Das Dementi, dass LG sich aus dem Smartphone-Business zurückziehen würde, ist wenige Tage alt – jetzt macht der Hersteller wohl wieder eine Kehrtwende.

Es ist kein Geheimnis, dass LG sich angesichts der starken Konkurrenz nur noch schwer im Smartphone-Geschäft behaupten kann. Der einstige Vorreiter aus Südkorea versuchte jüngst noch mit Experimenten wie dem LG Velvet oder LG Wing, die Gunst der Käufer zu gewinnen – doch auch das war bekanntlich nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Hier wird gerollt, nicht gefaltet – das wohl verrückteste Smartphone des Jahres

Zur CES 2021 zeigte man dann ein verrücktes Smartphone mit rollbarem Display. Ob das noch das Licht der Welt erblickt, wird zusehends unwahrscheinlicher als ohnehin schon.

LG-Smartphones machen nur noch Verluste

Mehr als 4,5 Milliarden Dollar hat LG laut The Korea Herald in den letzten fünf Jahren verloren. 2015 konnte LG immerhin noch knapp fünf Prozent Marktanteil vorweisen, doch längst haben Xiaomi, Vivo und Oppo den Hersteller aus den Top 5 verdrängt. Für 23 aufeinanderfolgende Monate hat das Smartphone-Department bei LG Minus gemacht – heftig, da wäre ich auch langsam demotiviert.

LG: Gerüchte um Ende des früheren Nexus-Herstellers wohl falsch

Erst vor wenigen Tagen hatte LG nach einem mittlerweile gelöschten Bericht dementiert, dass sie sich aus dem Smartphone-Geschäft zurückziehen würden. Das ist offenbar doch nicht mehr ganz auszuschließen, wie gegenüber The Verge bestätigt wurde.

„Kalte Entscheidung, beste Wahl“

CEO Kwon Bong-seok, der Januar 2020 seinen Posten angetreten hatte, versprach damals, das Smartphone-Geschäft der Firma bis 2021 umzukrempeln. In einer internen Memo heißt es heute an seine Mitarbeiter:

Unabhängig von einer Änderung in der Ausrichtung des Smartphone-Geschäftsbetriebs wird die Beschäftigung beibehalten, so dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Da der Wettbewerb auf dem globalen Markt für mobile Geräte immer härter wird, ist es für LG an der Zeit, eine kalte Entscheidung zu treffen und die beste Wahl zu treffen. Das Unternehmen erwägt alle möglichen Maßnahmen, einschließlich Verkauf, Rückzug aus dem und Verkleinerung des Smartphone-Geschäfts.

Rund 60 Prozent der Mitarbeiter würden Gerüchten zufolge dann in andere Bereiche des Unternehmens transferiert werden. Auch schon vor dieser Affäre gab es immer wieder derartige Vermutungen, zum Beispiel, als LG 2019 das Outsourcing seiner Produktion von Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones ausgeweitet hatte.

Wird es langsam einfach Zeit?

Mein erstes Smartphone war sogar von LG, damals ein LG GT540 Optimus – ein bisschen wehmütig werde ich bei so einer Nachricht also schon. Gleichzeitig ist es natürlich eine verständliche marktwirtschaftliche Entscheidung, wenn sie bei so hohen Verlusten endlich den Stecker ziehen. Wie seht ihr das? 

 

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Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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