Die Corona-Warn-App ist in Deutschland nun seit 100 Tagen im Einsatz. Eine gute Gelegenheit also, die bisherige Nutzung zu beurteilen. Bitkom ist zufrieden.

Klar, an der Corona-Warn-App gibt es einige Punkte, die sicherlich berechtigt kritisiert werden können. Der verhältnismäßig späte Release oder die technischen Schwierigkeiten zum Beispiel. Datenschutz und Funktionalität gehören aber ganz bestimmt nicht dazu. So sieht es auch der Präsident des deutschen Digitalverbands Bitkom, Achim Berg. Mehr als 18,5 Millionen Downloads in den letzten drei Monaten bilanziert Bitkom in einer Pressemitteilung.

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Er hält die App für essenziell, wenn wir „gut durch den Winter und den Herbst kommen wollen“, denn sie schaffe, „woran sich Gesundheitsämter die Zähne ausbeißen“. Und das stimmt auch: Die Kontaktnachverfolgung, besonders auf analogem Weg durch irgendwelche Zettel im Restaurant, ist sicherlich nicht so effektiv wie das digitale Pendant.

Corona-Warn-App: Keinen Grund dagegen

Zudem gebe es wenig Gründe, die App nicht zu nutzen, schließlich funktioniere sie jetzt, schütze die privaten Daten „optimal“ und ist letztendlich auch noch völlig kostenlos – genauso sehe ich das auch. Und die paar Megabyte Speicherplatz hat man auf dem Smartphone doch wohl auch noch übrig.

Zuletzt wurde die Corona-Warn-App sogar in Android und iOS direkt integriert, sodass eine separate Installation in der Theorie überflüssig wird. Die Smartphone-Betriebssysteme fragen jedoch zuvor, ob der Nutzer an der Kontaktverfolgung teilnehmen möchte.

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Wie Berg in seinem Statement außerdem ankündigt, wird die Corona-Warn-App im Oktober noch besser. Dann soll sie nämlich auch mit den Apps anderer Länder kommunizieren können, was angesichts vermehrter Reisen ins Ausland durchaus sinnvoll ist.

Falls ihr die App nicht installiert habt, findet ihr hier die Downloads im App Store und Google Play Store. Und wenn ihr meint, einen guten Grund dafür zu haben, sie nicht zu nutzen: Nein, habt ihr nicht.

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Bitkom-Präsident: „Jeder sollte sich in der Pflicht fühlen“

Mit 18,5 Millionen Downloads in nur drei Monaten steht die Corona-Warn-App derzeit an der Spitze der deutschen App-Charts. Ihre Wirkung kann sie aber bislang nur sehr eingeschränkt entfalten, da sie noch nicht flächendeckend genutzt wird. Auch wenn ihr Einsatz freiwillig ist: Jeder sollte sich in der Pflicht fühlen, die Corona-Warn-App zu installieren, um sich und andere zu schützen und unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben wieder in normale Bahnen zu lenken. Gerade bei steigenden Infektionszahlen wird es für die Gesundheitsämter immer schwieriger, Risikokontakte zeitnah, zuverlässig und vollständig nachzuvollziehen. Die Corona-Warn-App kann leisten, woran sich die Gesundheitsämter die Zähne ausbeißen. Wir alle müssen diese App einsetzen, wenn wir gut durch den Herbst und den Winter kommen wollen. Es gibt einfach keinen Grund, die App nicht zu nutzen: Sie funktioniert, sie ist kostenlos und sie schützt die persönlichen Daten optimal. Zudem wird sie im Oktober anschlussfähig an viele Warn-Apps aus weiteren EU-Ländern. Nicht zuletzt ist die App auch ein internationales Vorzeigeprojekt der deutschen Digitalwirtschaft.  – Bitkom-Präsident Achim Berg

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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