Spotify soll einzigartiges Remix-Feature einführen, mit dem ihr Songs verändern könnt – und Künstler trotzdem mitverdienen

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Bild: Reet Talreja/Unsplash

Schon jetzt gehen Songs gerne mal als Sped-up-Version viral. Genau diesen Trend macht sich Spotify womöglich zu Nutze.

Spotify hat Großes vor: Der Streaming-Riese arbeitet einem Bericht des Wall Street Journals zufolge an neuartigen Tools, die Nutzern das Remixen ihrer Lieblingssongs ermöglichen sollen. Damit reagiert das Unternehmen geschickt auf einen Trend, der sich insbesondere bei jungen Hörern und auf TikTok längst durchgesetzt hat.

Bisher gehen Künstler und Labels bei diesen kreativen Neuinterpretationen jedoch meist leer aus. Spotifys Ansatz könnte dies ändern und die Musikindustrie nachhaltig beeinflussen. Denn wer auf der Plattform die neuen Remix-Funktionen nutzt, soll auch den Rechteinhabern der Originalversionen Tantiemen bescheren. Immerhin, gleichwohl die verschwindend geringen Auszahlungen von Spotify nach wie vor berechtigterweise in der Kritik stehen.

Die Pläne sehen unter anderem vor, Songs in der Geschwindigkeit anzupassen oder zu Mixtapes zu arrangieren. Solche Features dürften im regulären Abo enthalten sein, während das Feintuning der eigenen Kreationen einem neuen Premium-Tarif vorbehalten bleiben könnte. Vor allem aber sollen die Nutzer ihre Werke mit der Community exklusiv auf Spotify und nicht außerhalb davon teilen können.

Dass der Bedarf enorm ist, belegen eindrucksvoll die Zahlen von TikTok, wo inzwischen mehr als jeder dritte Song in veränderter Form zu hören ist. Und manche Künstler veröffentlichen bereits parallel zum Original auch schnellere Versionen ihrer Hits. Nicht zu vergessen ist aber auch, dass sich mit Universal erst vor kurzer Zeit eines der drei großen Major Labels von der Plattform zurückgezogen und TikTok dazu gezwungen hat, entsprechende Sounds und Musikschnipsel zu löschen.

Mit den angekündigten Remix-Tools hat Spotify das Potenzial, sich vom reinen Musik-Lieferanten zur interaktiven Kreativ-Plattform zu entwickeln. Ein Schritt, der nicht nur die eigene Relevanz stärken, sondern auch die Zukunft der Branche entscheidend prägen könnte. Mit den kürzlich eingeführten Musikvideos hat Spotify schon versucht, an einem wichtigen Standbein von YouTube zu sägen.

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