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TicWatch Pro Testbericht: Doppeltes Display, alte Schwächen

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TicWatch Pro Testbericht

In den vergangenen Wochen konnten wir mit der TicWatch Pro nach langer Zeit wieder eine Smartwatch mit Wear OS testen, doch auch dieses interessante Konzept leidet unter ganz allgemeinen Problemen. Inzwischen muss ich sagen, komme ich mit Wear OS doch halbwegs klar. Zwar ist das Betriebssystem für Uhren noch immer hier und da etwas unlogisch, doch grundlegend macht es sein Ding schon gut. Schwächen sind eher unter der Haube zu finden, der veraltete Prozessor lahmt mächtig und der Akku leidet stets mit.

Umso besser ist das Konzept der TicWatch Pro, denn ein transparentes Display sorgt stets für die Anzeige der Uhrzeit bei wenig Strombedarf. Sollte einem mal etwas früher der Strom ausgehen, kann man mit den letzten Prozenten wenigstens noch die Grundfunktion einer Uhr weiterhin nutzen. Ein praktisches Feature, wenngleich es für mich im Alltag oft doch eher unbedeutend war. Ihr entscheidet, ob Wear OS per Handbewegung oder Berührung aktiv werden soll.

TicWatch Pro Testbericht

Drehe ich mein Handgelenk, springt Wear OS an. Bei wenig bzw. keiner Bewegung sehe ich die Uhrzeit über das transparente Display. Das übrigens informiert auch über den Akkustand der Uhr, über eure gemachten Schritte, den Puls und das aktuelle Datum. Was den Schrittzähler angeht, fehlt es an einer Verbindung zu Google Fit. Man muss für das Zweitdisplay unbedingt die eigene Fitness-Anwendung des Herstellers nutzen.

App-Entwickler lassen zu sehr schleifen

Ansonsten unterscheidet sich Weas OS nicht von anderen Uhren, man erhält Zugriff auf Smartphone-Benachrichtigungen und kann diverse Wearable-Apps seiner Smartphone-Apps installieren bzw. nutzen. Diese funktionieren mal mehr und mal weniger gut, das ist ganz von den jeweiligen App-Entwicklern abhängig. Für mich sind diverse Faktoren nachteilig, wie etwa die fehlende Bildvorschau einiger Messenger-Apps, auf Tweets kann ich nicht antworten und anderes. Mir fehlen auch einige Apps.

Apropos antworten, das geht grundsätzlich per Mini-Tastatur, mit vorgefertigten Antworten, Emojis oder Spracheingabe. Eine kurze Antwort ist so also schnell direkt über die Uhr abgesetzt, was selbst mit der kleinen Tastatur ganz gut funktioniert. Wie auch das Display ganz allgemein, es hat eine recht hohe Darstellungsqualität, lässt sich draußen sogar im Sommer gut ablesen und grundsätzlich gut per Touch bedienen.

TicWatch Pro Testbericht

Akku mit üblicher Laufzeit, Prozessor mit fehlender Power

Negativ ist hingegen die fehlende Performance, der alte Snapdragon W2100 ist langsam und hat mit diversen Apps mächtig zu kämpfen. Da können auch gerne mal 5 – 10 Sekunden vergehen, bis Google Maps gestartet und die Karte geladen ist. Umso mehr der Prozessor zu kämpfen hat, desto spürbarer schlägt sich das auf die Laufzeit des 415 Milliamperstunden Akkus nieder.

Ich konnte in der Regel knapp 24 Stunden mit einer Ladung auskommen, bei weniger WiFi-Verbindungen sogar 48 Stunden. Was trotzdem relativ wenig ist, eine Arbeitswoche hat bei den meisten mal mindestens fünf Tage. Geladen wird die Uhr mit einem proprietären Netzteil, das ich dann in der Regel nie dort habe, wo ich es gerade brauche. Andere finden das okay, mich nervt’s im Alltag dann doch.

Zu den Stärken der Uhr gehören die zwei konfigurierbaren Tasten am Gehäuse, das integrierte GPS-Modul, NFC für Google Pay und das IP68-zertifizierte Gehäuse. Dank integriertem WLAN kann die Uhr auch mal ohne Direktverbindung zum Smartphone genutzt werden, ein LTE-Modell wird noch nicht angeboten.

TicWatch Pro Testbericht

Optisch kommt die TicWatch Pro extrem schlicht daher.

Tragen lässt sich die Uhr ganz gut, sie ist allerdings recht groß. Optisch fällt sie für mich durch, der Look ist dann doch etwas zu neutral. Wobei das natürlich eine Frage des individuellen Geschmacks ist.

Fazit: Nettes Konzept leidet unter alten Schwächen

Ein langsamer Prozessor verhindert trotz großem Akku lange Laufzeiten, sorgt zudem bei einigen Apps für längere Wartezeiten. Für mich ein großes Kriterium, aktuell keine Smartwatch zu kaufen. Aber für euch könnten eventuell die Vorteile der TicWatch Pro überwiegen, denn das Zweitdisplay kann sehr praktisch sein, das wasserdichte Gehäuse ist keine Selbstverständlichkeit und für Google Pay seid ihr auch gerüstet.

Im Grunde ist die TicWatch Pro das POCOPHONE F1 unter den Smartwatches, denn man möchte das volle Programm für nur wenige Euro bieten. Darunter leidet natürlich die Optik, ein Hingucker ist die TicWatch Pro definitiv nicht. Aber für 250 Euro macht man meines Erachtens auch nicht viel falsch. Ein kommendes Wear OS-Update verbessert die Software nochmals deutlich.

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