Die Einführung von Telegram-Premium sei ein Vorbote für ein kostenpflichtiges WhatsApp, das sagen nun einige Medien und Kollegen. Ich bin allerdings komplett anderer Meinung und halte das Telegram-Vorhaben für eine Totgeburt. Sicherlich werden einige Nutzer die zusätzlichen Premium-Features nutzen wollen, aber die eigene Finanzierung wird Telegram darüber nicht realisieren.

Am Ende ist es wie bei uns. Ein paar der Leser würden sicherlich gegen Werbefreiheit und für unsere Artikel ein paar Euro je Monat zahlen. Aber die Masse unserer Besucher hätte genügend Alternativen zur Auswahl, um bei uns nicht bezahlen zu müssen. Das gilt übrigens für nahezu alle dieser Branche und in diesem Themenbereich – selbst für YouTuber mit einer starken eigene Community.

Für Internet-Dienste zahlen ist so eine Sache

Das Gegenteil könnt ihr mir gerne in die Kommentare schreiben. Ich kenne bislang aber keinen vergleichbaren Creator oder kein vergleichbares Portal, wo es Inhalte zu unseren Themen ausschließlich gegen Geld gibt und die Finanzierung darüber gewährleistet ist. Ganz ähnlich verhält es sich bei den Messenger-Apps, die einfach deutlich zu viele Alternativen als Konkurrenten haben. Paid-Features sind höchstes ein Zubrot.

Deshalb sind Bezahl-Messenger auch derart klein und werden vergleichsweise kaum verwendet. Deshalb ist Meta weiterhin so zögerlich, die WhatsApp-Nutzer mit der seit Jahren geplanten Einführung von Werbung zu verärgern. Denn das dafür notwendige Netzwerk steht längst, wie die Instagram-Nutzer wissen. WhatsApp kann nicht mehr zu einem Premium-Produkt werden.

WhatsApp würde als Premium-Produkt nicht funktionieren und selbst Werbung ist schwierig

WhatsApp ist so erfolgreich, weil es seine Nutzer nie wirklich abkassierte. Selbst vor der Facebook-Zeit waren die 79 Cent pro Jahr zwar theoretisch fällig, wurden aber nie ernsthaft eingetrieben. Heute bräuchte es viel mehr Geld je Monat und das wäre ein No-go. Schon allein der kostenlosen Alternativen wegen, die die Smartphones mit Google Messages und Apple iMessage direkt ab Werk mitbringen.

Du kannst bei einem kostenpflichtigen Dienst die Preise erhöhen und selbst das ist schwierig, wie man bei Netflix und Co. weiß. Aber eine kostenlose App zu einem Bezahlprodukt zu machen, das würde heute und selbst in vielen Jahren auf keinen Fall funktionieren. Dafür ist die Mentalität im Netz eine ganz eigene und der Markt viel zu groß.

Business-Kunden lassen sich abkassieren

Deshalb wird WhatsApp weiterhin probieren, passende Business-Produkte anzubieten, die man wiederum zu Geld machen kann. Denn die schiere Anzahl der WhatsApp-Nutzer führt Geschäftskunden in eine Abhängigkeit, dass sie den Messenger als Unternehmenskanal nicht ignorieren können. An diesem Punkt lässt sich Geld verdienen.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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