, selbst bei Tesla müssen Europäer noch ca. 23 Prozent mehr als chinesische Kunden zahlen. Über alle Modelle hinweg zahlen deutsche Kunden im Schnitt 47 Prozent mehr, wie ein aktueller Vergleich der Preise von CAR ermittelt.
Chinesische Hersteller produzieren zu viel und sind im Preiskampf
Der Markt in China ist derzeit aber ganz besonders. Die vielen Marken haben in kürzester Zeit eine massive Produktionskapazität aufgebaut und leiden längst unter Überkapazitäten, die sie mit extrem günstigen Preisen ausgleichen. Der Preiskampf in China ist enorm. Selbst technische Topmodelle wie der Xiaomi SU7 kosten dort nur 30.000 Euro, der Schnitt chinesischer Modelle liegt bei nur 15.000 Euro.
Branchenleute wie Dudenhöffer sich jedoch sicher, dass auch in Europa die Preise in den nächsten Jahren im Verhältnis wieder sinken werden: „Preisschranken lassen sich mittelfristig nicht aufrechterhalten. Der große Exportdruck nagt in den nächsten drei Jahren an den Preisen und Rabatten. Die Preise der Elektroautos werden in den nächsten Jahren weiter nachgeben“.
