Google will gute Verkaufszahlen erreichen und setzte zuletzt trotzdem auf das ein oder andere Experiment. Das neue Pixel 5 soll anders sein, nämlich simpel.

Im vergangenen Jahr hatte Google die Android-Smartphones revolutionieren wollen, zahlreiche Sensoren hatte das Unternehmen in seine Pixel 4-Smartphones zusätzlich integriert. Neben der klassischen Frontkamera waren an der Vorderseite vier weitere Sensoren für die Gesichtsenstperrung verbaut worden, außerdem der Radarchip namens Soli. Nun soll das alles schon wieder verschwinden, zum Entsperren der fünften Pixel-Generation kommt wieder herkömmliche Hardware zum Einsatz. Ein weiterer Beweis dafür, dass Android nicht in allen Bereichen mit dem iPhone gleich sein kann und sollte.

Gleich mehrere Fotos waren in den letzten Wochen aufgetaucht, welche das neue Google Pixel 5 von vorn und hinten gezeigt haben. Dadurch wurde klar, wie Google nach nur einem Jahr seine Experimente wieder an den Nagel hängt. Google verwirft nicht als erster Hersteller die Gesichtsentsperrung über zusätzlichen Sensoren sehr schnell, auch Huawei und Samsung konnten diese Technik nicht etablieren. Die meisten anderen Hersteller verwenden nur die einfache Frontkamera, was eher unsicher ist.

Google will wieder Finger statt Face

Das kommende Pixel 5 verfügt wieder über eine simple Frontkamera, lässt sich zusätzliche Infrarotsensoren vermissen. Dafür feiert der Fingerabdrucksensor ein Comeback, der beim Pixel 4 sogar komplett fehlte. Ein Übergang auf die neue Technologie, die einst Apple in relativ sicherer Variante für iPhones etablierte, ging bei Google mächtig in die Hose. Ich trauere Face-Unlock aber kaum nach, besonders nicht in Zeiten von Gesichtsmasken.

Was trotzdem verblüfft, ist in meinen Augen die sehr altmodische Position des Fingerabdrucksensors. Google hat wohl keine Lust mehr auf Experimente, integriert den Sensor nicht in die Einschalttaste und auch nicht ins Display. Irgendwie ist diese klassische Bauart schon fast gewagt, weil sie sonst nahezu kein anderer Smartphone-Hersteller mehr verwendet. Googles Streichliste zahlreicher Sensoren, wozu vielleicht auch Active Edge zählt, sorgt zugleich für einen niedrigeren Preis der neuen Modelle.

Aktuell sieht es schwer nach einem sehr simplen Pixel 5 aus, das tatsächlich keinerlei Experimente mehr an Bord hat. Könnte eventuell eine gute Sache sein, zumindest mit dem Ziel bessere Verkaufszahlen zu erreichen. Andererseits können derart einfache Geräte kaum mit Besonderheiten glänzen, wenn der coole Teil der Software immer erst mal US-only ist. Google könnte im Massenmarkt also weiterhin einen schweren Stand haben.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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