• Google will eine sehr simple Update-Veröffentlichung umsetzen.
  • Aber das erfordert auch eine gewisse Risikobereitschaft.
  • Mit den Pixel 6-Modellen gab es ein drastisches Beispiel.

Ein großes Feature-Update und ein Sicherheitspatch zu vereinen, das ist risikovoll. Und diesmal ging der Plan voll nach hinten los. Google steht für seine Update-Strategie bei den Pixel-Telefonen stark in der Kritik und sollte sie für die Zukunft überdenken. Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir die jüngere Geschichte ein wenig aufrollen. Denn man muss die Geschichte erst verstehen, um das Problem zu erkennen.

Google hat das sehr umfangreiche Dezember-Update für die Pixel 6-Handys verzögert ausliefern müssen. Dadurch haben sich auch die sicherheitsrelevanten Veränderungen für diese Telefone verspätet. Was damit zusammenhängt, dass Google jetzt fast jeden Monat neue Updates ausliefert, die neben dem Android Security Bulletin zugleich einige Pixel-spezifische Veränderungen mitbringen. Eigentlich für die Nutzer eine tolle Sache.

Google vereint alles in einem Update, aber das kann schiefgehen

Und doch eine fatale Entscheidung, wie wir heute wissen. Denn diese Updates, die durch Bugfixes und neue Feature nun deutlich größer sind, stellen für Nutzer und das Unternehmen ein Risiko dar. Den Beweis gab es bei den Pixel 6-Modellen. Google hat das riesige Dezember-Update wie alle anderen kleinen Updates nur intern testen können. Das hat nicht gereicht. Es brachte trotz 80 Bugfixes neue gravierende Fehler mit.

Das Update wurde später ausgesetzt und das neuere Januar-Update kam auch wieder verspätet. So waren manche Besitzer der neuen Pixel 6-Handys gut anderthalb Monate mit einem veralteten Sicherheitsstand unterwegs. Was diesmal sogar ein echtes Problem darstellte, weil Drittanbieter-Apps wegen eines Bugs auf den Pixel-Handys Notrufe verhindern konnten. Der eilende Bugfix dafür verzögerte sich wegen der eben genannten Faktoren.

Diese Geschichte zeigt, dass Google die sicherheitsrelevanten Veränderungen unabhängig anderer Updates ausliefern sollte. Das würde zwar der Vereinfachung des Update-Prozesses im Weg stehen, aber scheint für mehr Sicherheit fast alternativlos zu sein. Es gäbe dann für die Nutzer ein Sicherheitsupdate und ein gesondertes Feature/Bugfix-Update.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Ich habe es mir wegen der zahlreichen Mängel der Kamera nicht gekauft. Solche schlechten Objektive mit roten Schleiern im Bild, wenn man gegen das Licht oder nahe einer Leuchte fotografiert, gehen gar nicht. Scharfentiefe frustrierend niedrig. Und zwischen 1,7x und 4x keine scharfen Aufnahmen möglich, geht auch nicht
    Nun sieht es so aus, dass auch der Rest nicht ausgereift ist.
    Momentan finde ich die VIVO X70 Pro plus Kamera am interessantesten. Exzellenter Umgang mit Spitzlichtern, nicht diese roten Schleier im Bild, gute Auflösung. Mangel nur Artefakte beim Zusammensetzen der Bilder. Für alle Nicht-Kamera-Funktionen nimmt man was billiges.

    1. Die Kritik kann ich nicht so ganz verstehen. Ja, direkt gegen die tief stehende Sonne fotografiert, habe ich Effekte wie einen grünen Punkt im Bild (sieht aus wie eine Diode) festgestellt. Allerdings habe ich mit eigenen Augen auch nicht mehr gesehen, bzw. war von der Sonne geblendet. Ich kenne es in der Vergangenheit auch von guten digitalen Kompaktkameras (Fuji F100fd, Sony HX90V), dass man violette Schlieren bekommen kann. Irgendwo kommt halt auch die beste Physik an ihre Grenzen. Ansonsten bin ich von der Fotoqualität bislang sehr angetan.
      Nicht umsonst ist das Pixel 6 Pro bei DX0Mark unter den besten Foto-Smartphones zu finden. In den meisten Tests ist das 6 Pro gleichauf mit den besten iPhones. Hier mit dem Vivo X70Pro+ zu kommen, dass in DE praktisch noch nicht zu kaufen ist und dann noch „Für alle Nicht-Kamera-Funktionen nimmt man was billiges.“ – Sorry, nichts als dummes Gelaber!

    2. Was soll eine Handy(!)Kamera gegen Physik tun? Ein hochwertiges Objektiv mit hochwertiger Optik kostet das vierfache des Pixel.

  2. Die Probleme mit dem Update waren in der Tat ärgerlich.
    Ich habe aus beruflichen Gründen seit Jahren mit Softwaretests zu tun und einige Erfahrung damit. Tatsache ist, je mehr Änderungen in einem Update sind, umso höher ist das Risiko, dass irgendwas schief geht. Also öfter kleine Updates liefern? Gute Frage! Man kann nicht bei jedem kleinen Update eine volles Regressionstest-Set fahren. Also besteht auch hier die Gefahr, dass sich Fehler eingeschlichen haben. Die lassen sich dann vielleicht auch schneller fixen. Aber innerhalb einer Software gibt es meist auch „empfindlichen“ Code. In diesen Bereichen kann eine kleine Änderung schnell erhebliche Auswirkungen haben, mit denen man eben nicht gerechnet hat. Das kann dann zu einem Fix vom Fix vom Fix vom…. führen. Also was tun? Wahrscheinlich ist der berühmte Mittelweg auch hier wieder der beste Ansatz. Keine Updates mit 80 Changes mehr, stattdessen nur noch 10-30?
    Ein schwieriges Thema.

  3. Ich hatte das Google Pixel 6 Pro zwei Tage, dann habe ich es verkauft. Im Vergleich zu meinen Xiaomi Mi11 Ultra hat das Teil geruckelt wie Sau, es wurde Heiss, hatte nicht Mal Face Unlock (mittlerweile ja oh welch ein Wunder).

    Das langsame Laden ging mir auch den Zeiger. Ich lade mein Mi 11 Ultra Kabellos (!) mit 67 Watt!

    Seit Google auf krampfhaft auf Apple macht, werden die Geräte grausig. Was nutzt mir eine gute Kamera wenn der Rest für Arsch ist?! Absolut nix!

    Wenn ich mich zurück erinnere an mein Galaxy Nexus, Nexus One, Nexus 4&5, das waren noch tolle Geräte aber seit der Pixel Reihe wird das nix. Dann greift ich lieber zu Xiaomi oder anderem Herstellern 😉

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