Wear OS sollte eigentlich mit dem Sprung auf Version 3 einen großen Schritt in eine neue Zukunft machen. Zumindest ist dieser Schritt so groß, dass nur sehr wenige Bestandsgeräte mit einem Update rechnen dürfen und das auch erst in über einem halben Jahr. Zum Start der neuen Wear OS-Version gibt es mit der Samsung Galaxy Watch 4 im Grunde genommen nur eine einzige Uhr mit der neuen Software und das sogar auf absehbare Zeit.

Das ist allerdings ein Problem, denn Samsung durfte Wear OS sehr stark anpassen. Somit erinnert die Software auf den Samsung-Uhren deutlich mehr an das Tizen-Betriebssystem der früheren Galaxy Watch-Generationen und weniger an das bekannte Wear OS. Somit scheint Samsung kein Retter für Googles Smartwatch-Betriebssystem. Das und andere Probleme bemängeln wir, aber auch internationale Kollegen.

„Wear OS ist die Grundlage, aber alles, was wir auf der Samsung-Uhr gesehen haben, ist keineswegs die Vision von Google für Wearables.“

Es ist zunächst unklar, wie eigentlich Google sich die Zukunft von Wear OS vorstellt. Da man Wear OS für starke Software-Anpassungen gegenüber den Herstellern öffnet, scheint nur Google selbst die eigene Wear OS-Vision zeigen zu können. Somit liegt es weiterhin an Google, das irgendwann mit einer eigenen Uhr umzusetzen. Sehr ähnlich wie bei den Smartphones, wo man nur mit den Pixel-Geräten all das bekommt, was Google für Smartphones wichtig und gut findet.

Die immer wieder kolportierte Pixel Watch ist wieder in der Versenkung verschwunden. Hierzu gibt es längst nichts mehr, was auf einen baldigen Marktstart hindeutet. Ein zweiter Hoffnungsschimmer ist dafür Fitbit, die auf jeden Fall neue Uhren mit Wear OS planen und seit Jahresbeginn zu Google gehören. Vielleicht sehen wir dann, wie sich Google das neue Wear OS eigentlich vorstellt. Es soll ja recht viel von Fitbit in Wear OS landen.

Fitbit erzählt ein wenig mehr über die eigene Wear OS-Zukunft mit Google

Neue App-Guidelines sollen für höhere Qualität sorgen.

Google hat eine Reihe von Do’s und Dont’s veröffentlicht, um die Qualität der Drittanbieter-Apps für Wear OS auf ein neues Level zu hieven. Ab dem 13. Oktober müssen Wear OS-Apps die neuen Guidelines zur App-Qualität erfüllen, wenn sie über den Google Play Store bereitgestellt werden sollen.

Snapdragon Wear 5100 ist nicht der erhoffte Messias.

Es hat sich herausgestellt, dass der W5100 von Qualcomm nur mit Cortex-A53-Kernen arbeitet. Das ist nicht wirklich ein atemberaubender Fortschritt, wie man ihn sich vielleicht erhofft hat. Immerhin testet Qualcomm neue Kombinationen mit 2 GB RAM und 16 GB Speicher, was zukünftigen Wear OS-Smartwatches sicherlich gut täte. Ein neuer Ultra-Low-Power-Chip kümmert sich zukünftig um die leichten Aufgaben wie das Always-On-Display.

Zuletzt war Qualcomm mit seinen Partnern schwer ins Hintertreffen geraten und muss aus diesem Loch erst mal wieder herauskommen. Man reagierte auf das neue Wear OS und den neuen Samsung-Chip in der Galaxy Watch 4 mit ersten Ankündigungen für neue Prozessoren, nachdem man sich in den letzten Jahren eher ausgeruht hatte. Hoffentlich folgt da ein großer Knall und nicht nur ein laues Lüftchen.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

Nehmen Sie an der Konversation teil

1 Kommentar

  1. Ich war einer der offenbar vielen Erstbesteller der Galaxy Watch 4. Nachdem der Liefertermin 2 mal verschoben wurde und ich die vielen unzufriedenen Nutzerstimmen gelesen hatte, habe ich die Bestellung storniert. Ob das neue WearOS sich durchsetzen wird ist fraglich.

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar
Beachtet die üblichen Regeln für Kommentarspalten und seid nett zueinander. Wir speichern keine IP-Adressen der kommentierenden Nutzer. Hier entlang zur Telegram-Gruppe von Smartdroid.de

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.