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Alexa und Co: Wenn der Traum von der intuitiven Sprachsteuerung platzt

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Amazon Echo neben Google Home

Amazon und Google nisten sich gerade fest in unsere Wohnzimmer ein, neben den smarten TV-Geräten kommen jetzt die Smart Home-Assistenten in immer mehr Wohnungen. Doch so richtig smart sind der Google Assistant und auch Amazon Alexa eigentlich nicht, es fehlt derzeit einfach an vielen Ecken und Enden. Die Bedienung ist oft noch zu hölzern und wenig intuitiv. Zugegebenermaßen bin ich begeistert, diverse Geräte per Sprache steuern zu können. Und trotzdem fällt mir jeden Tag mehr auf, warum diese Geräte bzw. Assistenten derzeit nur für ganz rudimentäre Dinge cool sind und sich deshalb vielleicht noch gar nicht lohnen.

Mit dem Google Home kann ich noch immer keine Erinnerungen erstellen. Auch Routinen gibt es noch nicht und selbst das Aktivieren zweier Geräte gleichzeitig will (noch) nicht funktionieren. Im Vergleich zu Alexa hat Google ein weiteres Problem, denn Spracheingabe und Sprachausgabe sind teilweise zu umständlich. Während bei Alexa ein „Küche an“ zum Aktivieren aller smarten Geräte (zwei Lampen) ausreicht, muss ich beim Google Assistant die Geräte näher benennen bzw. umständlichere Sätze aufsagen. „Schalte alle Lampen in der Küche an“ oder eben „schalte alle Geräte in der Küche an“ – das ist mir zu umständlich. Geht es nur um Licht, reicht auch bei Google ein „Licht in der Küche an“ aus.

Update vom 14. Dezember 2017: Erinnerungen können nun auch mit dem Google Home erstellt werden, diese negative Punkt fällt also aus meiner Kritik heraus! /Update

Ebenso die Ausgabe der Bestätigungsbefehle. Alexa bestätigt mit „Okay“, Google bestätigt und wiederholt dabei nochmals die komplette Aufgabe. Zum Beispiel: „Natürlich, die Lampe Esstisch wird auf 60 Prozent gestellt“. Das nervt gewaltig. Gleiches wiederum bei der Spracheingabe, die immer wieder hölzern wirkt. Man muss eben oftmals Befehle relativ genau nach Vorgabe ansagen, sonst verstehen uns die Assistenten nicht. Das ist nicht sonderlich intuitiv, lässt diese Geräte noch sehr unfertig wirken.

Apropos Fernseher. Derzeit probiere ich hin und wieder die Sprachsteuerung über den Chromecast aus, der kann ja meinen TV aktivieren und Medien aus Apps wiedergeben. Netflix zum Beispiel. Man kann sagen, dass Google Inhalte von Netflix auf dem TV abspielen soll. Klappt auch, der TV schaltet sich an und der gewünschte Inhalt wird abgespielt. Dumm nur, dass bei mir immer das falsche Profil ausgewählt wird und eine Änderung davon scheint nicht möglich. Ein weiteres Beispiel dafür, wie unfertig dieser ganze Kram ist.

Googles Stärke ist nur die Suche

Während Amazon mit besseren Sprachbefehlen auftrumpft, für mich einfach intuitiver wirkt, hat Google einen anderen gewaltigen Vorteil. Will man diese Assistenten auch dafür benutzen, um Fragen des Alltags beantwortet zu bekommen, ist Google die erste Wahl. „Hey Google, wie alt ist Barack Obama?“ Google antwortet. Nun aber der Clou, denn es sind beliebig viele Folgefragen möglich. Google beantwortet mir direkt danach korrekt, wenn ich nach dem Namen seiner Frau frage. Danach wiederum reicht ein „Was arbeitet sie?“, um ihren Job in Erfahrung zu bringen. Nun ein „Wie heißen ihre Töchter?“ hinterher – auch darauf gibt es eine Antwort. Alexa hingegen beherrscht derartigen Kontext gar nicht, auch die Wissensdatenbank im Hintergrund ist weit weniger mächtig.

Zu guter Letzt ist da noch die Erkennung des Hotwords, die meines Erachtens bei der Hardware beider Unternehmen allenfalls durchwachsen ist. Mal läuft es wie am Schnürchen, mal muss ich Befehle mehrmals wiederholen. Alexa reagiert auf mich meist gut und sofort, ignoriert meine Freundin ab in 60 Prozent der Fälle. Das sorgt für schwache Nerven. Bei Google das ähnliche Spiel, allerdings mit einem anderen Problem. Schaue ich Fernsehen, reagiert Google Home auffallend oft ohne Grund und brabbelt irgendwas vor sich hin. Will man aber wirklich einen Befehl ansagen, kann ein lauter Fernseher die Nutzung der Assistenten auch schwer stören.

Wofür nutze ich also Alexa und den Google Assistant?

Bei uns wird darüber viel Radio und Musik gehört. Einfach per Sprache die gewünschte Musik ansagen, das ist komfortabler als mit dem Smartphone. Ebenso schalte ich alle wichtigen bzw. häufig genutzten Lampen per Sprache, was ich als sehr komfortabel sehe. Ansonsten fehlt es mir an Anwendungsszenarien, auch weil die Hardware fremder Hersteller oftmals nicht gut eingebunden ist. Skills bei Amazon sind eine nette Idee, oft aber lieblos umgesetzt.

6 Kommentare
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6 Comments

  1. ͕͗F͕͕͗͗i͕͕͗͗n͕͕͗͗d͕͕͗͗u͕͕͗͗s͕͗

    11. Dezember 2017 at 11:44

    „…muss ich beim Google Assistant … umständlichere Sätze aufsagen. „Schalte alle Lampen in der Küche an“. “

    Ganze Sätze zu sprechen gilt heute schon als umständlich. Ok, zur Zeit der Neandertaler war das sicher auch so. „Du.. Höhle.. saubermachen.. „Du.. ausziehen… jetzt“… ;)

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      11. Dezember 2017 at 12:24

      Licht schalte ich normalerweise mit einem Tastendruck an, im Vergleich ist ein „ausführlicher“ Satz eben tatsächlich umständlich.

    • ͕͗F͕͕͗͗i͕͕͗͗n͕͕͗͗d͕͕͗͗u͕͕͗͗s͕͗

      11. Dezember 2017 at 12:28

      Ein Tastendruck ist auch schneller als ein zwei Worte „Satz“ mit anschließender Gedenksekunde durch Alexa. ;)

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      11. Dezember 2017 at 12:31

      Ja, würde ich nicht zum Schalter laufen müssen :D

    • ͕͗F͕͕͗͗i͕͕͗͗n͕͕͗͗d͕͕͗͗u͕͕͗͗s͕͗

      11. Dezember 2017 at 13:27

      Bewegung ist gesund und hält schlank. :)

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      11. Dezember 2017 at 13:34

      deshalb spiele ich regelmäßig FIFA :P

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