Sei es Restaurant, Hotel oder Produkt in einem Online-Shop – liegt die Bewertung unter vier von fünf Sternen, werde ich schnell misstrauisch. So ganz kann man sich von ihrer Wirkung eben nicht freimachen. Und eigentlich ist das System ja prinzipiell eine gute Lösung, um auf einen Blick zu erkennen, ob Kunden oder Käufer eher gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das gilt aber nur, solange man davon ausgehen kann, dass die Bewertungen authentisch sind.

Das ist im Internet aber leider nicht immer der Fall. Gerade auf Amazon versuchen aufstrebende Onlinehändler mit gekauften Bewertungen ihre Produkte besser zu platzieren. Bereits im letzten Jahr ging der E-Commerce-Riese rigoros gegen Fehlverhalten vor und schmiss sogar einige Hersteller von seiner Plattform. Im Februar konnte man die Webseiten großer Anbieter von Fakebewertungen abschalten lassen. Jetzt folgt ein weiterer Schlag, um die Bewertungen auf Amazon insgesamt wieder vertrauenswürdiger zu machen.

Mehr als 10.000 Facebook-Gruppen im Visier

Das Geschäft florierte allem Anschein nach nämlich weiter auf Facebook. „Amazon hat heute rechtliche Schritte gegen die Administratoren von mehr als 10.000 Facebook-Gruppen eingeleitet, die versuchen, gefälschte Bewertungen bei Amazon im Austausch gegen Geld oder kostenlose Produkte zu verbreiten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Diese Gruppen seien eingerichtet worden, um Personen zu rekrutieren, die bereit seien, gekaufte und irreführende Rezensionen in Amazons Stores in den USA, in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Japan und eben auch Deutschland zu veröffentlichen. Die Administratoren würden für gefälschte Bewertungen für Hunderte von Produkten wie Autoradios und Kamerastativen werben. Konkret benennt Amazon die Gruppe „Amazon Product Review“ mit über 43.000 Mitgliedern, bis sie Anfang des Jahres gelöscht wurde.

Amazon fordert mehr Zusammenarbeit gegen Fakebewertungen

Dass Fakebewertungen keine Bagatelle für Amazon ist, wird aus der Mitteilung schnell deutlich. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit 12.000 Mitarbeiter, die gegen Missbrauch und Betrug vorgehen. Ein „spezialisiertes Team“ mit unbekannter Größe würde neben Facebook auch Instagram, TikTok, Twitter und andere Soziale Netzwerke untersuchen.

Amazon ist aber auch der Meinung, dass die Wurzel des Problems viel weitreichender sei. Zivilklagen seien nur ein erster Schritt. Um gefälschte Bewertungen aus der Welt zu schaffen, „bedarf es einer intensiveren Partnerschaft von privatem und öffentlichem Sektor, einschließlich der Zusammenarbeit betroffener Unternehmen, Social-Media-Seiten und Strafverfolgungsbehörden“.

Welchen Einfluss haben Sternebewertungen auf euch? Verfasst ihr vielleicht selbst gerne Rezensionen?

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. Eigentlich sollte man misstrauisch werden, wenn die Bewertungen fast nur bei 5 Sternen liegt. Da kann man fast davon ausgehen, dass darunter viele Fakes sind.
    Gerade Amazon fällt in Sachen Fake-Bewertungen ja nun regelmäßig negativ auf…… dass gerade die jetzt jammern und klagen, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ob es nun Fake-Bewertungen sind oder Billigschrott mit „Original“…… Amazon sollte erst einmal den eigenen Saustall sauber machen, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen.

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