Rund um Xiaomi stapeln sich gerade die beunruhigenden Nachrichten, denn der Techkonzern steht jetzt wie sein Konkurrent Huawei auf einer schwarzen Liste der Amerikaner. Beruhigend ist daran auf den ersten Blick eigentlich nur, dass es eine andere Liste ist. Diese hat derzeit für Endkunden und das Tagesgeschäft keinerlei Auswirkungen. In unseren Augen gibt es Gründe für und gegen härtere Maßnahmen, die auf Xiaomi noch zukommen könnten.

Es herrschte jedenfalls erst mal Panik, die Aktien von Xiaomi und deren Zulieferer rauschten ab. Dabei ist das Geschäft von Xiaomi vorerst nicht gefährdet, der chinesische Hersteller darf derzeit nur keine Investments mehr aus den USA empfangen. Ein weiterer Vorteil für Xiaomi ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Die Regierung rund um Donald Trump ist bereits nächste Woche nicht mehr existent und damit handlungsunfähig.

Schlag der USA trifft Xiaomi weit weniger hart als Huawei

Zu guter Letzt ist Xiaomi kein Netzwerkausrüster wie Huawei, sondern verkauft international in erster Linie nur seine Consumer-Gadgets. Mit staatlicher Spionage über Mobilfunk- und Netzwerktechnologie konnte man bei Huawei noch leicht argumentieren, warum eine Gefahr für die nationale Sicherheit besteht. Das sieht bei Xiaomi ganz anders aus.

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Dennoch hat man Xiaomi als militärisches Unternehmen der chinesischen Regierung eingestuft, was der Konzern natürlich von sich weist. Doch wir haben auch bei Huawei gesehen, dass politischer Druck und massiv gestreutes Misstrauen zu weitreichenden Problemen weltweit führen können. Muss bei Xiaomi nicht so verlaufen, kann aber passieren. Auch weil der neue US-Präsident ebenfalls eine harte Politik gegen China fahren will.

Wie ich bereits in einem anderen Artikel darlegte, könnte der Führungswechsel in den USA zumindest die Unternehmen entlasten, gegen die es zwar Vorwürfe gibt, doch bis heute keine handfesten Beweise. Der neue US-Präsident dürfte anders als Donald Trump seine Entscheidungen nicht nur auf Vermutungen und Willkür aufbauen. Deshalb steht es um Xiaomi weit weniger schlimm als um Huawei, jedenfalls nach unserer Einordnung.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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1 Kommentar

  1. Erstens braucht xiaomi die Amis nicht. Der Rest der Welt wird ihnen bei Finanzierungen helfen. Insbesondere Indien, China selber oder Afrika. Denn genau dort verdient dieser technikgigant sein Geld. Das wir Europäer oder die Amis die nicht kannten hat mehr damit zu tun das xiaomi sich auf andere Märkte mit mehr als 3 Mrd Einwohner konzentrierte und nicht auf NAFTA oder Europa. Insider kannten die schon sehr lange und mi fand es nicht nötig für die paar Europäer ne Bedienungsanleitung oder LTE Band 20 anzubieten. In Indien und China gab es genug Absatzmarkt.
    In meiner Zeit in China habe ich die hohe Qualität der Produkte schätzen gelernt.
    Und jetzt bitte noch ein os frei von us-einfluss. Das wäre der Traum.
    Bei Datenschutz und Menschenrechten sind die USA nämlich schon lange nicht mehr das was sie früher echt mal waren.
    Jetzt sind sie nur sauer das andere ihnen den Rang ablaufen. Mal sehen wann den Amis n Vorwand einfällt gehen Samsung vorzugehen.

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