In den kommenden Jahren wird das Segment der elektrischen Kleinwagen massiv wachsen und das Angebot wird von immer mehr Herstellern bedient. Dabei wird es echte Kleinwagen im Format von ca. 4 Metern geben, aber auch noch kleinere Fahrzeuge sind geplant und etwas größere Modelle wie eine A-Klasse oder ein 1er BMW ebenso.
Zugleich berichten die Hersteller immer wieder von fallenden Preisen, weil mit der Skalierung der Technologie die Preise zwangsläufig nach unten korrigieren. Doch wir sehen schon heute, dass die Versprechen zwar groß sind, bislang jedoch kaum gehalten werden. Beispiel: VW wird das Einstiegsmodell des ID. Polo später bringen und dann ist der Preis vom Verbrenner noch weit entfernt.
Hersteller wie BMW und Mercedes sind von ihrem elektrischen Einstiegssegment sogar noch ein paar Jahre entfernt. Es wird einen elektrischen 1er BMW geben und auch die Mercedes A-Klasse bekommt einen vollelektrischen Nachfolger, doch zwei bis drei Jahre werden dafür wahrscheinlich noch vergehen müssen. Fallen bis dahin die Preise?
BMW erteilt Absage: Elektroautos können nicht auf Preisniveau der Verbrenner angeboten werden
Das haben uns einige Hersteller in den letzten Jahren immer wieder glauben lassen, doch einige reden auch Tacheles und klar heraus. BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post verkündet zum neuen Jahr: „Kostenparität zwischen Verbrenner und Elektro wird es hier so schnell nicht geben“. Es sei einfach nicht möglich, dass es vergleichbare Modelle mit beiden Antriebsvarianten gibt, die dann auch noch gleich kosten.
Wir sehen schon heute, dass bei den günstigen Elektroversionen in der Regel das Schnellladen ein schlechtes Niveau hat und die Reichweite erst recht. Es kann keinen elektrischen BMW geben, der zum selben Preis die Reichweite des heutigen 116er bietet. Das sei „weder technisch noch betriebswirtschaftlich möglich“, so Post.
BMW will seinen Kunden jedoch ein attraktives Angebot machen können, um Verbrenner-Kunden den Umstieg auf das Elektroauto zu erleichtern. Aber hier wird der Kunde kein Elektromodell erwarten können, dass dann eine Reichweite von 800 Kilometern bietet, heißt es im Gespräch mit der Motorpresse Stuttgart.
Interessant ist in meinen Augen noch der Zeitpunkt dieser Aussagen, denn irgendwie klingt das für mich auch nach einer indirekten Ankündigung, dass BMW im kommenden Jahr nachlegen wird. Vielleicht mit mehr als nur dem elektrischen i3? Im Segment der Premium-Einstiegsklasse ist für 2026 bislang nur der geplante Audi offiziell bestätigt – vielleicht überrascht uns BMW.
Batterie ist der entscheidende Kostenfaktor
Es ist weiterhin so, dass die Batterie das entscheidende Modul der Elektroautos ist, das über den Preis und die wichtigsten technischen Faktoren entscheidet. Da denke ich auch, obwohl die Preise fallen, wir nicht so schnell im Preisbereich eines Verbrennungsmotors gelangen. Das dürfte von den Herstellern auch gar nicht gewollt sein, in der Regel steigen Preise immer weiter an und fallen nicht wieder auf ein früheres Niveau.
Wenn Elektroautos und Verbrenner irgendwann bei „identischer“ Leistung gleich kosten, sind die Grundpreise noch weiter angestiegen und dann schauen wir mit Tränen in den Augen auf die heutige Zeit zurück. Dann werden uns die Hersteller jedoch verkaufen wollen, dass die Preisparität endlich geschafft sei.
